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Full text of "Studien zu La Rochefoucauld's Leben und Werken"

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Studien 



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Rochefoucauld'» Leben 
und Werken. 



Von 



H. Georg Rahstede. 



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hKAUNSCHWEIG, 

C. A. SCHWETSCHKE UND SOHN 

(E. APPELHANS). 
1888. 







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Von demselben Verfasser sind erschienen: 

Ueber La Bruyere und seine Charaktere. Biographisch- 
kritische Abhandlung. Oppeln, Eugen Franck's Buchhandlung 
(Georg Maske) 1886. gr. 8°. Preis 2 Mk. 

Praktisches Hilfsbuch zur leichteren Erlernung der 
lateinischen unregelmässigen Verben. Bad Oeyn- 
hausen, Fr. Stürmer. 1886. 8°. Preis 75 Pfg. 

ten Brink, Jan: Emil Zola und seine Werke. Autorisierte 
Uebersetzung von H. G. Rahstede. Braunschweig, 1887. 
C. A. Schwetschke und^Sohn (E. Appelhans). Preis 3 Mk. 



Demnächst werden von demselben Verfasser erscheinen: 

Vauvenargues, ein Litteraturbild aus dem XVIII. Jahrhundert 
Frankreichs. 

Duclos. Sein Leben und seine Werke. 

Diderot als Romanschriftsteller. 



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Studien 



zu 

La Rochefoucauld^ Leben 
und Werken. 

Von 

H. Georg Bahstede. 



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BRÄUNSCHWEIG, 

C. A. SCHWETSCHKE UND SOHN 

(E. APPELHANS). 

1888. 



1815 
R35 



1 [P 20 1961 
3. 



Dem 

Herrn Professor Dr. phil. Peter Jakob Cosyn 

zu Leiden (Holland) 

in herzlicher Dankbarkeit 

gewidmet 

vom 

Verfasser. 



Vorwort. 



Als icli meine La Rochefoucauld-Studie begann, hoffte 
ich durch die Güte des gegenwärtigen Chefs des Hauses 
La Rochefoucauld, des Herzogs von Estissac, noch manches 
Unbekannte über den und von dem Verfasser der Maximes zu 
erhalten. Einer unaufschiebbaren Reise wegen aber konnte, 
wie der Herzog mir schrieb , bis auf Weiteres nicht in den 
Bibliotheken geforscht werden. 

Nun wendete ich mich an den Chef der Seitenlinie des 
Hauses L. R., den Herzog von Bisaccia, mit der Bitte, mich 
in meiner Arbeit unterstützen zu wollen. War die Ausbeute 
aus dessen Archiv auch nicht gerade gross, so erhielt sie 
doch einen besonderen Werth durch einen ausführlichen 
Stammbaum (cfr. S. 133 — 139), den der langjährige Gou- 
verneur des Herzogs von Bisaccia, Herr C. Reichenbach in 
Paris, für mich ausarbeitete, wofür ich ihm an dieser Stelle 
noch ganz besonders danke. 

An sonstigen Quellen hat es mir, Dank der Güte der 
Herren Oberbibliothekare zu Göttingen, Münster, Bonn, 
Berlin, Wolfenbüttel, Dresden, Weimar, München, Strass- 



VI 

barg, Paris und Leiden, nicht gefehlt. Und somit war ich 
vielleicht im Stande , mehr oder minder Interessantes den 
La Rochefoucauld-Forschern bieten zu können. 

Sollte dieses der Fall sein, so wäre der Zweck der 
Arbeit vollkommen erreicht. 

Bad Oeynhausen, den 17. Juli 1888. 

H. Georg Rahstede. 



Inhalt. 



Vorwort V— VI 

Kapitel I. 

Umriss der Lebensgeschichte La Rochefoucauld's. 

§ 1. Einleitung. 2. La Rochefoucauld's Vorfahren. 3. Geburt, 
4. Eintritt in das Heer. 5. Stellung zur Königin, Richelieu, 
der Madame de Chevreuse und der Mademoiselle d'Hautefort. 
6. La Rochefoucauld und Mazarin. 7. Verhältniss zur Herzogin 
von Longueville. 8. Betheiligung an der Fronde. 9. Verwun- 
dung und Rücktritt in das Privatleben. 10. Tod . . 1—62 

Kapitel IL 

La Rochefoucauld's schriftstellerisches Wirken: 
das Entstehen seiner Werke. 

§ 1. Seine Stellung zum Hause Rambouillet. 2. Freundschaft mit 
Madame de la Fayette und Madame de Sable. 3. Herausgabe 
der Memoires. 4. Abfassung und Herausgabe der Maximes. 

63-81 

Kapitel III. 

Beurtheilung der Persönlichkeit und der Werke 
La Rochefoucauld's durch die Zeitgenossen. 

§ 1. Person. 2. Memoires. 3. Maximes 82—102 



— VIII — 

Kapitel IV. 

Die moderne Kritik der Schöpfungen 
La Rochefoucauld's. 

§ 1. Memoires. 2. Maximes 103—118 

A n h a n g. 

Anmerkungen zu Kapitel 1 119 — 129 

Stammtafel des Hauses La Rochefoucauld (nach Tallemant des 

Reaux) 130—131 

Stammtafel des Hauses La Rochefoucauld (auf Veranlassung des 
Herzogs von La Rochefoucauld - Bisaccia zusammengestellt) 

133—139 
Lettre du Chevalier de Mere ä Madame la Duchesse de *** 

141_144 

Portrait du duc de La Rochefoucauld par le Cardinal de Retz 

144—145 

Anmerkungen zu Kapitel II 145—148 

Anmerkungen zu Kapitel III 149 

Anmerkungen zu Kapitel IV 150 

Benutzte Litteratur 151 — 184 



Kapitel I. 



Umriss der Iiebensgeschichte 
La Rochefoucauld'^. 

§. 1. Einleitung. 2. La Rochefoucauld' s Vorfahren. 
3. Geburt. 4. Eintritt in das Heer. 5. Stellung zur 
Königin, Richelieu, der Madame de Ghevreuse und der 
Mademoisselle d'Hautefort. 6. La Rochefoucauld und 
Mazarin. 7. Verhältniss zur Herzogin von Longueville. 
8. Betheiligung an der Fronde. 9. Verwundung und 
Rücktritt in das Privatleben. 10. Tod. 

§. 1. Die Zeit kommt nicht wieder, sagt Voltaire * 
im Zeitalter Ludwigs XLV., wo ein Herzog de la Roche- 
foucauld nach einer Unterredung mit Pascal und Ar- 
nauld in's Theater ging, um Corneille zu bewundern. 
Diese Worte sind die klassische Fassung eines Irrthums, 
der auch in der neuesten französischen Literatur- 
geschichte (man lese z. B. in Laur, z. Gesch. d. franz. 
Literatur S. 35 ff.) noch lebendig ist: des Irrthums, 
das Siecle de Louis XIV. sei auch die eigentliche goldene 
Periode des französischen Schriftthums gewesen. 

Zuletzt hat wohl Deschanel dieser Anschauung 
kräftig widersprochen. Es genügen ja aber schon einige 
wenige Thatsachen und Zahlen , um die Legende zu 
zerstören und ihren bescheidenen Wahrheitskern an's 

Rahstede, La Rochefoucauld. 1 



Licht zu bringen. Als Descartes — fern von der Hei- 
math — verstarb, war Ludwig noch ein Kind. Und so 
wenig hatte der König, nach welchem man eine Lite- 
raturperiode taufen wollte, diesen grössten Denker seines 
Landes gewürdigt und verstanden, dass er (1667) das 
officielle Elogium für den Philosophen untersagen konnte. 
Keine grössere Theilnahme hat in Ludwigs Herzen der 
hervorragendste Dichter der Zeit erweckt: Pierre Cor- 
neille; in Moliere hat er viel mehr den geschickten 
Theaterdirector geehrt als den unsterblichen Poeten. 
Kalt auch steht er Pascal gegenüber; feindlich (wenn 
auch nicht ganz aus eigener Initiative) dem Port-Royal, 
dieser merkwürdigen Pflegstätte tiefinnerlichen religiösen 
Lebens und gleichzeitig einer still, aber mächtig wirken- 
den literarischen Reaction. 

Also: das Siecle de Louis XIV. ist wenig mehr 
als ein von der Schmeichelsucht (übrigens nicht Vol- 
taire's) erfundenes Phantom. Aber ein Ruhm aller- 
dings muss dieser Periode belassen werden : sie hat die 
französische Prosa den Gipfelpunkt erreichen sehen. 
Was vorher nur erst, wenn auch oft vielversprechend 
knospt und keimt — in diesem Zeitalter kommt es zu 
schönster Entfaltung. Wie öfters auch auf anderen 
Gebieten geistigen Lebens, zeigt es sich hierbei, dass 
nicht die „Leute von Fach" es sind, die wahrhaft 
schöpferisch auftreten, und die schliesslich das ent- 
scheidende, lösende Wort sprechen. Nicht die Schrift- 
steller von Beruf — so gewandt auch namentlich die 
Romanciers die Feder zu führen verstehen — haben 
die französische Prosa geschaffen, sondern Männer, deren 
Denken und Thun wenigstens scheinbar nach anderer 



— 3 — 

Seite hin gravitirte: die französische Prosa verdankt 
ihre Vollendung zum grossen Theil Soldaten, Juristen. 

Ebenso wenig wie Montaigne eigentlich Schriftsteller 
war, er der doch Grosses auf dem Gebiete des Prosa- 
Stils geleistet, war es d e r Autor, den näher zu würdigen 
die folgenden Seiten beabsichtigen. Soldat, Politiker, 
Hofmann und Moralist, all' das wollte La Rochefoucauld 
sein, jedoch — kein Schriftsteller. 

2. Die Familie der La Rochefoucauld, von der heute 
noch die Linie La Rochefoucauld - Liancourt existirt, 
reicht viele Jahrhunderte zurück. 2 

Tallemant des Reaux erzählt, dass sie von der 
Linie Lusignan abstamme und ihr erster Spross schon 
am Ende des 10. Jahrhunderts genannt werde. Begütert 
war der erste La Rochefoucauld in der Nähe von An- 
gouleme, dort lag das Gut La Roche, so genannt nach 
seinem Besitzer La Roche-Foucauld. 3 

Die Baronie La Roche wurde von König Franz I. 
zu Gunsten seines Pathen Franz L, Baron de la Roche- 
foucauld, im Jahre 1515 zu einer Grafschaft erhoben. 
Der Besitzer aber erhielt nebst dem Titel eines Grafen 
noch denjenigen eines Prinzen von Marcillac. Von 
dieser Zeit an führte jedesmal der älteste Sohn der 
Linie den Namen Franz. 

Das Leben der Familie muss in äusserst vornehmer 
und edler Weise verflossen seih. Kaiser Karl V., welcher 
im Jahre 1539 eine Reise durch Frankreich machte, 
stieg eines Tages in Verteuil ab, damals Residenz der 
La Rochefoucauld, gelegen in der Landschaft Angoumais. 
Als er den Ort nach kurzem Aufenthalt wieder verliess, 
erklärte er, niemals ein Haus angetroffen zu haben, 



— 4 — 

wo so viel Adel gepaart mit eben so grosser Tugend 
herrsche. Franz IV., Graf von La Rochefoucauld, war 
der Gastgeber gewesen. Dessen Sohn aber, Franz V., 
gab seinem Vater, was Tugend und Adel anbetraf, 
wenig nach. Ludwig XIII. schenkte ihm daher seine 
besondere Gunst. Im Jahre 1622 erhob er Franz V. 
zum Herzog von La Rochefoucauld und Pair von 
Frankreich. 4 

3. Franz VI. , 5 Herzog de La Rochefoucauld, 
Prinz von Marcillac ist als Herzog der zweite dieses 
Namens. Er wurde am 15. Dezember 1613 auf dem 
Schlosse Verteuil geboren. Seine Jugend fällt also in 
die Zeit, in welcher Frankreich unter der Regierung 
Ludwigs XIII. und seines allmächtigen Ministers steten 
Unruhen unterworfen war. Daher ist es nicht zu 
verwundern, dass auf eine wissenschaftliche Ausbildung 
des Prinzen Marcillac wenig Gewicht gelegt wurde. 
Sein Vater wollte ihn lieber zum Soldaten erziehen. 
Zudem war er bemüht auf seinen Sohn alle persönlichen 
Ehren zu übertragen. 

4. Der neue Herzog Hess daher den Sohn in seinem 
15. Jahre 6 in das Heer eintreten. Mit seinem 16. Jahre 
finden wir ihn kämpfend vor Casale und zwar als 
mestre-de-camp im Regiment d'Auvergne. In seinem 
17. Jahre erregte schon die Journee de dupes" 7 die 
jugendliche Phantasie unseres Autors. Bald nachher 
fiel sein Vater in Ungnade, weil er an der Verschwörung 
des Gaston von Orleans theilgenommen hatte. Franz V. 
wurde nach Blois verbannt, während sein Mitver- 
schworener, der Herzog von Montmorency, das Schaffet 
besteigen musste. (30. October 1632). 



5. Franz VI., welcher am Hofe geblieben war, ent- 
schlüpfte geschickt den Händen Richelieus; trotzdem 
er sich der Königin Anna sehr ergeben zeigte. Diese 
hatte durch die grenzenlose Güte ihres Wesens den 
Prinzen Marcillac leicht gewonnen. Als jugendlicher 
Ritter stand er in all' den Wirrnissen, welche die Zeit- 
läufte mit sich brachten, seiner Herrin treu zur Seite. 
Marcillac befand sich hierbei in sehr schwieriger Stellung, 
da der Kardinal bekanntlich die Königin auf das Er- 
bitterste verfolgte. 8 Aber trotz aller Ränke verliess 
Marcillac seine Königin nicht. Jugendlicher Unbe- 
sonnenheit, aber gewiss auch einem früh entwickelten 
Sinne für Recht und Gerechtigkeit ist es zuzuschreiben, 
dass er auf diese Weise sich die Gunst Richelieu's ver- 
scherzte. Im Jahre 1635 verliess er plötzlich Paris, 
weil er sich in Gefahr glaubte und eilte nach Corbie 
um gegen die Spanier zu kämpfen. Er zeichnete sich 
in diesem Kriege durch grosse Tapferkeit aus. Als der 
Frieden geschlossen, kehrte er nach Paris zurück. 
Kaum dort angelangt, begann er sofort wieder, sich 
mit der Königin in ein stilles Einvernehmen zu setzen. 
Dieses Mal aber ahnte nicht nur, sondern entdeckte 
Richelieu die Pläne der Königin und ihres treuen 
jugendlichen Ritters. Marcillac wurde alsbald vom Hofe 
entfernt und in eine Art Verbannung nach Blois ge- 
schickt. Während seines Aufenthaltes daselbst heirathete 
er ein Fräulein de Vivonne, jedoch wohl schwerlich 
aus Zuneigung, denn er schweigt seine Gattin in seinen 
späteren Schriften völlig todt. 9 Auch spricht für eine 
blosse Convenienzehe, dass Marcillac kaum verheirathet 
mit der Herzogin de Chevreuse in nähere Beziehungen 



_ 6 — 

trat. Er erzählt darüber in seinen Memoires: „Madame 
de Chevreuse etoit alors releguee ä Tours, comme j'ai 
dit. La Reine lui avoit donne bonne opinion de moi; 
eile souliaita de me voir, et nous fumes bientot dans 
une tres-grande liaison d'amitie. Cette liaison ne fut 
pas plus heureuse pour moi qu'elle avoit ete pour tous 
ceux qui en avoient eu avec eile; et je me trouvoi 
entre la Reine et Madame de Chevreuse. On me per- 
mit d'aller ä l'armee sans me permettre de demeurer 
ä la cour; et en allant ou en revenant, j'etois souvent 
charge par Tune oit par l'autre". 10 Marcillac war da- 
mals mit allen Vorzügen 1 l eines jugendlichen Helden 
ausgestattet. Seine Statur war vortrefflich, er hatte ein 
einnehmendes Wesen, eine hinreissende Beredsamkeit, 
eine vollendete Courtoisie, und was am meisten hervor- 
stach, er besass eine unerschöpfliche Fülle von Geist. 
Was Wunder, dass es dem Prinzen gelang, bald in 
nähere Beziehungen zu der Prinzessin aus dem vor- 
nehmen Hause der Rohan 12 zu treten. Aber wie er 
ja selbst erzählt, brachte ihm die Verbindung bald 
Verlegenheiten. Von Tours aus, wohin sie verbannt 
war, unterhielt die Herzogin einen geheimen Brief- 
wechsel mit Anna von Oesterreich und dem Hofe von 
Spanien. Marcillac wurde, durch Verführungskünste 
besiegt, bald mehr als ein Mitwissender. Wenige Zeit 
nachher empfing der Prinz die Erlaubniss an den Hof 
zurückzukehren. Zur Belohnung für die bezeigte Er- 
gebenheit erwies die Königin ihm viele Gunstbezeu- 
gungen. Aber diese waren nicht von langer Dauer, da 
Anna von Oesterreich plötzlich wie eine Gefangene be- 
handelt wurde. Der Kardinal hatte von dem Brief- 



Wechsel zwischen ihr und der Herzogin von Chevreuse 
Kenntniss erhalten. 

Durch einen abenteuerlichen Plan, der ihren ro- 
mantischen Sinn kennzeichnet, suchte die Königin der so- 
mit wieder drohenden Gefahr zu entgehen. Sie wollte, der 
getreue Marcillac sollte sie und ein Fräulein d'Hautefort 
entführen. Die Memoires erzählen: „Dans cette extre- 
mite abandonnee de tout le monde, manquant de toutes 
sortes de secours, et n'osant se confier qu'ä mademoi- 
selle d'Hautefort et ä moi, eile me proposa de les en- 
lever toutes deux et de les emmener ä Bruxelles. 
Quelques difficultes et quelque peril qui me parussent 
dans un tel projet; je puis dire qu'il me donna plus 
de joie que je n'en avois eu de ma vie, J'etois dans 
un äge oü Ton aime ä faire des choses extraordinaires 
et eclatantes, et je ne trouvois pas rien le füt l'avan- 
tage que d'enlever en meme temps la Reine au Roi son 
mari et au cardinal de Richelieu, qui en etait jaloux, 
et d'oter mademoiselle d'Hautefort an Roi, qui en etoit 
amoureux". Gewiss waren Entführungen damals an der 
Tagesordnung. Aber mit Recht bezweifelt man, dass 
ernstliche Vorbereitungen zu diesem Handstreiche ge- 
troffen wurden. Die weitere Entwickelung der Angele- 
genheit scheint dafür zu sprechen. Richelieu mag wohl 
vieles geahnt, kann aber nur wenig Positives entdeckt 
haben. Denn er erzielte beim Könige nur, dass dieser 
seine Gattin schwören Hess, jedweden Briefwechsel mit 
der Herzogin de Chevreuse abzubrechen. Gegen Mar- 
cillac hat der Kardinal in keinem Falle belastendes 
Material in der Hand gehabt, denn er musste ihn un- 
behelligt lassen. Es handelte sich nun natürlich darum, 



die ahnungslose Herzogin de Chevreuse, durch deren 
Einzelverhör leicht unliebsames an den Tag kommen 
konnte, zu verständigen. Wie leicht begreiflich, wurde 
Marcillac mit der Sendung betraut. Unter dem Vor- 
wande seine Gemahlin besuchen zu wollen, begab er 
sich nach Blois, und seiner Klugheit gelang es die 
Wachsamkeit derer zu täuschen, die ihn beobachteten. 
In Kürze hatte er seinen Auftrag erledigt, jedoch nicht 
mit ganzem Erfolge. Ein Irrthum verdoppelte die Miss- 
verständnisse. Es war zwischen der Herzogin und dem 
Fräulein d'Hautefort verabredet, class man ihr ein Buch 
in rothem Umschlage senden solle, wenn Gefahr im 
Anzüge wäre, in grünem aber im entgegengesetzten 
Falle. Hierbei kam nun eine Verwechselung vor, und 
die Herzogin aufs äusserste besorgt, beschloss sofort 
nach Spanien abzureisen. 14 

Der Erzbischof von Tours, ein Greis von 84 Jahren, 
verhalf ihr zur Flucht und gab ihr Empfehlungsbriefe, 
sowie auch eine genaue Beschreibung des Weges, den 
sie einzuschlagen hatte, mit. Die Herzogin reiste als 
Mann verkleidet ab, begleitet von zwei Reitknechten. 15 
Aber in ihrer Eile hatte sie beim Wechseln der Kleider 
die Papiere vergessen und bemerkte den Verlust erst, 
als sie in der Nähe von Verteuil war. 16 Gänzlich un- 
bekannt mit dem einzuschlagenden Wege, sandte sie 
sogleich ein Billet an den Prinzen Marcillac mit der 
Bitte, ihr in ihrer Nothlage beizustehen. 17 Marcillac 
besass nun wohl die Klugheit nicht selbst zu gehen, 
doch schickte er Pferde und Führer. 18 Die Herzogin 
sendete ihm ihre Diamanten 200,000 Thaler werth 
; ,zum Aufbewahren", aber sie Hess dabei bemerken, 



— 9 — 

dass, wenn ihr ein Unfall zustossen sollte, Marcillac 
dieselben „zum Andenken" behalten möge. Dann setzte 
sie ihre Reise nach Spanien fort. 

Richelieu, welcher bald Alles erfuhr, Hess sofort 
eine Untersuchung gegen den Prinzen einleiten. Mar- 
cillac wurde in Verteuil verhört und kurze Zeit darauf 
erhielt er den Befehl sofort nach Paris zu kommen. 
Dass Marcillac dem nur ungern Folge leistete, ist leicht 
zu begreifen. Seine Freunde 19 hatten zwar unterdessen 
schon versucht Richelieu zu besänftigen, aber es war 
ihnen nicht gelungen. Selbst die Vorhaltung, dass ein 
junger Mann, der durch ein noch stärkeres und inni- 
geres Band als das der Freundschaft an die Herzogin 
gefesselt, nicht anders hätte handeln können, verfing 
bei Richelieu nicht. Ueber das Verhör theilt La Roche- 
foucauld in seinen Memoires nachstehendes mit: ;; Je le 
vis, et il me parla avec beaucoup de civilite, en exa- 
gerant neanmoins la grandeur de ma faute, et quelles 
en pouvoient etre les suites, si je ne la reparois par 
Taveu de tout ce que je savois. Je lui repondis dans 
le meme sens de ma disposition; et comme je lui parus 
plus reserve et plus sec qu'on n'avoit accoutume de 
l'etre avec lui, il s'aigrit, et me dit brusquement que je 
n'avois donc qu'ä aller ä la Bastille. J'y fus mene le 
lendemain par le marechal de la Meilleraye, qui me 
servit avec beaucoup de chaleurs dans tout le cours 
de cette affaire qui tira parole du Cardinal que je n'y 
servis que huit jours". 20 

Die Gefangenschaft, 21 wenn sie auch nur 8 Tage 
währte, liess Marcillac die damalige Lage seines Vater- 
landes vielleicht deutlicher erkennen als zuvor. In der 



— 10 — 

Bastille befand sich mit ihm zugleich eine Menge Ge- 
fangene aus allen Schichten der Bevölkerung. Was 
er aus ihren Unterhaltungen erfuhr, vermehrte seinen 
Hass gegen den Minister, aber er musste auch erkennen, 
wie unnütz, ja unsinnig es wäre, gegen einen solchen 
Mann anzukämpfen, der alle Fäden der Macht des Staates 
in seiner Hand vereinigt hatte und sie mit ebensoviel 
Umsicht als Festigkeit leitete. Trotzdem versäumte er 
nicht, sofort nach seiner Freilassung nach Ruel zum 
Kardinal zu eilen und ihm für die Gunst einer so kurzen 
Haft zu danken. — Gewiss also, dass Marcillac dem 
allmächtigen Minister gegenüber weit weniger uner- 
schrocken gewesen, als er später bemüht ist, es glauben 
zu machen. Dann kehrte er in die Verbannung, d. h. 
nach Verteuil zurück. Er war entschlossen ruhig den, 
wie er glaubte, bevorstehenden Tod des Kardinals und 
damit einen Umschwung der politischen Lage abzuwarten. 
Diese Resignation wirkte beruhigend auf sein Wesen und 
öffnete damals zuerst sein Herz für die Liebe seiner 
Angehörigen. 22 Dazu fühlte er sich reich belohnt für 
die überstandene Gefahr durch das Wohlwollen der 
Königin, die Freundschaft und Achtung des Fräuleins 
von Hautefort und die Erkenntlichkeit der Herzogin 
von Chevreuse. Auch hoffte La Rochefoucauld noch 
immer darauf, dass er für seine Treue einst von der 
Königin werde reich belohnt werden. Was seine Be- 
ziehungen zu dem Fräulein d'Hautefort anbelangt, so 
ist sie ihm jedenfalls mehr als Freundin gewesen. Es 
ist unmöglich zu glauben, dass Marcillac, der so leicht 
zu Entflammende, ihrer Schönheit gegenüber sollte kalt 
geblieben sein. Mme. de Motteville sagt über das 



— 11 — 

Fräulein d'Hautefort: „Mais je m'arreterai seulement ä 
mademoiselle de Hautefort, qui fit aussitot qu'elle fut 
ä la cour, de plus grands effets que toutes les beautes, 
dont je viens parier. Ses yeux etoient bleus, grands et 
pleins de feu; ses dents Manches et egales, et son teint 
avoit le blanc et Fincarnat necessaires ä une beaute 
blonde. Le nombre de ceux qui l'aimerent fut grand; 
mais leurs chaines furent dures ä porter ; car quoiqu'elle 
fut bonne, eile n'etoit pas tendre et plutot severe que 
dure, et naturellement railleuse". 23 Freilich spricht ja 
auch La Kochefoucauld sich über eine Art Liaison, 
welche zwischen ihm und dem Fräulein cVHautefort 
bestanden habe, in seinen Memoires aus : „La Reine 
Taimoit (Mlle. de Chemerault); eile etoit amie de Mlle. 
de Hautefort et la mienne, et eile contribuoit encore ä 
notre liaison". 24 — 

Nach der Einnahme von Hesdin am 30. Juni 1639 
erlaubte der König dem Prinzen Marcillac wieder in's 
Heer einzutreten. An dem Tage der Schlacht bot 
Richelieu Marcillac, um ihn an sich zu fesseln und weil 
er seine Fähigkeiten wohl erkannte, den Grad eines 
Feldmarschalls an. Dies jedoch war wider der Königin 
Sinn 25 und so kehrte Marcillac, jedoch nicht ohne Ab- 
schied von Richelieu und ohne ihm für die guten Ab- 
sichten gedankt zu haben, nach Verteuil zurück. 

Nach zwei Jahren stiller Zurückgezogenheit sah er 
sich wieder in das Schaukelspiel der Hofintrigue gezogen. 
Die Königin hatte im Verein mit dem „ grand ecuyer 
von Frankreich", Cinq-Mars, 20 dem jungen de Thou 27 
den Auftrag ertheilt, Marcillac zu benachrichtigen, dass 
er sich zu einem wichtigen Ereignisse bereit halte. 



— 12 — 

Man beabsichtigte nichts geringeres als die Spanier 
gegen Richelieu zu Hilfe zu rufen. Glücklicherweise 
aber wurde die Verschwörung entdeckt, bevor Marcillac 
sich daran betheiligt hatte. Der junge de Thou musste 
seine Ergebenheit für die Königin und den faden Cinq- 
Mars auf dem Schaffote büssen. Fräulein d'Hautefort 
als der Königin sehr ergeben wurde in die Verbannung 
geschickt. ~ s 

Trotzdem er so hinlänglich hätte gewarnt sein 
sollen, konnte Marcillac sich nicht enthalten, die Flucht 
de Montresors, eines der hauptsächlichsten Verschwörer, 
zu begünstigen; freilich liess ihn diese That, so lange 
der Kardinal lebte, keine ruhige Stunde mehr verbringen. 

Am 4. Dezember 1642 aber starb endlich Richelieu 
und ein halbes Jahr später Ludwig XIII. Marcillac, 
der einst so sehr den Tod des Kardinals herbeigewünscht 
hatte, war persönlich gewiss froh, von so vielen Ver- 
folgungen endlich befreit zu sein, andererseits aber ver- 
kannte er nicht, welch unwiderbringlichen Verlust Frank- 
reich durch das Hinscheiden seines egoistischen und 
gewaltthätigen, aber auch genialen und zweckbewussten 
Staatsmannes erlitte. Ungefähr 15 Jahre später schrieb 
er Folgendes darüber nieder: „Quelque joie que dussent 
recevoir ses ennemis de se voir ä couvert de tant de 
persecutions, la suite a fait connoitre que cette perte 
fut tres-prejudicable ä PEtat, et que comme il en avoit 
change la forme en tant de manieres, lui seul la pou- 
voit maintenir utilement, si son administration et sa 
vie eussent ete de plus longue duree. Nul que lui 
n'avoit bien connu jusqu'alors toute la puissance du 
royaume, et ne l'avoit su remettre entiere entre les 



— 13 — 

mains du souverain. La severite de son ministere avoit 
repandu beaucoup de sang; les grands du royaume 
avoient ete abaisses, les peuples avoient ete charges 
d'impositions : mais la prise de la Rochelle, la ruine du 
parti huguenot, Fabaissement de la maison d'Autriche, 
tant de grandeur dans ses dessins, tant de hardiesse ä 
les executer, doivent etouffer les ressentiments particu- 
liers, et donner ä sa memoire les louanges qu'elle a 
justement meritees." 29 — 

Richelieu todt — und der König in einem Zustande 
jeden Augenblick in's Grab sinken zu können — beides 
liess Anna von Oesterreich stets daran denken, die 
Zügel der Regierung in die Hand zu nehmen. Und 
Marcillac, was konnte er nicht Alles erhoffen, wenn die 
Königin ihm das gewährte, was sie einst versprochen. 
Er sah sich schon wieder am Hofe und träumte von 
einer Zukunft, welche ihm die höchsten Ehrenstellen 
und einen unsterblichen Ruhm bringen sollte. Er erhielt 
— nichts! Als ob die Seele Richelieus noch immer den 
Conseil belebte, so regierte man auch ferner stets nach 
seinem Willen. Der Minister, 30 welcher durch ihn sein 
Amt erhalten, vereinigte, wie sein Vorgänger, alle Ge- 
walt in seinen Händen. Anna von Oesterreich übernahm 
die Regentschaft, Mazarin aber die Regierung. 

Es ist bekannt, dass unter des Herzogs von Beaufort 
Führung sich eine Partei Missvergnügter 3 1 unter dem 
Namen der Importants wider Mazarin erhob. Weder 
mit diesen, noch mit dem Minister wollte es Marcillac 
verderben, so erwarb er sich weder das Zutrauen der 
Importants noch die Sympathie des Kardinals. Immer 
noch baute er seine Hoffnung auf die Königin, indem 



— 14 — 

er glaubte, dass sie ihm doch einst die vielen Dienste, 
die er ihr geleistet, belohnen würde. 

6. Mazarin, der in der Diplomatie Marcillac bei wei- 
tem überlegen, 32 setzte Alles daran ihn zu zwingen, dass 
er offen Farbe bekenne. Dem Minister war das Tragen 
auf beiden Schultern verhasst. Marcillac nahm dieses 
nicht so schwer, sein leichter Character Hess solche zwei- 
deutige Handlungen zu. Ausserdem war er noch immer 
mit der Herzogin von Chevreuse liirt. Seinen Bemü- 
hungen war es gelungen, dass sie an den Hof zurück- 
kehren durfte, 33 aber kaum wieder dorthin gelangt, 
vergass sie alle die guten Rathschläge, welche Marcillac 
ihr gegeben. Aergerlich darüber, dass sie nicht mehr 
den früheren Einfluss auf die Königin besass, begann 
sie nun auch gegen Mazarin zu intriguiren. Aber ver- 
gebens, denn dieser hatte das Herz der Königin für sich 
gewonnen. Es hatte sich bewahrheitet, was Ludwig XIII. 
einst gesagt hatte, als er der Königin Mazarin vor- 
stellte: „Er wird Ihnen gefallen, Madame, er hat viele 
Aehnlichkeit mit Buckingham". 34 Der Kardinal Richelieu 
war der Königin immer energisch entgegengetreten, 
Mazarin dagegen lag ihr zu Füssen und auf diese Weise 
gelang es ihm bald ihr unumschränkter Gebieter zu 
werden. Ein Zeitgenosse La Rochefoucauld's, de Montglat, 
erzählt in seinen Memoires: „Tellement qu'elle se trou- 
voit contrainte d'en demander l'avis au cardinal Mazarin 
qui lui resolvoit les affaires aussitot. Cela l'accoutuma 
dans les affaires epineuses, ä le consulter plutot que 
lui: et ainsi la creance du cardinal augmenta insen- 
siblement pres d'elle et celle de Teveque diminua". 35 
Diese Wendung der Dinge hatte Marcillac nicht vorher- 



— 15 — 

gesehen und Mazarin trug nicht dazu bei, dass jener 
das alte Vertrauen der Königin wieder erhielt. Mar- 
cillac wurde bald inne, wie wenig er noch in der Gunst 
Anna's von Oesterreich stand. Als einst der Kardinal 
wieder einmal die Wünsche des Prinzen nicht erfüllen 
wollte, eilte er zur Königin, um sich bei ihr zu be- 
schweren. Doch diese liess ihn hart an und forderte 
bestimmt von ihm, dass er augenblicklich mit der Her- 
zogin von Chevreuse brechen sollte. Marcillac befand 
sich in einer schwierigen Lage. Mit der Herzogin sollte 
er brechen und dafür die Freundschaft Mazarin's er- 
werben, — er wollte weder das Eine noch das Andere. 

Jedoch nicht lange nach diesem Vorfall änderte 
der Prinz seinen Sinn. Als aufs Neue seine Ergeben- 
heit gegen die Herzogin keine Anerkennung fand, ver- 
liess er diese, trotzdem er kurze Zeit vorher der Königin 
versichert hatte, sich nicht von der Herzogin zurück- 
ziehen zu können, ohne geheiligte Pflichten zu verletzen. 
Aber nicht nur der Herzogin, sondern auch der Königin 
und Mazarin wandte Marcillac hierauf den Rücken und 
ging nun zu den Feinden des Ministers über. Sein 
Scharfsinn liess ihn aber erkennen, dass es geboten sei, 
selbst jetzt noch nicht mit den Importants völlig einen 
Weg zu gehen. So vermied er deren plötzlichen Sturz. 
Als er schliesslich einsah, dass am Hofe Alles für ihn 
verloren sei, ging sein ganzes Streben nur noch dahin, 36 
der Königin sowohl, wie auch Mazarin die Hand fühlen 
zu lassen, welche sie von sich gestossen. 

7. Für Marcillac erschien ein neuer Stern in der 
Herzogin von Longueville. Anne-Genevieve de Bourbon 
wurde im Jahre 1619 zu Vincennes geboren. Sie war die 



— 16 — 

Tochter des Henri de Bourbon, Prinzen von Conde und 
der Charlotte-Marguerite, Prinzessin von Conde. Anne- 
Genevieve war von der Natur mit eben so viel Schön- 
heit wie Geist ausgestattet, welch' letzteren sie stets aufs 
beste zu verwerthen wusste. Schon aus ihrem 13. Le- 
bensjahre ist ein liebenswürdiger Zug erhalten. Sainte- 
Beuve erzählt hierüber: „Elle avait treize ans (1632) 
quand son oncle Montmorency fut immole ä Toulouse 
aux vengeances et ä la politique du Cardinal; cette 
jeune niece, frappee dans sa fierte comme dans sa ten- 
dresse d'un coup si sensible, eüt volontiers imite Pau- 
guste veuve et voue des lors son deuil ä la perpetuite 
monastique. Cependant sa mere commenga ä craindre 
trop de penchant en eile vers les bonnes carmelites; 
eile croyait trouver que ce blond et angelique visage 
ne s'appretoit pas ä sourire assez au monde brillant 
qui l'allait juger sur les premiers pas. A quoi Mlle. de 
Bourbon repondait avec une flatterie instinctive qui 
dementait dejä les craintes: „Vous avez, Madame, 
des gräces si touchantes que comme je ne vais 
qu'avec vous et ne parais qu'apres vous, on ne 
m'en trouve point". 38 Die Erziehung des Mädchens 
war eine vortreffliche, sie genoss dieselbe hauptsächlich 
im Hotel de Rambouillet, wo sie durch ihren Bruder, 
den Herzog von Enghien eingeführt wurde. Als die 
Prinzessin ihr 23. Jahr erreicht hatte, verheirathete 
man sie mit dem Herzog von Longueville, welcher be- 
reits 47 Jahre zählte. 

Ihre Schönheit, die schon in frühester Jugend ihr 
einen ausserordentlichen Ruf verschaffte, brachte bei 
ihrem Erscheinen eine wahre Revolution unter den 



— 17 — 

Kavalieren hervor. Trotzdem die Blattern, welche die 
Prinzessin einst befallen, eine Spur auf ihrem Antlitz 
zurückgelassen, war ihre Schönheit doch noch immer 
eine unvergleichliche. „Pour ce qui regarde Mme. de 
Longueville", sagt Retz, „la petite veröle lui avoit öte 
la premiere fleur de sa beaute, mais eile lui en avoit 
laisse presque tout eclat, et cet eclat, Joint ä sa qualite, 
ä son esprit et ä sa langeur qui avoit en eile un charme 
particulier, la rendit une des plus aimables personnes 
de France". 39 Dieses Lob ist vielleicht ein übertrie- 
benes. Der Bischof de Grasse, ein guter Freund der 
Prinzessin, glaubte wahrer sein zu müssen, indem er 
seinem Glückwunsch zu ihrer Genesung hinzufügte: „Je 

loue Dieu de ce qu'il a conserve votre vie 

Pour votre visage un autre que moi se rejouira avec 
plus de bienseance qu'il n'est pas gate. Mlle. Paulet 
me la manda. J'ai si bonne opinion de votre sagesse, 
que je crois que vous eussiez ete bien aisement con- 
solee si votre mal y eüt laisse des marques. Elles sont 
souvent des caracteres qu'y grave la divine Misericorde, 
pour faire lire aux personnes qui ont trop aime leur 
teint que c'est une fleur sujette ä se fletrir devant que 
d'etre epanouie, et puis, par consequent, ne merite pas 
qu'on la mette au rang des choses que Ton peut ai- 
mer". 40 Mme. de Motte ville geht entschieden zu weit 
in einem Portrait, das sie von der Herzogin von Lon- 
gueville entworfen: „Si eile dominoit les ämes par 
cette voie, celle de sa beaute n'etoit pas moins puis- 
sante; car, quoiqu'elle eüt perdu quelque peu de la 
perfection de son teint, Feclat de ses charmes attiroit 
toujours rinclination de ceux qui la voyaient; et sur- 

JJahstede, La Rochefoucauld. 2 



— 18 — 

tout eile possedoit au souverain degre ce que la langue 
espagnole exprime par ces mots de donayre, brio, y 
bizarie (bon air, air galant). Elle avoit la taille ad- 
mirable, et Fair de sa personne avoit un agrement 
dont le pouvoir s'etendoit meme sur notre sexe. II 
etoit impossible de la voir sans Paimer et sans desi- 
rer de lui plaire. Sa beaute neanmoins consistoit plus 
dans les couleurs de son visage que dans la perfection 
de ses traits. Ses yeux n'etoient pas grands, mais 
beaux, doux et brillans, et le bleu en etoit admirable: 
il etoit pareil ä celui des turquoises. Les poetes ne 
pouvoient jamais comparer qu'aux lis et aux roses le 
blanc et Pincarnat qu'on voyoit sur son visage; et ses 
cheveux blonds et argentes, et qui accompagnoient tant 
de choses merveilleuses , faisoient qu'elle ressembloit 
beaucoup plus ä un ange, tel que la faiblesse de notre 
nature nous les fait imaginer, que non pas a une femme. 

Poco grana, y moucha nieve, 
Van competiendo en su cara, 
Y entre lirios, y iasmines, 
Assomanse algunas rosas. 41 

So sprechen die Zeitgenossen von der Schönheit 
der Herzogin von Longueville. 42 Gewiss trug dieselbe 
dazu bei, stets eine Art von Hof um sie zu versammeln, 
wenn auch nicht zu leugnen ist, dass viele derselben 
aus Egoismus der Herzogin huldigten. Jedermann 
wusste, wie abgöttisch diese ihren Bruder, den Herzog 
von Enghien liebte, und somit es genügte von der 
Prinzessin empfangen worden zu sein, um von dem 
Prinzen gerne gesehen zu werden. 43 



— 19 — 

Kein Wunder also, wenn Marcillac bei seinen 
grossen Vorzügen bald ein erklärter Liebling der Herzogin 
wurde. Er war hierbei wieder vom grössten Glücke 
begünstigt, wenn man überhaupt bei einer solchen 
Liaison, [die leider fast zur Sitte des Jahrhunderts ge- 
worden war] welche ihn in die Intriguen der Parteien, 
wie auch in den Bürgerkrieg verwickelte, von Glück 
reden kann. 

Kurze Zeit nach der Anknüpfung dieses Verhält- 
nisses reiste die Herzogin von Longueville mit ihrem 
Gemahl nach Münster ab, 44 welcher dahin als Frie- 
densvermittler gesendet wurde. Zuerst war ein Anderer 
für diesen Posten ausersehen worden, aber Mazarin hielt 
es für besser den Herzog von Longueville zu schicken, 
wie V. Cousin angiebt : „Pour eloigner de la cour 
un prince capable d'y exciter des troubles". 45 Jeden- 
falls aber hatten noch andere Gründe diese Wahl be- 
stimmt, z. B. dass des Herzogs von Longueville Ge- 
mahlin die Schwester des Herzogs von Enghien war 
und dadurch das Haus Conde repräsentirte. Aber 
ausserdem war auch wieder die grosse Schönheit der 
Herzogin ein bedeutender Faktor bei dieser Wahl ge- 
wesen. Am 30. Juni 1645 kam die Gesandtschaft in 
Münster an. 

Zu gleicher Zeit ging der Herzog von Enghien als 
Oberbefehlshaber der französischen Armee, an Stelle 
Turenne's, an den Rhein. Marcillac, der sich soeben 
das Gouvernement von Poitou gekauft hatte, verliess 
Poitou, und folgte dem Herzog zum Heere. Dieser 
Feldzug war für Marcillac nicht sehr glücklich, indem 
er bei der Einnahme von Mardick 1646 drei Schüsse 46 



— 20 — 

empfing, in Folge deren er lange das Bett hüten musste. 
In Paris, wohin er gebracht worden, erhielt er die liebe- 
vollste Pflege, genass aber nur langsam wieder. Während 
der langen Reconvalescenz bereiteten sich in seinem 
stets zu neuen Intriguen aufgelegten Geiste die wunder- 
barsten Dinge vor. 

Die Herzogin von Longueville hatte Münster nach 
längerem Aufenthalte wieder verlassen 47 und kehrte im 
Bewusstsein, alle nur möglichen Huldigungen empfangen 
zu haben, nach Paris zurück. Marcillac war zu dieser 
Zeit wieder genesen und bildete daher sofort ein Glied 
in dem Kreis der Verehrer, der beständig die Herzogin 
umgab. Ihre unwiderstehlichen blauen Augen übten 
eine zu grosse Anziehungskraft auf die Kavaliere aus. 
So leicht näherte sich Keiner der Herzogin, ohne dass 
er nicht von der heftigsten Leidenschaft für sie beseelt 
wurde. 48 Doch Keinem war es gelungen, irgend eine 
Gegenempfindung bei der Prinzessin zu erwecken, — 
ausser Marcillac. Dieser aber war ein zu grosser Egoist, 
und deshalb war er bestrebt, die aufkeimende Liebe im 
Dienste des Ehrgeizes für sich zu verwenden. 49 Die 
entstehende Liebe verwandelte sich bald in eine leiden- 
schaftliche, welche zum ersten Male für längere Zeit in 
dem Herzen des Prinzen Stand hielt. Mme. de Motte- 
ville erzählt über die Art dieser Zuneigung: „Le prince 
de Marcillac s'etoit donne ä Mme. de Longueville d'une 
maniere un peu plus tendre, joignant les sentiments du 
coeur ä la consideration de sa grandeur et de sa for- 
tune. Ce don parut tout entier aux yeux du public, 
et il sembla ä toute la cour que cette princesse le 
regut avec beaucoup d'agrement. Dans tout ce qu'elle 



— 21 — 

a fait depuis, on a coimu clairement que 1'ambition 
n'etoit pas la seule, qui occupoit son äme, et que les 
interets du prince de Marcillac y tenoient une grande 
place. Elle devint ambitieuse pour lui; eile 
cessa d'aimer le repos pour lui; et pour etre sensible 
ä cette affection, eile devint trop insensible ä sa propre 
gloire". 50 La Rochefoucauld selbst entblödet sich nicht 
über das Mittel in seinen Memoires zu sprechen, wie er 
die Herzogin gewann, es heisst daselbst: „Cette prin- 
cesse avoit tous les avantages de Tesprit et de la beaute 
en si haut point et avec tant d'agrement qu'il sembloit 
que la nature avoit pris plaisir de former un ouvrage 
parfait et acheve .... Mais ses belles qualites etoient 
moins brillantes ä cause d'une tache qui ne s'est jamais 
vue en une princesse de ses merites qui est que, bien 
loin de donner la loi ä ceux qui avoient une parti- 
culiere adoration pour eile, eile se transformoit si fort 
dans leurs sentiments qu'elle ne reconnoissoit point les 
siens propres. En ce temps-lä le prince de Mar- 
cillac avoit part dans son esprit et comme il joignoit 
son ambition ä son amour, il lui inspira le desir des 
affaires, encore qu'elle y eüt une aversion naturelle". 51 
Lange Zeit bevor Marcillac der Herzogin von Lon- 
gueville näher getreten, also auch einige Zeit bevor 
diese nach Münster abgereist war, hatte sich ein Anderer 
um die Gunst derselben beworben. Aber wie Alle, so 
bemühte sich auch dieser vergebens. Es war Marcillac' s 
intimster Freund, der ebenso tapfere wie vornehme und 
schöne Graf de Miossens. 52 Vielleicht hätte der Graf 
dieses ewige hoffnungslose Ringen nach Gegenliebe nicht 
ertragen, wenn nicht die Eigenliebe dabei im Spiele 



— 22 — 

gewesen wäre. Er war klug genug seiner Umgebung 
stets den Anschein zu geben, als hätte er noch immer 
Aussicht auf Erfolg. Marcillac, welcher geduldig dieses 
vergebliche Bemühen einige Zeit mit angesehen, glaubte 
endlich aus der Freundschaft und dem Vertrauen einen 
grösseren Vortheil für sich ziehen zu können, als dieses 
für Miossens je möglich gewesen wäre. Doch lassen wir 
La Rochefoucauld selbst erzählen: „Tant d'initulite et 
tant de degoüts me donnerent enfin d'autres pensees, 
et me firent chercher des voies perilleuses pour te- 
moigner mon ressentiment ä la Reine et au cardinal. 

La beaute de Madame de Longueville, son esprit, 
et tous les charmes de sa personne attacherent ä eile 
tout ce qui pouvoit esperer d'en etre souffert. Beau- 
coup d'hommes et de femmes de qualite essayerent de 
lui plaire, et, pardessus les agrements de cette cour 
Madame de Longueville etoit alors si unie avec toute 
sa maison et si tendrement aimee du duc d'Enghien 
son frere, qu'on pouvoit se repondre de l'estime et de 
Pamitie de ce prince quand on etoit approuve de Ma- 
dame sa sceur. Beaucoup de gens tenterent inutile- 
ment cette voie, et melerent d'autres sentiments ä ceux 
de l'ambition Miossens, qui depuis a ete marechal de 
France, s'y opiniätra le plus longtemps, et il eut un 
pareil succes. J'etois de ses particuliers amis et il 
me disoit ses desseins; ils se detruisirent bientot 
d'eux - memes ; il la connut et il me dit plusieurs 
fois qu'il etoit resolu d'y renoncer; mais la vanite qui 
etoit la plus forte de ses passions, Pempechoit souvent 
de me dire vrai , et il feignoit des esperances qu'il 
n'avoit pas et que je savois bien qu'il ne devoit pas 



avoir. Quelque temps se passa de la sorte, et j'eus 
enfin sujet de croire que je pourrois faire un usage 
plus eonsiderable que Miossens de Tamitie et de la 
confiance de Madame de Longueville. Je Tun fis con- 
venir lui-ineme; il savoit Tetat ou j'etois ä la cour; 
je lui dis mes vues, mais que sa consideration me re- 
tiendroit toujours et que je n'essayerois point de pren- 
dre des liaisons avec Madame de Longueville, s'il ne 
m'en laissoit la liberte. J'avoue meme que je Paigris 
expres contre eile, pour Pobtenir, sans lui rien dire 
toutefois qui ne füt vrai. II me la donna toute en- 
tiere; mais il se repentit de me Pavoir donne, quand 
il vit les suites de cette liaison". 53 

Man kann aus dem eben gegebenen Citate auf 
Marcillac's Character schliessen. Wer so gegen seinen 
besten Freund handelte, zu welchen anderen Dingen 
wäre der nicht fähig gewesen! Die Revue des deux 
Mondes urtheilt über Marcillac: „L'attrait s'en mela 
sans doute; Timagination et le desir s'y entr'aidaient. 
M. de La Rochefoucauld aimait les belies passions 
et les croyait du fait d'un honnete homme. Quel 
plus bei objet pour s'y appliquer. Mais tout cela, ä 
Torigine du moins, n'est-ce pas du parti pris?* 54 

Niemand hat wohl so viele Vorzüge um gefallen 
zu können auf einmal besessen, als Marcillac, 55 aber 
Keiner hat sie auch so auszunutzen verstanden, wie 
gerade er. Oft indess geschah es, dass ihm dasjenige 
fehlte, was einen unwiderstehlichen Reiz auf die Frauen 
ausübt, nämlich die Fähigkeit zu hingebender leiden- 
schaftlicher Liebe. Marcillac gab sich alsdann den 
Anschein, als sei sein Herz wirklich von Leidenschaft 



— 24 — 

erfüllt. Wie man gesehen, hatte er dieses Verfahren 
auch bei der Herzogin von Longueville angewandt. 
Auch Victor Cousin bestätigt dieses: „La Rochefou- 
cauld plut sans doute ä Madame de Lougueville par 
les graces de son esprit et les agrements tres-suffisants 
de sa personne, surtout par cette aureole de haute 
chevalerie que lui avoit donnee sa conduite envers la 
reine, et qui devait eblouir une eleve de l'hotel de 
Rambouillet. II Pentoura d'hommages inte- 
ress6s et en apparence les plus passionnees 
du monde. A mesure qu'il s'insinuait dans son coeur 
il aimait habilement ce desir de paraitre et de pro- 
duire de reffet, assez naturel ä une femme . . . , a 56 

Die Herzogin von Longueville war, so lange sie 
in Münster geweilt hatte, stets der Mittelpunkt der 
sich drängenden Festlichkeiten gewesen. 57 Natürlich 
hatten diese nicht dazu beigetragen in ihr den Ge- 
schmack für die noblen Passionen zu schwächen, im 
Gegentheil sie hatten denselben stets gesteigert. Sie 
erinnerte sich nicht mehr, dass sie in Paris nie die 
innere Befriedigung gefunden, die sie gesucht. Alle, 
die um ihre Neigung sich beworben, waren stets dazu 
hingerissen worden durch ihre Erscheinung. Keiner 
aber hatte in ihrem Herzen eine Spur von Theilnahme 
erzeugt. — Da mit einem Male änderte sich die 
Scene! — Das Mitleid, welches schon so oft die här- 
testen Herzen besiegt hatte, verfehlte auch hier seine 
Wirkung nicht. Für Marcillac, diesen leidenschaftlichen, 
zärtlichen stets mit Undank belohnten Mann konnte 
sie nicht nur etwas sein, sie konnte auch etwas für 
ihn thun. 58 Was verlangte er denn? — Im Gegensatz 



— 25 — 

zu den arideren Kavalieren, welche stets eine voll- 
ständige Hingabe für sich beansprucht hatten, wünschte 
er nur, dass sie für ihn handle. 

Gewiss ist, dass Marcillac ihr oft Dinge gesagt, 
welche nur zwischen Verlobten zur Sprache kommen. 
Ebenso gewiss ist aber auch , dass er in ihr die Mei- 
nung hervorrief, sie sei zur Herrscherin geboren, sie 
eigentlich müsse die leitenden Fäden der Regierung in 
ihre zarten Hände nehmen. Wirklich brachte Marcillac 
es dahin, dass die Herzogin selbst von ihrer Geistes- 
grösse überzeugt ward. Daher musste sie auch Mar- 
cillac lieben, weil er der einzige war, der dieses Gefühl 
des Stolzes und des Ehrgeizes bei ihr erweckt hatte 
und der sie allein verstand. So glaubte sie wenig- 
stens und deshalb gab sie ihm Alles, was sie zu geben 
vermochte. Victor Cousin fügt dieses in die Zeilen zu- 
sammen: „Madame de Longueville, touchee de la pas- 
sion que lui montrait La Rochefoucauld, une fois 
qu'elle eut pris le parti d'y repondre, en se donnarit 
se donna tout entiere . . . , u 59 Alles gab die Her- 
zogin hin für das Verhältniss mit La Rochefoucauld, 
sie opferte ihm ihre eigenen Interessen, das Glück 
ihrer Familie, ja sogar die Liebe zu ihrem Bruder. 
So stürzten sie sich beide muthig in die Wirrnisse, 
welche über Frankreich hereinbrachen. Hand in Hand 
traten sie von jetzt ab als vereinigte erbitterte Gegner 
gegen die Königin und den Kardinal Mazarin auf. Sie 
kämpften die schlimme Zeit der Fronde gemeinschaft- 
lich durch. 

Nach La Rochefoucauld zu urtheilen hat es den 
Anschein als sei er der Spielball der Frau von Longue- 



— 26 — 

ville gewesen. Stets sucht er in seinen Memoires in 
den Vordergrund zu drängen, dass er von der Herzogin 
in all' die Wirrnisse hineingezogen sei. Aber wenn 
man recht überlegt und klar ergründet, so ist es ge- 
rade La Rochefoucauld gewesen, der die Herzogin an 
sich kettete und für seine Pläne einnahm. Betrachte 
man nun den Zweck, den sie beide verfolgten. La 
Rochefoucauld suchte stets sein eigenes Interesse, Frau 
von Longueville dagegen hatte nur La Rochefoucauld's 
Vortheil im Auge. Um dies letztere festzustellen ist 
eine Prüfung des ganzen Verhältnisses nöthig. 

Als im Jahre 1647 La Rochefoucauld seine Wün- 
sche von Seiten Mazarin's nicht erfüllt sah, ward er 
gegen den Minister eingenommen. Bald gelang es ihm 
auch die Herzogin von Longueville mit dem Kardinal 
zu verfeinden. Hierbei nahm er zum Vorwand, dass 
Mazarin dem Conde nicht das leistete, was er ihm 
schuldete. Man lese nur in seinen Memoires: ;; Mme. 
de Longueville, dont j'avais alors toute la confiance, 
sentoit aussi vivement que je le pouvois desirer la con- 
duite du cardinal Mazarin envers le duc d'Enghien, 
pour les interets de sa maison". 60 Im Jahre 1648, 
bevor La Rochefoucauld zu der Partei der Fronde 
übertrat, versuchte er zum letzten Male Mazarin zu 
gewinnen. Er bat den Minister ihm dieselben Rechte 
für sein Haus zu verleihen, wie sie dem Hause Rohan 
und anderen verliehen waren. Der Kardinal versprach 
es auch, aber er hielt sein Wort nicht. La Rochefou- 
cauld erzählt selbst darüber: „J'en parloi au Cardinal 
en partant; il me promit positivement de me Taccorder 
dans peu de temps, mais qu'ä mon retour j'aurois les 



— 27 — 

premiers lettres de duc qu'on accorderoit, afin que ma 
femme eüt cependant le täbouret. J'alloi en Poitou, 
comme j'ai dit, dans cette attente, et j'y pacifioi les 
desordres; mais j'appris que bien loin de me tenir les 
paroles que le cardinal m'avoit donnees, il avoit ac- 
corde des lettres de duc ä six personnes de qualite 
sans se souvenir de moi". 61 Als La Rochefoucauld 
Alles verloren sah, ergriff er andere Massregeln. Jetzt 
benutzte er die Herzogin von Longueville. Diese, die 
allen seinen Wünschen auf das bereitwilligste nachkam, 
war schon in Unterhandlungen mit dem Coadjutor und 
dem Parlament getreten. Bald darauf gewann sie Conti 
und ihren Gemahl, aber brachte ihren Bruder Conde 
gegen sich auf. Sie hing aber so vollständig von La 
Rochefoucauld ab, dass sie, weil sie selbst unsicher 
in dieser Intrigue war, ihn bat, schnell zu kommen und 
weiter zu bestimmen. Unser Autor schreibt selbst: 
„Elle me mandoit encore qu'on esperoit d'y engager le 
prince de Conde; qu'elle ne savoit quelle conduite eile 
devoit tenir dans cette rencontre, ne sachant pas mes 
sentiments, et qu'elle me prioit de venir en diligence 
ä Paris pour resoudre ensemble si eile devoit avancer 

ou retarder ce projet et j'arrivoi ä 

Paris avec tout le ressentiment que je devois avoir. 
J'y trouvoi les choses comme Mme. de Longueville 
m'avoit mande; mais j'y trouvoi moins de chaleur, soit 

que le premier mouvement füt passe Mme. de 

Longueville meme y avoit expres forme des difficultes, 
pour me donner le temps d'arriver et me rendre plus 
maitre de decider: je ne balangoi point ä la faire, et 
je sentis un grand plaisir de voir qu'en quelque etat 



— 28 — 

que la durete de la Reine et la haine du Cardinal 
eussent pu me reduire, il me restoit encore des moyens 
de me venger d'eux". 62 

Als die Herzogin auf diese Weise in die Fronde 
hineingezogen war, ging sie entschlossen vorwärts. 
Schonungslos überlieferte sie den unerfahrenen Prinzen 
Conti an La Rochefoucauld; sogar ihren Gemahl, der 
den Bürgerkrieg keineswegs billigte, überredete sie 
sich daran zu betheiligen. Sie ging noch weiter. Um 
ihre Mutter nicht an den Hof begleiten zu müssen, gab 
sie vor schwer erkrankt zu sein. Es war grenzenlos, 
was sie für La Rochefoucauld that. Sie entzweite sich 
sogar mit ihrem Bruder Conde, den sie einst so sehr 
geliebt. Natürlich war ganz Paris erstaunt, indem jeder 
Anne de Bourbon's schwärmerische Zuneigung zu ihrem 
Bruder gekannt hatte. Die Folgen, welche dieser Bruch 
nach sich zog, blieben damals dunkel, heute aber liegen 
sie oifen da. Es genügt ein Citat aus den Memoiren 
La Rochefoucauld's anzuführen um die eben erwähnte 
Entwicklung zu beweisen. Es heisst daselbst: „Mr. 
le prince de Conti entroit dans le monde : il vouloit re- 
parer par l'impression qu'il y donneroit de son esprit 
et de ses sentiments, les avantages que la nature avoit 
refuses ä sa personne. II etoit faible et leger; mais il 
dependoit entierement de Mme. de Longueville, et eile 
me laissoit le soin de le conduire. Le duc de Longue- 
ville avoit de Tesprit et de l'experience; il entroit faci- 
lement dans les partis opposes ä la cour et il en sor- 

toit encore avec plus de facilite; Dans ce doute 

je renvoyoi Gourville ä Paris, pour dire ä Mme. de 
Longueville et au Coadjuteur le soupgon qu'on devoit 



— 29 — 

avoir du duc de Longueville Gourville revint 

ä Saint- Germain nous presser d'aller promptement ä 
Paris; mais le duc de Longueville ne s'y pouvoit re- 

soudre II ne put soutenir ces reproches, et il 

se laissa entrainer ä ce que nous voulions ", 63 

Am Ende der ersten Fronde im Jahre 1649 ge- 
staltete sich Alles auf andere Weise. Der Prinz Conde 
vereinigte sich wieder mit seiner ganzen Familie und 
auch mit La Rochefoucauld. Letzterer wurde zufrieden 
gestellt in seinen Wünschen, er erhielt für sein Haus 
„les memes avantages de rang qui avoient ete accordes 
ä Celles de Rohan, de Foix et de Luxembourg". So 
berichtet uns La Rochefoucauld. Die Wahrheit aber 
ist, dass Madame de Longueville es gewesen war, welche 
ihm diese Vortheile verschafft hatte, und die energisch 
seine Interessen in die Hand nahm. Madame de Motte- 
ville erzählt: „Madame de Longueville n'avoit rien ou- 
blie pour faire que toutes gräce de la cour tombassent 
sur la tete du prince de Marcillac .... Pour la satis- 
faire amplement outre cette place qui venoit de lui etre 
donnee, il falloit agrandir le prince de Marcillac; et ce 
fut dans cette conjoncture qu'elle eut le tabouret pour 
sa femme, et permission d'entrer dans le Louvre en 
carosse. Ces avantages le mettoient au-dessus des 
ducs et a egal des princes, quoiqu'il ne fut ni Tun ni 
Tautre. II n'etoit pas de maison souveraine . . . .". 64 
Obgleich dieses Madame de Longueville's Fürsorge für 
den Prinzen Marcillac schon genug erklärt, ist es noch 
wichtig, ein paar Zeilen aus den Memoires der Herzogin 
von Nemours zu citiren: ;; Mme. de Longueville s'entremit 
de cet accommodement, et on pretencl meme que M. de 



— 30 — 

Marcillac en eut de Pargent . . . " Diese Citate lassen 
hinreichend erkennen, welche Rolle La Rochefoucauld 
spielte. 65 Die Herzogin von Longueville that nichts 
für sich, sondern Alles nur um La Rochefoucauld zu 
gefallen und ihm Dienste zu leisten. 

Als im Jahre 1650 Mazarin glaubte die Vergünsti- 
gungen widerrufen zu können, welche die Herzogin von 
Longueville für La Rochefoucauld erlangt hatte, da 
entbrannte die Erbitterung aufs Neue. Alles war in 
Aufregung, die Verwirrungen begannen von Neuem. 
Die Prinzen, welche jetzt ihre Forderungen in die 
Höhe schraubten , wurden auf Befehl Mazarin's ver- 
haftet und nach Vincennes gebracht. Auch die Her- 
zogin von Longueville sollte unter dem Vorwande, dass 
die Königin nach ihr verlange im Palais Royal ver- 
haftet werden. Die Herzogin aber entfloh. „Au lieu 
d'obeir", so schreibt La Rochefoucauld, „eile resolut, 
par le conseil du prince de Marcillac, de partir, ä 
l'heure meme, pour aller, en tres grande diligence, en 
Normandie, afin d'engager cette province et le parle- 
ment de Rouen ä prendre le parti des Princes, et 
s'assurer de ses amis, des places du duc de Longueville 

et du Hävre-de-Grace Enfin ayant les choses 

necessaires pour sortir, le prince de Marcillac l'accom- 
pagna en ce voyage". 66 Fragen wir jetzt, wer von 
beiden den anderen in diesen Bürgerkrieg, der viel 
ernsthafter als der erste war, hineingezogen, so kann 
man weder La Rochefoucauld noch der Herzogin von 
Longueville die Schuld beimessen. Denn während die 
Herzogin in Holland ihr Geld und ihre Edelsteine 
opferte um sich in Stenay zu vertheidigen, verschwen- 



— 31 — 

dete La Rochefoucauld bei dem Aufstande in der 
Guyenne sein noch übrig gebliebenes Vermögen. Beide, 
obgleich weit von einander entfernt, stritten für eine 
Sache, getrieben von der Zuneigung, welche sie für 
einander hegten. 

Auch die Kräfte des stärksten und kräftigsten 
Menschen schwinden mit der Zeit. Als La Rochefou- 
cauld im Jahre 1651 nach der Befreiung der Prinzen 
noch einmal zu den Waffen griff, da geschah es nur, 
um der Herzogin von Longueville zu gefallen. Das 
Spiel hatte sich gewendet, wie früher die Frau von 
Longueville ihm folgte, so war er jetzt von ihr ab- 
hängig. Er erzählt selbst: „Le duc de la Rochefoucauld 
ne pouvoit pas temoigner si ouvertement sa repugnance 
pour cette guerre, il etoit oblige de suivre les senti- 
mens de Mme. Longueville, et ce qu'il pouvoit faire 
alors etoit d'essayer de lui faire desirer la paix". 67 
Wenn wir nun die Gefühle der Frau von Longueville 
ergründen wollen, so stellen wir uns unwillkürlich die 
Frage: „Wollte die Herzogin den Krieg fortsetzen aus 
eitler Ruhm- und Ehrsucht, welche man ihr so oft vor- 
geworfen hat?" Diese Frage müssen wir verneinen. 
Ihre Gedanken waren keineswegs so hochfliegender Art. 
Noch immer in einem intimen Verhältnisse zu La 
Rochefoucauld stehend, erwartete sie mit Angst den 
Frieden, der sie nothwendiger .Weise trennen musste: 
„Mme. de Longueville," so heisst es in La Rochefou- 
cauld's Memoires, „savoit que le Coadjuteur Tavoit 
brouillee irrevocablement avec son mari, et qu'apres 
les impressions qu'il lui avoit donnees de sa conduite, 
eile ne pouvoit l'aller trouver en Normandie sans ex- 



— 32 — 

poser au moins sa liberte. Cependant le duc de Longue- 
ville vouloit la retenir apres de lui par toutes sortes 
de voies, et eile n'avoit plus de pretexte d'eviter ce 
perilleux voyage qu'en portant M. son frere ä se pre- 
parer ä une guerre civile*. 68 La Rochefoucauld erzählt 
weiter, dass er, gewiss wohl um der Verantwortlichkeit 
eines solchen Rathes zu entgehen, sie überredet habe, 
sich nach Montrond mit der Prinzessin Conde zurück- 
zuziehen, und die übrigen Dinge ihren eigenen Weg 
gehen zu lassen. „II fit voir ä Mme. de Longueville", 
sagt er, „qu'il n'y avoit que son eloignement de Paris 
qui put satisfaire son mari et Pempecher de faire le 
voyage qu'elle craignoit: que M. le Prince se pouvoit 
aisement lasser de la protection qu'il lui avoit donnee 
jusqu'alors, ayant un pretexte aussi specieux que celui 
de reconcilier une femme avec son mari, et surtout s'il 
croyoit s'attacher par la M. le duc de Longueville; de 
plus qu'on Faccusoit de fomenter eile seule le desordre, 
qu'elle se trouveroit responsable en plusieurs fagons, et 
envers M. son frere et envers le monde, d'allumer dans 
le royäume une guerre dont les evenements seroient 

funestes ä sa maison et ä FEtat qu'enfin, 

pour remedier ä tout d'inconvenients , il lui conseilloit 
de prier M. le Prince de trouver bon que Mme. la 
Princesse, M. le duc d'Enghien et eile, se retirassent ä 
Montrond, pour ne Fembarasser point dans une marche 
precipitee s'il se trouvoit oblige de partir, et pour 
n'avoir pas aussi le scrupule de participer ä la 
perilleuse resolution qu'il alloit prendre , ou de mettre 
le feu dans le royaume par une guerre civile ou de con- 
fier sa vie , sa liberte et sa fortune sur la foi douteuse 



— 33 — 

du cardinal Mazarin. Ce conseil fut approuve de Mme. 
de Longueville, et M. le Prince voulut qu'il füt suivi 
bientot apres". 69 Obgleich La Rochefoucauld stets be- 
weisen will, dass die Herzogin von Longueville an all' 
seinem Unglück Schuld ist, so überzeugt er doch nicht 
davon. Sein Blick war nicht frei, er ist, wie wir später 
sehen werden, von der Eifersucht befangen gewesen. 
Dass Mme. de Longueville den Herzog von Nemours 
ihm vorgezogen, hat er nie verwinden können. Mme. 
de Longueville hat weder in die letzte, noch in die 
erste Fronde La Rochefoucauld hineingezogen. Unser 
Autor war der Führer und die Herzogin folgte ihm 
blindlings. 

8. Die Verwaltung Mazarin's hatte eine allge- 
meine Unzufriedenheit hervorgerufen. Das Volk seufzte 
unter schweren Lasten und es genügte ein kleiner An- 
stoss um die Revolution ausbrechen zu lassen. Als 
der Kardinal plötzlich mit der Reduzirung der Ein- 
künfte des Hotel de Ville de Paris 70 hervortrat, brach 
der Sturm der Entrüstung gegen ihn los. Mazarin 
hatte geglaubt, als er von dem Siege bei Lens hörte, 
dass der Augenblick gekommen sei, das Volk und das 
Parlament einschüchtern zu können, doch er hatte sich 
geirrt, da beide sofort muthig gegen ihn auftraten. 
La Rochefoucauld schildert diese Dinge: „On commen- 
Qoit ä se lasser de la domination du cardinal Mazarin, 
sa mauvaise foi, sa foiblesse et ses artifices etoient 

connus; il accabloit les provinces par des impöts, 

et il avoit reduit au desespoir les bourgeois de Paris 
par la suppression des rentes de 1' Hotel de Ville" . . . . 71 
So sagt La Rochefoucauld. Welch' eine kalte Dar- 

Rahstede, La Rochefoucauld. 3 



— 34 — 

Stellung dieser Umstände im Vergleich zu der Retz', 
welcher erzählt: ; ,Le Parlement gronda sur Fedit du 
tarif; et aussitot qu'il eut seulement murmure, tout 
le monde s'eveilla. L'on chercha en s'eveillant comme 
ä tätons, les lois Ton ne les trouva plus; Ton s'effara, 

Ton cria, Ton se les demanda 72 Mazarin wurde 

durch dieses energische Verfahren des Volkes, wie des 
Parlaments unsicher und schwankend in der Regierung, 
was den Muth der Gegner erhöhte. Die Waffen ergriff 
das Volk zum ersten Male, als Mazarin einige Paria- 
men tsräthe Blancmesnil, Broussel und einige andere 
verhaften Hess. Bei der Erzählung dieser Thatsache, 
namentlich derjenigen, als das Volk stürmisch deren 
Freilassung forderte, fehlt es La Rochefoucauld in 
seinen Memoires an Klarheit. Er sagt: ; ,I1 fut en pe- 
ril lui-meme; on tendit les chaines des rues, on fit 
partout des barricades; et le Roi et la Reine se virent 
investis dans le Palais-Roy al , et forces de rendre les 
prisonniers, que le Parlement leur envoya demander 
etc.". 73 Genug, der Aufstand brach los und wunder- 
barer Weise gesellte sich ein bedeutender Theil des 
Adels zu den Aufständischen. Man denke aber nicht, 
dass diesen edlen Herren irgend etwas an der Sache 
des Volks oder an der des Parlaments gelegen hätte; 
sie verfolgten nur ihren eigenen Vortheil, und manchen 
riss wohl auch die Sucht nach Abenteuern in den 
Strudel des Aufstandes hinein. 

Zu den Unzufriedenen gehörte nun auch Mar- 
cillac, 74 welcher bald einer der thätigsten Anführer 
der aufständischen Partei wurde. Im Verein mit der 
Herzogin von Longueville, deren Herz er ja, wie man 



— 35 — 

gesehen, ganz für sich gewonnen, suchte er mehrere 
Führer aus vornehmen Häusern für die Aufständischen 
anzuwerben. Jedoch hatten sie hierbei nur wenig Glück. 
Conde, den zu gewinnen die Herzogin die Hoffnung 
gehabt hatte, brach mit ihr. Mazarin, dessen Staats- 
kunst zur Fertigkeit in kleinlichem Intriguenspiel her- 
absank, hatte schlauerweise dafür gesorgt. Der Herzog 
von Longueville weigerte sich entschieden einer Partei 
sich anzuschliessen, in der seine Gemahlin die Hauptrolle 
spielte. Jedoch traten beide später noch aus eigenem 
Interesse bei. Besser erging es Marcillac mit dem 
Prinzen Conti. 75 Derselbe sagte sogleich zu, obgleich 
nur sein vornehmer Name der Partei von Nutzen sein 
konnte, denn seine Fähigkeiten waren seiner grossen 
Jugend wegen nicht bedeutend. Ausserdem gehörte 
noch Retz den Auf ständigen als Führer an. Es ent- 
wickelte sich nun der Bürgerkrieg, der in der franzö- 
sischen Geschichte so oft unter dem Namen „guerre 
de la Fronde" genannt wird. 76 Dass Marcillac dieser 
Partei sehr nutzbringend war, bewies er gleich am 
Anfang bei dem Ausbruch der Streitigkeiten. Der Hof 
hatte sich, sobald die Unruhen grösser geworden, nach 
Saint-Germain zurückgezogen, um von da aus Paris in 
den Belagerungszustand zu versetzen. Marcillac und 
Conti 77 waren demselben gefolgt; der Herzog von 
Longueville, 78 der sich in Rouen befand, begab sich, 
sobald er Nachricht über die Verlegung des Hofes em- 
pfangen, ebenfalls nach Saint-Germain. Doch lassen 
wir La Rochefoucauld selbst erzählen: ; ,J'y alloi le 
meme jour que la cour y arriva; le duc de Longueville 
s'y rendit aussi; je retournoi ä Paris, une fois ou deux, 

3* 



— 36 — 

pour rassurer ceux du parti qui etoient chancelants, 
et pour concerter avec Madame de Longueville, le 
Coadjuteur, Longeuil et Broussel, le jour que le prince 
de Conti et le duc de Longueville s'y devoient rendre. 
Le cardinal Mazarin, sachant que je pouvois y aller et 
en sortir facilement, bien que les portes fussent 
soigneusement gardees, nie pria de lui apporter de 
Targent; mais je refusoi de m'en charger, ne voulant 
ni lui faire ce plaisir, m mal user de sa confiance. 
Cependant toutes chose(f v 'etant preparees ä Paris, je 
retournoi k Saint- Germain pour en faire partir M. le 
prince de Conti et le duc de Longueville. Ce dernier 
faisoit naitre sans cesse des obstacles et se repentoit 
de s'etre engage". 79 Welche grosse Verschlagenheit 
gehörte nicht dazu, so den Mantel nach dem Winde 
zu hängen; aber welche ausserordentliche Ueberredungs- 
kunst andererseits muss nicht Marcillac besessen haben, 
dass es ihm gelang den Herzog von Longueville zu 
gewinnen! — 

Obgleich das Bürgerheer bedeutend zahlreicher als 
das königliche war, stand es diesem an Tüchtigkeit 
weit nach. Schon beim ersten Zusammenstoss zeigte 
sich dieses. Marcillac empfing bei diesem eine gefähr- 
liche Wunde, 80 von der er kaum genesen war, als am 
11. März 1649 zu Ruel eine Art von Frieden geschlossen 
wurde. 81 Das Parlament aber und das Volk fühlten 
sich durch den Frieden frei von dem Drucke, der auf 
ihnen gelastet, ihre Mittel waren erschöpft und ihr 
Vertrauen auf die Fähigkeit und die wahrhafte Treue 
ihrer Anführer verloren. Der König gewährte bald 
nachher eine allgemeine Amnestie. 82 



— 37 — 

Allem Anscheine nach hatte nun die königliche 
Partei gesiegt, allein die Schwäche, welche die Regierung 
früher gezeigt hatte, blieb bei den Aufständischen in 
nur zu guter Erinnerung. Bald trat es klar zu Tage, 
dass dieser erste kleine Krieg nur ein Vorspiel zu 
grösseren und gefährlicheren Unruhen gewesen war. 

Auf das Getöse der Waffen folgte nun das Spiel 
der Intriguen. 83 Diese bis in die Unendlichkeit sich 
kreuzenden Machinationen würden uns jetzt als un- 
glaublich erscheinen, wenn nicht Theilnehmer an den- 
selben in ihren Memoires uns getreue Bilder davon 
überliefert hätten. — Marcillac, Conti, der Herzog und 
die Herzogin von Longueville, zuerst verbunden mit dem 
Coadjutor gegen den Hof und Conde, vereinigten sich 
später mit dem grossen Conde, und der Hof mit dem 
Coadjutor. — Conde, durch seine kriegerischen Erfolge 
hochmüthig geworden, beleidigte eines Tages die Königin, 
welche ihn darauf sofort nebst seinem Bruder Conti 
und seinem Schwager, dem Herzog von Longueville^ 
verhaften und nach Vincennes führen liess. Marcillac 
und die Herzogin von Longueville entflohen. Beide 
eilten nach dem Süden, wo die Herzogin in der Nor- 
mandie einen abermaligen Aufstand anzuzetteln suchte. 
Derselbe misslang jedoch vollständig und die Herzogin 
war genöthigt sich aus Frankreich fortzubegeben. Sie 
reiste nach Holland ab, um für einige Zeit bei dem 
Vicomte de Turenne in Stenay 84 zu bleiben. Marcillac 
dagegen suchte seine Zuflucht in seinem Gouvernement 
Poitou. Lange vermochte er aber dort nicht in Ruhe 
zuzubringen, sein unruhiger Geist hatte zu grosse 
Gewalt über ihn. Im Verein mit dem Herzog von 



— 38 — 

Bouillon, dem Bruder Turenne's, begann er in den 
Provinzen des Südens, hauptsächlich aber in Bordeaux 
Unruhen zu stiften. Die Stadt Bordeaux, in welcher 
Conde eine grosse Menge Anhänger besass, wartete 
nur die Ankunft der Prinzessin Wittwe und ihres 
Sohnes ab, um sich für Conde zu erklären, — der 
junge Prinz und seine Mutter waren ja nach Chantilly 
verbannt worden. Während man nun die Flucht der 
Prinzessin vorbereitete, wurde Marcillac durch den Tod 
seines Vaters Herzog von La Rochefoucauld. Bei dem 
Leichenbegängniss des verstorbenen Herzogs, zu welchem 
Marcillac eine grosse Anzahl Edelleute eingeladen hatte, 
versuchte La Rochefoucauld dieselben für seine Partei 
zu gewinnen. Bei den Meisten gelang es seiner Ueber- 
redungsgabe und nun hoffte er mit ihrer Hülfe Saumur, 
das inmitten des Königreichs, an dem Ufer der Loire 
zwischen Tours und Angers liegt, zu überraschen und 
einzunehmen. Hierüber erzählt Gourville: ; ,M. le prince 
de Marcillac, pour lors devenu M. de La Rochefoucauld 
par la mort de son pere (mort 8 e Fevrier 1650), decede 
au chäteau de La Rochefoucauld, sous pretexte de faire 
conduire son corps ä Verteuil, oü ils sont inhumes, 
assembla deux ou trois cents gentilshommes avec les 
valets et autres gens de ses terres. Ayant fait jusqu'ä 
six ou sept cent hommes de pied, ils accompagnerent 
le corps ä Verteuil. Alors M. de La Rochefoucauld 
proposa ä ses amis d'aller avec lui ä Saumur, oü le 
gouverneur, qui etoit mis par M. le marechal de Brege, 
promettoit de le recevoir". 85 Also selbst das Leichen- 
begängniss seines Vaters war La Rochefoucauld 86 nicht 
heilig genug, um bei der Gelegenheit seine aufstän- 



— 39 — 

dischen Pläne zu entwickeln. La Rochefoucaulcl's Vor- 
haben, Saumur und das Schloss Montrond im Fluge 
zu nehmen, misslang. Er war genöthigt sich zurück- 
zuziehen und gab daher seinen Plan auf, verabschiedete 
seine Truppen und er selbst ging zu dem Herzog von 
Bouillon, der sich in der kleinen Stadt Turenne in 
Limosin befand. Beide Feldherren warben nun vereint 
einige tausend Soldaten an. Sie erhielten wieder neuen 
Muth als sie erfuhren, dass es der Prinzessin geglückt 
sei, aus Chantilly zu entfliehen, und dass sie ihnen 
ihren Sohn zuführte, „das Kind, dessen Kinderklapper 
den Kriegern gewissermassen als Banner diente". 87 

Erfreut über die Ankunft der Prinzessin glaubten 
Bouillon und La Rochefoucauld dieser Freude am besten 
Ausdruck verleihen zu können, indem sie den jungen 
Prinzen zum Generalissimus ernannten. Alsdann be- 
gaben sie sich auf den Weg nach Bordeaux, schlugen 
bei Montclar im Perigord den Chevalier de La Valette, 
General der königlichen Truppen, und am 31. Mai 1650 
zog die Prinzessin mit ihren beiden Generälen unter 
dem Jubel des Volkes in die Stadt ein. 88 

Da diese Partei aber sich nicht durch ihre eigenen 
Kräfte aufrecht erhalten zu können glaubte, vergass sie 
sich so weit, die Hülfe der Spanier gegen ihr eigenes 
Vaterland in Anspruch zu nehmen. Spanien, welches 
schon lange darauf bedacht war, aus dem aufreibenden 
Bürgerkriege seines Nachbars den bestmöglichsten Vor- 
theil zu ziehen, kam sogleich zu Hülfe. Es schickte 
einen Agenten in das Lager der Verbündeten, der bald 
mit den Herzögen von La Rochefoucauld und von 
Bouillon in Unterhandlung trat. Das Parlament wurde 



— 40 — 

durch diesen Schritt aufs höchste erschreckt, es erliess 
sogleich einen Befehl für diesen Agenten, dass er auf 
der Stelle Bordeaux verlasse. Aber was konnte das 
Parlament gegen die erbitterte Menge ausrichten, welche 
dazu noch durch die beiden Herzöge von La Roche- 
foucauld und Bouillon aufgewiegelt wurde. Sie zwang 
das Parlament das Urtheil zu widerrufen und bald war 
ganz Guyenne in einen allgemeinen Aufstand verwandelt. 
Die Prinzessin von Conde im Verein mit Bouillon und 
La Rochefoucauld schürten daselbst das Feuer mit 
vielem Glück. Um zu verhindern, dass diese Revolu- 
tion einen gefährlichen Character annehme, Hess Ma- 
zarin den Marschall de la Meilleraie 89 vorrücken, er 
selbst aber folgte der Armee und errichtete zuerst in 
Libourne, sodann in Bourg das Hauptquartier. 90 

Bordeaux, bis aufs höchste eingeschüchtert, knüpfte 
sofort Verhandlungen mit dem Minister an. Es ist 
sehr wahrscheinlich, dass eine rechtzeitige Capitulation 
ein grosses Blutvergiessen verhindert hätte, wenn nicht 
durch eine That, welche begangen wurde, um das Volk 
einzuschüchtern, dasselbe in die grösste Wuth versetzt 
worden wäre. 

Als das Schloss de Vaire sich den königlichen 
Truppen ergeben hatte, wurde der Kommandant des- 
selben erschossen. Um dessen Tod zu rächen, Hessen 
La Rochefoucauld und Bouillon einen ihrer Ge- 
fangenen, den Chevalier de Canolle hinrichten. „Ce 
pauvre gentilhomme" , sagt La Rochefoucauld, qui 
n'avoit d'autre crime que son malheur, fut condamne 
toute d'une voix, et le peuple etoit si anime qu'il atten- 
dit ä peine qu'il fut execute pour mettre son corps en 



— 41 — 

pieces. Cette action etonna la cour, et redonna une 
nouvelle vigneur aux Bordelais" . . . . 91 Die Erregung 
hierüber wurde so gross in der Stadt, dass alle An- 
hänger des Friedens jegliche Hoffnung, denselben bald 
zu erhalten, aufgaben. Ueberall griff man wieder zu 
den Waffen und befestigte in grösster Eile die schwachen 
Punkte der Stadt. Die Vorstadt Saint- Surin, welche 
nicht von Mauern umgeben war, erschwerte die Ver- 
teidigung sehr. La Rochefoucauld war dafür, dass 
man sie zerstöre, aber die Einwohner wollten nichts 
davon wissen, und schliesslich übernahm La Roche- 
foucauld selbst die Vertheidigung des Platzes. 

Mazarin, welcher die Schwäche Saint -Surin's bald 
erkannt hatte, Hess seine Hauptmacht auf diesen Punkt 
koncentriren. Der Herzog, der die Stadt nicht gegen 
die Uebermacht halten konnte, musste sie aufgeben, 
und bald war Saint-Surin nichts mehr als ein rauchen- 
der Trümmerhaufen. Und während diese Ereignisse 
sich in der Guyenne abspielten, empfing der Hof 
schlimme Nachrichten aus Paris. Die Gefahr war gross. 

Die Frondeurs überzeugt, dass sie nicht mehr 
lange sich gegen die königliche Macht halten konnten, 
machten dem Hofe Friedensvorschläge. Dieser nahm 
dieselben an, und um die Vorschläge genau erörtern 
zu können, wurde von beiden Seiten beschlossen einen 
vierzehntägigen Waffenstillstand einzuhalten. Bemer- 
kenswerth ist für den damaligen Zustand Frankreichs 
folgender Vorfall. Zu einer der zu diesem Zwecke 
stattfindenden Unterhandlungen begaben sich in dem 
Wagen des Kardinals die Herzöge von Bouillon und 
La Rochefoucauld, der Rath Lenret und Mazarin. Als 



— 42 — 

sie in den Wagen stiegen sagte Mazarin zu den beiden 
Fürsten: „Wer hätte noch vor 14 Tagen glauben können, 
dass wir Vier heute in derselben Carosse fahren würden". 
„Tout arrive en France", antwortete darauf kurz La 
Rochefoucauld. 92 

Während La Rochefoucauld und Bouillon im Süden 
thätig gewesen waren, hatte Madame de Longueville 
auf Turenne einzuwirken versucht. Es hatte der schönen 
und beredten Frau nicht viel Mühe gekostet ihn zur 
Schilderhebung zu bewegen. Stenay wurde der Sammel- 
platz der Frondeurs, und Turenne sah bald von allen 
Seiten Unzufriedene und Ehrgeizige zu seinen Fahnen 
strömen. Aber nicht zufrieden damit den Bürgerkrieg 
zu entfachen, schlössen die obengenannten Anführer 
der Frondeurs noch ein Bündniss mit den Spaniern. 
Bald stand Turenne an der Spitze einer spanischen 
Armee und der herbeigeströmten Frondeurs, und mar- 
schierte nun in Eilmärschen gegen die Hauptstadt, um 
Conde und die beiden anderen Gefangenen zu befreien, 
wurde aber bei Rethel geschlagen. Sobald Mazarin von 
dem Anmarsch Turenne's gehört hatte, beeilte er sich 
die Gefangenen nach Havre führen zu lassen und mit 
dem Süden einen vollkommenen Frieden zu schliessen, 
der um so schneller angenommen wurde, da Mazarin 
eine gänzliche Amnestie den Aufrührern gewährte. 
Turenne, der seinen Zweck verfehlt sah, begab sich 
nach Stenay zurück. Der Minister, sicher gemacht 
durch seinen ersten Erfolg, kümmerte sich wenig mehr 
um die Feinde, da er sie vollständig besiegt glaubte. 
Ueberzeugt, dass die Frondeurs durch einen unaus- 
löschlichen Hass von dem Prinzen getrennt seien, hielt 



— 43 — 

er ihnen keine der gemachten Versprechungen. Jetzt 
aber geschah etwas, woran Mazarin nicht gedacht hatte. 
Gegen seine Erwartung vereinigten sich plötzlich alle 
die Persönlichkeiten, unter welche er mit vollen Händen 
die Saat der Zwietracht gesäet hatte. La Rochefoucauld 
gehörte natürlich zu diesen. 

Nach dem Frieden von Bordeaux (1650) war er in sein 
Gouvernement Poitou geschickt worden, aber bald darauf 
kam er heimlich nach Paris und setzte seine Intriguen fort. 
Er hielt sich lange Zeit in dem Hotel der „Princesse 
Palatine", 93 welche die Seele aller dieser Intriguen war, 
verborgen. Sobald Mazarin erfuhr, dass La Rochefoucauld 
in Paris weile, wünschte er ihn auf alle Fälle zu sprechen. 
Wohl erkennend, dass es gefährlich sei, sich am Tage 
zu zeigen, bestimmte er für die Begegnung die Nacht. 
Bei dem Zusammensein des Kardinals mit La Roche- 
foucauld zeigte er diesem offen, dass er es wünsche 
mit ihm und dem Hause Conde in engere Beziehungen 
zu treten. Er bot dem Herzog sogar die freie Dis- 
position bei der Verheirathung seiner drei Nichten an, 
um ihm zu beweisen, ein wie grosses Vertrauen er in 
ihn setze. La Rochefoucauld aber, obgleich kein 
schlauer Diplomat, erblickte trotzdem hinter diesen 
Vorschlägen nur Arges, und von der Stunde an miss- 
traute er dem Kardinal nur noch mehr. Zu gleicher 
Zeit gab er Mazarin zu verstehen, dass er ihm vielen 
Dank für die so grossen Beweise des Zutrauens schulde; 
aber er konnte sich nicht enthalten, den Kardinal an 
die Versprechungen zu erinnern, welche er ihm in 
Bourg, als er Bordeaux verliess, nachdem der Friede 
unterzeichnet worden war, gemacht hatte, sodann an 



— 44 — 

die Dinge im Palais-Royal etc. Schliesslich drang La 
Rochefoucauld darauf, dass die Prinzen wieder in Frei- 
heit gesetzt werden müssten. Wenn es nicht geschähe, 
so könne er sich unmöglich dem Kardinal anschliessen. 
Mazarin wollte La Rochefoucauld am anderen Morgen 
eine bestimmte Antwort zukommen lassen, aber der 
Herzog wartete vergebens darauf. Als zwei Tage ver- 
strichen waren, ohne dass eine Antwort eingegangen war, 
begab sich La Rochefoucauld zu dem Herzog von Orleans 
und verhandelte sowohl mit ihm wie mit den Frondeurs. 94 

Die Erhebung wurde so allgemein, dass Mazarin 
es für gebotener hielt Paris für einige Zeit zu ver- 
lassen. Am Abend des 7. Februar führte er diesen 
Vorsatz aus. Die Regentin sollte ihm mit dem Hofe 
folgen, aber Gaston von Orleans war ihrer Abreise zu- 
vorgekommen und hielt die Königin wie eine Gefangene 
im Palais-Royal zurück. Jetzt, da sie jeder Stütze 
beraubt war, konnte sie nicht mehr die Befreiung der 
Prinzen verweigern. Im Geheimen dachte aber die 
Königin daran, dass es nicht gut möglich sei, Gaston 
und Conde lange in Eintracht nebeneinander zu sehen. 
Somit konnte also die Freilassung der Prinzen für sie 
nur vortheilhaft sein. Sie trug daher La Rochefoucauld 
auf, sofort den Befehl nach Havre zu bringen, dass 
man so bald als möglich die Prinzen auf freien Fuss 
setze. Der Herzog, welcher fürchtete, dass sie diesen 
Befehl widerrief, sobald es ihr gelänge, aus der Stadt 
zu entkommen, reiste sofort ab. Jedoch gebrauchte 
er noch die Vorsicht, den Befehl zu hinterlassen, dass 
man die Königin scharf bewache. 

La Rochefoucauld's Reise nach Havre war unnütz. 



— 45 — 

Mazarin hatte, um sich ein Verdienst durch eine That 
zu schaffen, die zu verhindern doch nicht in seiner 
Macht stand, die Gefangenen selbst befreit, 95 bevor er 
sich nach Brühl in der Nähe von Köln begab. Conde, 
der im Triumph nach Paris zurückkehrte, hätte sich 
leicht an die Spitze der Regierung stellen können. 
Aber er verfiel in denselben Fehler, den er schon vor 
seiner Verhaftung begangen hatte: er handelte ohne 
bestimmten Vorsatz, ohne jeglichen festen Plan. Seine 
Schwester, die Herzogin von Longueville, die sich nur 
von dem Wunsche leiten Hess, fern von ihrem Gatten 
zu leben, reizte ihn zu den widersinnigsten Thaten an. 

La Rochefoucauld, der wohl die Folgen eines 
solchen Treibens voraussah, schloss von der heftigsten 
Liebe zu der Herzogin beseelt die Augen und liess 
Alles gehen, wie es wollte. Man behauptet sogar La 
Rochefoucauld hätte viel dazu beigetragen, das Gemüth 
des Prinzen zu erregen. Guy Joli erzählt: „Le duc de 
La Rochefoucauld representoit incessament ä Monsieur 
le Prince qu'il n'obtiendroit jamais rien de la cour, sans 
quelque complaisance pour la Reine; que la continua- 
tion de son engagement avec le coadjuteur, et la con- 
sommation de ce mariage Teloigneroient peut-etre sans 
retour de toutes sortes de gräces". 95a Bald entstand 
unter dem Volk eine ebenso grosse Unzufriedenheit 
gegen Conde wie sie je gegen Mazarin bestanden hatte. 

Die Königin gewann den Coadjutor für sich und 
bot ihm den Kardinalshut an. La Rochefoucauld, 
welcher ahnte, dass hier etwas Feindliches geplant 
würde, beeilte sich den Prinzen Conde zu benachrich- 
tigen. Dieser begab sich darauf sofort in der Nacht 



— 46 — 

vom 5. bis G. Juli 1651 für einige Zeit nach Saint- 
Maur. Lange verblieb der grosse Conde nicht daselbst, 
denn am 21. Juli nahm er schon wieder seinen Sitz 
im Parlament ein. Retz wenigstens theilt es in seinen 
Memoires mit: „Le 21 juillet, Conde revint prendre sa 
place au Parlement sur les huit heures du matin, 
accompagne de M. de La Rochefoucauld et de cin- 
quante ou soixante gentilshommes". 96 

Niemals hat wohl eine grössere Verwirrung in dem 
Königreiche bestanden, wie zu dieser Zeit. Conde be- 
gab sich nur in's Parlement, wenn er von einer Schaar 
Bewaffneter umgeben war. Dem Coadjutor folgte stets 
eine Truppe Frondeurs, welche ihn beschützte. La 
Rochefoucauld beschreibt diese Vorgänge in seinen Me- 
moires: „Dans les commencements, ils l'accusoient en- 
core avec quelque retenue, mais se voyant ouvertement 
appuyes de la cour, le Coadjuteur trouva de la vanite 
ä paroitre ennemi declare de Monsieur le Prince, et 
des lors non-seulement il s'opposa, sans gardes des 
mesures, ä tout ce qu'il proposoit, mais encore il n'alla 
plus au Palais sans etre suivi de ses amis et d'un 
grand nombre de gens armes. Un procede si fier de- 
plut avec raison ä Monsieur le Prince, et il se trouvoit 
par moins insupportable d'etre oblige de se faire suivre 
au Palais, pour disputer le pave avec le Coadjuteur, 
que d'y aller seul et d'exposer ainsi sa vie et sa liberte 
entre les mains de son plus dangereux ennemi. II 
jugea nenamoins qu'il devoit preferer sa sürete ä tout 
le reste, et il resolut enfin de n'aller plus au Parlement 
sans etre accompagne de tout ce qui etoit dans ses 
interets". 97 



— 47 — 

Der stürmischste Auftritt hat jedenfalls am 21. Au- 
gust 1651 stattgefunden. Zur frühen Stunde war der 
Saal schon mit Mitgliedern der beiden Parteien ange- 
füllt. Der Coadjutor war mit dem Herzog in Un- 
einigkeit gerathen. Retz antwortete auf die Angriffe 
La Rochefoucaulds durch beissende Anspielungen auf 
sein Benehmen. La Rochefoucauld ausser sich vor 
Wuth, war nicht mehr Herr seiner selbst. Ein unan- 
genehmes Ende war vorauszusehen. Der Präsident 
Mathieu Mole, der einen blutigen Zusammenstoss be- 
fürchtete, bat den Prinzen Conde sowohl als auch den 
Coadjutor, zu veranlassen, dass ihre Anhänger sich 
zurückzögen. Conde gab La Rochefoucauld den Auftrag 
dieses auszuführen, mit der Bitte, Alles in grösster 
Ruhe geschehen zu lassen. Als der Coadjutor dieses 
merkte, wollte auch er seine Bewaffneten fortsenden. 
Um seinem Befehl mehr Nachdruck zu geben, ging er 
selbst voran. Als er aher in den grossen Saal zurück- 
treten wollte, stiess La Rochefoucauld, der sich bei 
der Thür befand, dieselbe plötzlich zu, so dass er ihm 
den Hals zwischen beide Thürflügel geklemmt hatte. 
Es fehlte nur wenig und La Rochefoucauld hätte einen 
Mord begangen. Ausser La Rochefoucauld hat noch 
Mme. de Moteville diesen Vorgang beschrieben; sie 
erzählt: ; ,M. le prince pria le duc de La Rochefoucauld 
d'aller faire sortir ses gens. Le coadjuteur dit aussi 
qu'il alloit prier ses amis de se retirer, et partit brus- 
quement pour cela. II s'avanga hors de la porte, avant 
le duc de La Rochefoucauld. Aussitot qu'il parut dans 
la grand' salle du Palais, et que ceux du parti du 
prince le virent, ils mirent tous Pepee ä la main. Ceux 



— 48 — 

du Coadjuteur en firent de meine; et dans cet instant 
il s'en fallut peu qu'ils ne se tuassent tout les uns les 
autres, sans nul ordre particulier de faire ce qu'ils fai- 
soient. Le coadjuteur voyant cet embarras, et craignant 
de se trouver engage parmi tant d'epees tirees contre 
lui, voulut rentrer dans le petit parquet des huissiers, 
d'ou il etoit dejä sorti ; mais il rencontra le duc de 
La Rochefoucauld ä la porte, qui la lui ferma au nez. 
Le coadjuteur pousse et heurte. Le duc continue ä la 
lui tenir fermee, et l'entr'ouvroit seulement pour voir 
qui accompagnoit le coadjuteur. Le Coadjuteur voyant 
cette porte entr'ouverte la prussa fortement pour entrer; 
mais il ne put passer tout-ä-fait, et demeura comme 
ä demi ecrase entre cette porte demi-ouverte ne pouvant 
entrer ni sortir. Le duc de La Rochefoucauld le laissa 
longtemps dans cet etat, et arreta la porte par un 
crochet de fer qui etoit derriere, qu'il y rencontra, le 
tenant lä pour empeeher, qu'elle ne s'ouvrit davan- 
tage" . . . . 98 Nur durch die Energie eines Champlä- 
treux, Sohnes des ersten Präsidenten, wurde dem Coad- 
jutor das Leben gerettet. Er liess, trotzdem La Roche- 
foucauld sich weigerte, die Thür öffnen. Kaum war 
der Coadjutor auf seinen Platz zurückgekehrt, als er 
auch schon die heftigsten Vorwürfe gegen La Roche- 
foucauld erhob und behauptete, der Herzog habe ihn 
ermorden wollen. La Rochefoucauld bestritt dieses 
keineswegs, wenigstens nach Madame de Motteville zu 
urtheilen. Sie schreibt: „Le coadjuteur, rentre et assis 
ä sa place, se plaignit de se duc et de sa violence: il 
lui reprocha qu'il Tavoit voulu assassiner. Le duc de 
La Rochefoucauld, qui se trouva assis aupres de lui, 



— 49 — 

repondit brusquement que ce n'avoit pas ete grand 
dommage," et qu'en eflet, ne sachant pourquoi tant 
d'epees etoient tirees, il avoit seulemeut songe ä la 
conservation de M. le prince wt . 100 Mehrere von des 
Coadjutors Anhängern traten nun gegen La Roche- 
foucauld auf. Der Herzog von Brissac, welcher ein 
Verwandter des Retz war, forderte ihn zum Duell. 
La Rochefoucauld nahm es an mit den Worten, dass 
er sie alle beide umbringen würde. Als die Discussion 
zu heftig wurde, sagte der Coadjutor zu La Roche- 
foucauld: ; ,Mon ami La Franchise, ne faites pas le 
mechant; vous etes poltron, et moi je suis pretre: c'est 
pourqoui nous ne nous ferons pas grand mal". 101 Zu- 
letzt lösten sich die Streitigkeiten für beide Theile zum 
Besten auf. — 

Es ist aus dem eben Geschilderten leicht zu erkennen, 
welcher Art die damaligen Zustände waren. Jedermann 
hielt sich jetzt zur Königin. Der Herzog von Longue- 
ville betheiligte sich an Nichts mehr. Der Herzog von 
Bouillon und der Vicomte de Turenne, welche wieder 
an den Hof kamen, hatten zu ihrem Glück den ver- 
führerischen Einflüssen La Rochefoucaulds kein Gehör 
gegeben. 

La Rochefoucauld, wohl mehr um sich dem Banne 
der Herzogin von Longueville zu entziehen, als um 
seiner kriegerischen Lust Genüge zu thun, stürzte sich 
noch einmal in die Wechselfälle des Bürgerkrieges. Er 
reiste zusammen mit dem grossen Conde nach der 
Guyenne ab. Anna von Oesterreich aber führte, um 
den Folgen eines Aufstandes in der Guyenne zuvorzu- 
kommen, den König vor Bourges, das sich bald ohne 

Rakstede, La Rochefoucauld. 4 



— 50 — 

Widerstand ergab. Der Prinz Conti, der diesen Platz 
befehligte, und die Herzogin von Longueville, welche 
ohne La Rochefoucauld's Wissen Conti begleitete, be- 
gleitete, begaben sich bei der Annäherung der könig- 
lichen Truppen sofort nach Bordeaux. Der Hof folgte 
und nahm in Poitiers sein Standquartier. Conde, 
welcher nur ungeübte Truppen besass, konnte keines- 
wegs mit Erfolg gegen die königlichen Soldaten kämpfen. 
Die Aufständischen mussten bald ihre aufrührerischen 
Pläne für einige Zeit aufgeben. 

Bei diesen Ereignissen zeigte sich wieder recht 
La Rochefoucauld's Character. Obgleich seine Partei 
sich in einer verzweifelten Lage befand, war er mit 
seiner geistigen Kraft nur wenig bei dem kriegerischen 
Unternehmen. Seine Augen waren stets auf einen 
Punkt gerichtet, nämlich auf die Herzogin von Longue- 
ville. Es hatte in La Rochefoucauld ein innerlicher 
Aufruhr Platz gefasst, der schlimmer war, als der 
äussere, in welchem er sich befand, — die Eifersucht. 
In dem Lager der Aufständischen befand sich auch der 
Herzog von Nemours, ein an Schönheit und Geist her- 
vorragender Mann. Die Herzogin war von einer heftigen 
Liebe zu ihm beseelt, welche auch erwiedert wurde. 
Und jetzt geschah das, was unser Autor in seinem 
Leben am schwersten gefühlt hat — er wurde verdrängt 
und vergessen. Wir sollten nun glauben, dass dieses 
Hintenansetzen auf La Rochefoucauld nicht einen so 
grossen Eindruck hätte machen können, da er ja kleine 
Zurücksetzungen in seinem Leben mehrfach empfunden. 
Wir erinnern nur an das Benehmen der Herzogin von 
Chevreuse und der Königin Anna. Und La Roche- 



- 51 — 

foucauld selbst war ja ein unbeständiger Character, 
er stürzte sich in Folge seines wandelbaren Herzens 
von einer Liebe in die andere. Und doch hat diese 
Zurücksetzung auf ihn einen solchen Einfluss gehabt, 
dass er sich bis in sein spätestes Alter dieser Thatsache 
nur mit den traurigsten Empfindungen erinnern konnte. 
Mazarin, welcher in Paris geblieben war, fürchtete, 
dass eine zu lange Abwesenheit seine Macht über die 
Königin vermindern könnte. Er reiste deshalb plötzlich 
von Paris ab und erschien unerwartet in Bourges. 
Seine Berechnung war richtig gewesen, nicht allein die 
Königin war erfreut über die Ankunft ihres Ministers, 
sondern auch auf die Gegner wirkte sein Erscheinen 
in grossem Masse. Die Regungen der alten Fronde 
wurden wieder beseelt. Gaston, ermuthigt durch den 
Chef dieser Kabale, rief gleich seine Truppen zusammen, 
welche er unter den Befehl des Herzogs von Beaufort 
stellte. Bald vereinigte sich mit diesem der Herzog 
von Nemours, der nach Stenay gesendet worden war, 
um den Befehl über eine Truppe im Solde Spaniens 
stehender Soldaten zu übernehmen. Nicht lange währte 
es, so veruneinigten sich diese beiden Generäle. Conde, 
sobald er davon hörte, dachte aus dieser Uneinigkeit 
seinen Vortheil zu ziehen. Er schmiedete mit La 
Rochefoucauld einen Plan, der an Kühnheit wohl kaum 
seines Gleichen gehabt hat. Beide reisten in Begleitung 
von nur wenigen Soldaten am - 24. März von Agen ab 
und kamen am 1. April in dem Lager der Herzöge von 
Nemours und Beaufort an. 102 Am 7. überraschten sie 
den Marschall d'Hocquincourt uud setzten ihn in grosse 
Verwirrung. Wenn nicht rechtzeitig Turenne, dessen 



— 52 — 

geschickten Manövern La Rochefoucauld später auch alle 
Gerechtigkeit widerfahren lässt, dem Marschall zu Hülfe 
gekommen wäre, so würde dieses Unternehmen für den 
Hof die bösesten Folgen gehabt haben. Madame de 
Motteville erwähnt diese That rühmend, indem sie er- 
zählt: „Le duc de La Rochefoucauld et le prince de 
Marcillac son fils, y firent des actions qui auroient 
etre dignes de louanges, qui, au lieu de servir le Roi, 
travailloient a le perdre". 103 Den ganzen Vorgang 
dieses Kampfes schildert Louis de Bourbon in einem 
Briefe, den er an Mademoisselle de Montpensier ge- 
richtet hatte, und der interessant genug ist, um hier 
einen Platz zu finden: 

A Chatillon-sur-Loing, le 8 avril 1652. 

Mademoisselle, 
Je regois tant de nouvelles preuves de vos bontes 
que je n'ai point de paroles pour vous en remercier: 
seulement vous assuroi-je qu'il n'y a rien au monde 
que je ne fasse pour votre Service: faites-moi Fhonneur 
d'en etre persuadee, et de faire un fondement certain 
la-dessus. J'eus avant-hier avis que Farmee mazarine 
avoit passe la ri viere et ä Fheure meme de Faller 
attaquer dans ses quartiers, cela me reussit si bien, 
que je tomboi dans leurs premiers quartiers avant 
qu'ils en eussent eu avis; j'enlevoi trois regiments de 
dragons d'abord, et puis je marchoi au quartier general 
d'Hocquincourt , j'enlevoi aussi: II y eut un peu de 
resistance; mais enfin tout fut mis en deroute: nous 
les suivimes trois heures, apres lesquelles nous allämes 
ä M. de Turenne; mais nous le trouvämes poste si 



— 53 — 

avantageusement , et nos (gens) si las de la grande 
traite et si charges de butin qu'ils avoient fait, que 
nous ne crumes pas le devoir attaquer dans un poste 
si avantageux. Cela se passa en coup de canon; enfin 
il se retira. Toutes les troupes d'Hocquincourt ont 
ete en deroute; tout le bagage pris; et le butin va ä 
deux ou trois mille chevaux, quantite de prisonniers, 
leurs munitions de guerre. M. de Nemours y a fait 
des merveilles et a ete blesse d'un coup de pistolet au 
haut de la hanche, qui n'est pas dangereux. M. de 
Beaufort y a eu un cheval de tue, et y a fort bien 
fait; M. de La Eochefoucauld tres-bien; Clinchamp, 
Tavannes, Vallon, de meme, et tous les autres mare- 
chaux de camp; Mare est blesse d'un coup de canon. 
Hors cela nous n'avons pas perdu trente hommes. 
Je crois que vous serez bien aise de cette nouvelle, et 
que vous ne douterez pas que je ne sois 

Mademoisselle, 
Votre tres-humble et tres-obeissant serviteur 
Louis de Bourbon. 104 

Nach der Schlacht bei Bleneau zog die Armee des 
Königs sich zurück. Conde Hess darauf die seinige 
auf Chatillon, sodann auf Etampes und endlich auf 
Saint-Cloud marschieren. Die Zeit verging mit Märschen, 
an Gefechte wurde kaum mehr gedacht, desto mehr 
aber wurden Unterhandlungen mit dem Hofe gepflogen. 
Es liess sich erkennen, dass man der Wirrsale müde 
war, und in Folge dessen suchte sich ein Jeder wieder 
dem Hofe zu nähern. Die Hauptmacht der zweiten 
Fronde konnte man als gebrochen ansehen. 



— 54 — 

9. Noch einmal sollte La Rochefoucauld an einem 
harten Kampfe Theil nehmen, noch einmal sollte die 
Fronde hell aufflackern, um dann für immer zu er- 
löschen. Der Prinz Conde hatte sich nach Paris be- 
geben, aber trotzdem die Menge ihm viel Sympathie 
bezeugte, bemerkte er doch eine grosse Missstimmunp 
im Volke. Alles sehnte sich nach Ruhe. Mazarin'h 
Feinde waren nur mehr dem Anscheine nach einig, im 
Geheimen unterhandelten sie alle mit dem Hofe; jeder 
suchte seinen Vortheil auf Kosten des anderen. Der 
grosse Conde, von den königlichen Truppen, die noch 
an Zahl jeden Tag zunahmen, bedrängt, veränderte 
seine Stellung. Gaston machte ihm viel zu schaffen, 
sein Weg war nicht mehr frei. Er setzte sich daher 
in Saint-Cloud fest, und welchen Ausgang der Kampf 
in der Vorstadt Saint-Antoine nahm, das zeigen d(e 
Memoires unseres Autors zur Genüge. Dieses war 
auch die letzte Waffenthat La Rochefoucauld's , ein 
Schuss nämlich, welcher ihn in's Gesicht traf, nahm 
ihm für längere Zeit die Sehkraft. Seine Zeitgenossin 
Mademoisselle de Montpensier schreibt in ihren Memoires: 
;? Je trouvoi dans la rue de la Tixanderie le plus affreux 
spectacle qui se puisse regarder: c'etoit M. le duc de 
La Rochefoucauld qui avoit un coup de mousquet qui 
lui prenoit au coin de Toeil d'un cote et lui sortoit par 
Fautre, entre [Toeil] et le nez; de sorte que les deux 
yeux etoient offenses; il sembloit qu'ils lui tombassent, 
tant il perdoit de sang par lä! tout son visage en etoit 
plein, et meme il suffloit sans cesse, comme s'il eüt 
eu crainte que celui qui entroit dans la bouche [ne 
l'etouffät]. Son fils le tenoit par une main et Gourville 



— 55 — 

par l'autre: car il ne voyoit goutte; il etoit ä cheval, 
et avoit un pourpoint blanc aussi bien que ceux qui 
le menoient, qui etoient tout couverts de sang comme 
le sien; ils se fondoient en larmes; car, ä le voir en 
cet etat, je n'eusse jamais cru qu'il en eüt pu echapper. 
Je m'arretoi pour parier ä lui; mais il ne me repondit 
pas: c'etoit tont ce quil pouvoit faire que d'entendre". 
Viele glaubten in der Verwundung La Rochefoucauld's 
eine Art von göttlicher Strafe zu erblicken, wenigstens 
muss man so urtheilen, wenn man die nachfolgenden 
Zeilen liest, die Madamoisselle de Montpensier uns 
hinterlassen: „Beaueoup de personnes dirent sur la 
blessure de ces messieurs que Dieu les avoit punis et 
que leurs negociations etant cause qu'on avoit tout 
neglige, avoient ete celle de ce combat, oü ils avoient 
ete etrilles; et quoique cette pensee me füt venue aussi 
bien qu'ä d'autres, je ne laissoi pas d'avoir beaucoup 
de pitie de M. de La Rochefoucauld". 105 

Diese Verwundung brachte eine Wendung in La 
Rochefoucauld's Leben hervor. Endlich erkannte er, 
dass er nicht gegen sein Geschick anzukämpfen ver- 
mochte. Aber wie in allen Fällen er jedes Unglück, 
das ihn betraf, seinem Verhältnisse mit der Frau von 
Longueville zuschrieb, so betrachtete er auch seine 
Verwundung als eine Folge seiner einstigen Verbindung 
mit der Herzogin. Gourville erzählt: „M. de La Roche- 
foucauld y (Saint- Antoine) regut un coup qui, sans un 
miracle, auroit du lui perdre les deux yeux. Au sujet 
de cet accident, il fit graver un portrait de madame 
de Longueville, avec ces deux vers au bas: 



— 56 — 

Faisant la guerre au Roi, j'ai perdu 
les deux yeux; 

Mais, pour im tel objet, je l'aurois 
faite aux dieux". 106 
„Der Vorhang vor La Rochefoucauld's Augen war 
gefallen", 107 sa gt Laur, und er hat Recht. Als er sich 
wieder hob, da hatte Paris ein anderes Aussehen er- 
halten. Der äusserliche Frieden war geschlossen, und 
eine allgemeine Amnestie hatte Paris auch den inneren 
Frieden zurückgegeben. La Rochefoucauld war damals 
42 Jahre alt. Er war verändert sowohl an Geist als 
am Körper. Von der Frivolität der Jugend war nichts 
mehr zu finden, und in seinem Körper quälte ihn die 
Gicht. Eine gewisse Schwermuth bedrückte sein Ge- 
müth, Verbitterung und Menschenhass rückten in seine, 
Seele ein. Als er beinahe genesen war, wurde er auf 
sein Schloss Verteuil verbannt. Ludwig XIV. begnügte 
sich mit dieser Strafe für La Rochefoucauld, was uns 
beweist, wie wenig er ihn fürchtete. La Rochefoucauld's 
materielle Verhältnisse waren zerrüttet, das väterliche 
Schloss zerstört, seine Ländereien verwüstet. Er hatte 
also in seiner Einsamkeit genug damit zu thun, seine 
Finanzen wieder aufzubessern. Im Jahre 1659 gestattete 
der König, dass La Rochefoucauld wieder nach Paris 
zurückkam. Er kehrte zurück, aber sehr verändert. 
Lotheissen, der ein vorzügliches Bild auch von dem 
damaligen La Rochefoucauld entworfen, sagt: „Die Er- 
fahrungen hatten ihn in vieler Hinsicht verwandelt. 
Er war skeptisch geworden. Der glänzende, ehrgeizige 
Weltmann, der bezaubernde, flatterhafte Junker erschien 
nur als ein trauriger, ernster Mann". 108 Da es nun 



— 57 - 

La Rochefoucauld nicht gelungen war sein Vermögen 
in geordnete Verhältnisse zu bringen, bewilligte der 
König ihm eine jährliche Pension von 8000 Livres, um, 
wie er dabei bemerken Hess, ihm für die grossen Verluste 
einen Schadenersatz zu geben, die die Fronde ihm ver- 
ursacht. Welch' eine Ironie lag nicht in diesen Worten. 
Wir können überhaupt solche Handlungen nicht beur- 
theilen. Aber die damalige Zeit muss wohl viele solcher 
Thatsachen aufzuweisen gehabt haben. Lotheissen er- 
zählt: „Derlei kleine Züge vervollständigen die Characte- 
ristik der Zeit. Welch' ein Stolz und welche Verachtung 
lag in der Bewilligung dieses Geschenkes und wie wenig 
heroischen Sinn bewies seine Annahme!" 109 La Roche- 
foucauld stand aber deswegen keineswegs in der Gunst 
des Königs. Er wurde in Paris geduldet, das war 
Alles. An den Hof kam er nicht mehr, nur in der 
Gesellschaft, die in den Salons der Mademoisselle im 
Luxembourg, der Madame de la Fayette und der Ma- 
dame de Sable wurde er oft gesehen. Er widmete sich 
ganz der Litteratur. Sein Körper wurde durch die 
furchtbare Gicht, welche ihn plagte, immer schwächer, 
obgleich seine Geistesfrische stets dieselbe blieb. Die 
letzte Zeit seines Lebens verbrachte er ruhig im Kreise 
seiner Freunde. 

10. Vor seinem Ende hatte La Rochefoucauld 
noch viele seelische und körperliche Leiden durchzu- 
kämpfen. Aber keineswegs vermochten ihn diese nieder- 
zudrücken. Selbst als sein Lieblingssohn beim Rhein- 
übergange getödtet und ein anderer Sohn schwer ver- 
wundet wurde, murrte er nicht. Aber La Rochefoucauld 
konnte nicht verhindern, dass ihm bei der traurigen 



— 58 — 

Nachricht dir Thränen flössen. Seine Freundin Madame 
de Sevigne schreibt an ihre Tochter: „Je viens d'ap- 
prendre, ma fille, une triste nouvelle, dont je ne vous 
dirai point le detail, parce que je ne le sgai pas. Mais 
je sgais qu'au passage de l'Issel, sous les ordres de 
Mr. le Prince, Mr. de Longueville a ete tue, cette nou- 
velle accable; J'etois chez Madame de la Fayette, quand 
on vint Papprendre ä M. de La Rochefoucauld, avec 
la blessure, de M. de Marcillac. Cette grele est tombee 
sur lui en ma presence: il a ete tres vivement afflige; 
ses larmes ont coule du fond du coeur, et sa fermete 
Pa empeche d'eclater. Apres ces nouvelles" . . . , 110 
Der hartgeprüfte Mann gewann aber die alte Kraft 
bald zurück. Sein Inneres war arg bedrückt, aber sein 
Aeusseres zeigte den gleichmüthigen Hofmann. Auch 
Madame de Sevigne erzählt von der grossen Gewalt, 
die La Rochefoucauld über sich hatte: „J'ai vu son 
coeur ä decouvert dans cette cruelle aventure; il est 
au premier rang de ce que j'ai jamais vu de courage, 
de merite, de tendresse et de raison; je compte pour 
rien son esprit et ses agremens". 111 

Zu diesen seelischen Leiden kam noch die grosse 
Qual, welche ihm die Gicht verursachte. Gehen konnte 
er gar nicht mehr, stets war er an den Lehnstuhl ge- 
fesselt. Die Aerzte glaubten, dass ihm die Landluft 
gut thun werde und gaben daher seinem Verlangen 
nach, einige Zeit in Verteuil verbringen zu dürfen. 
„Pour M. de La Rochefoucauld", schreibt Madame de 
Sevigne, „il alloit, comme un enfant, revoir Verteuil et 
les lieux oü il a ete amoureux" . . . , 112 Sobald er 
wieder nach Paris zurückgekehrt war, begannen die 



— 59 — 

heftigsten Schmerzen von Neuem. Sie waren bisweilen 
so quälend, dass er in lautes Schreien ausbrach. Wir 
müssen hierfür stets Madame de Sevigne zitieren, die 
in ihren vortrefflichen Briefen uns allein darüber Mit- 
theilung gemacht hat. Sie sagt: „Je fus hier chez 
M. de La Rochefoucauld, je le trouvoi criant les hauts 
cris; ses douleurs etoient ä un point que toute sa con- 
stance etoit vaincue: Fexces de ses douleurs Fagitoit 
de teile sorte, qu'il etoit en Fair dans sa chaise avec 
une fievre violente. II me fit une pitie extreme: je ne 
Favois jamais vü en cet etat; il me pria de vous le 
mander, et de vous assurer que les voues ne souffrent 
point en un moment ce qu'il souffre la moitie de sa 
vie, et qu'aussi il souhaite la mort comme un coup de 
gräce; sa nuit n'a pas ete meilleure". 113 Sobald diese 
Anfälle vorüber, war er wieder ganz der geistig rege 
Mann, wie einige Jahre vorher. La Rochefoucauld, 
der selbst die Freundschaft in seinen Maximes leugnete, 
erfuhr in seiner schweren Zeit, dass es doch wahre 
Freundschaft gebe. Gewiss hätte er seine kurzgefassten 
Sprüche noch geändert, wenn ihm diese Erfahrung 
früher gekommen wäre. Seine Freunde besuchten ihn 
fleissig und thaten alles Mögliche, um ihm seine Leiden 
zu mildern. Lotheissen schildert in einigen wenigen 
Sätzen diese Opferwilligkeit der Freunde La Roche- 
foucauld's: „Was auf dem Gebiete der Literatur Neues 
erschien, wurde ihm alsdann gebracht. Corneille kam 
selbst, ihm seine Tragödie „Pulcherie" einige Zeit vor 
der Aufführung vorzulesen. Kaum waren Moliere's 
„Femmes savantes" über die Bretter gegangen, als das 
reizende Stück dem Kranken mitgetheilt wurde. Die 



— 60 — 

Schmerzen hinderten ihn nicht, der geistigen Arbeit zu 
folgen*. 114 Im Anfange des Jahres 1680 verschlimmerte 
sich sein Leiden zusehends. Trotzdem nährte er noch 
den Gedanken sich in ein Bad des Südens zu begeben. 
Madame de Sevigne, die ihn besucht hatte, schrieb gleich 
darauf an ihre Tochter: „II est dans son Hotel de La 
Rochefoucauld, n'ayant plus d'esperance de marcher; 
son Chäteau en Espagne, c'est de se faire dans les 
maisons ou clans son carosse pour prendre l'air: II 
parle d'aller aux Eaux: je täche de l'envoier ä Digne, 
et d'autres ä Bourbon". 115 An eine Reise konnte aber 
im Geringsten nicht mehr gedacht werden. Die Fieber 
vermehrten sich und zugleich auch die Schmerzen. 
Man wollte noch einen Arzt hinzurufen, obgleich es 
vollkommen unnütz war. In Madame de Sevigne's 
Briefen spricht sich die Hoffnungslosigkeit klar aus: 
„M. de La Rochefoucauld", schreibt Frau von Sevigne, 
a ete et est encore considerablement malade; il est 
mieux aujourd'hui; mais c'etoit l'apparence de la mort, 
une grosse fievre, une oppression, une goutte remontee. 
II etoit question de l'Anglois, des Medecins, et de frere 
Ange; il a choisi son Parrain, c'est donc frere Ange 
qui le tuera, si Dieu l'a ordonne ainsi". 116 Helfen 
konnte ihm Keiner mehr, der Körper war gebrochen. 
Seine Tage waren gezählt. Am 15. März des Jahres 1680 
schrieb Frau von Sevigne: „Je crains bien, que nous 
ne perdions M. de La Rochefoucauld; sa fievre a con- 
tinue; il a re<ju hier Notre-Seigneur, mais son etat est 
une chose digne d'admiration. II est fort bien dispose 
pour sa conscience, voilä qui est fait: du reste, c'est 
la maladie et la mort de son voisin, dont il est question ; 



— 61 — 

il n'en est pas effleure; il n'en est pas trouble; il en- 
tend plaider devant lui la cause des Medecins du frere 
Ange, et de l'Anglois, d'une tete libre, sans daigner 
quasi dite son avis: je reviens ä ces vers: 

„Trop au-dessous de lui pour y preter 1'esprit". 

croyez-moi, ma fille, ce n'est pas inutilement 

qu'il a fait des reflexions toute sa vie; il s'est approche 
de teile sorte ces derniers momens, qu'ils n'ont rien 
de nouveau, ni d'etranger pour lui". 117 

Madame de Sevigne hatte recht geurtheilt. Man 
beeilte sich seinen Sohn, den Prinzen Marcillac herbei- 
zurufen. Es war die höchste Zeit gewesen. Einmal 
schien das Lebenslicht in La Rochefoucauld, nach dem 
Heilmittel, welches M. d'Anglois ihm eingegeben, wieder 
aufzuflackern. Aber die Freude, die man darüber fühlte, 
war verfrüht, denn gleich darauf hauchte er in der 
Nacht vom 17. zum 18. März in den Armen Marcillac's 
und Bossuet's, des Bischofs von Condom, seinen Geist 
aus. 118 La Rochefoucauld war 67 Jahre alt geworden. 
Nicht, wie er in seinen Maximes sagt: „Le soleil ni la 
mort ne se peuvent regarder fixement", hat er sich vor 
dem Tode gefürchtet. Im Gegentheile, er hat ihn ruhig 
erwartet. Seine in nicht günstigen Verhältnissen zu- 
rückbleibende Familie war trostlos, ebenso seine Freunde. 
Mit La Rochefoucauld starb ein. Mann, der ein bewegtes 
Leben durchlebt, wie selten ein zweiter. Und wunder- 
bare Fügung des SchicksaFs, er, der sein ganzes Da- 
sein in einer beständigen Rebellion gegen seinen König 
und seine Vorgesetzten verbracht hatte, starb ruhig in 



— 62 — 

Beinern Bette, während sein letzter directer Nachkomme, 
der den Titel eines Herzogs führte und stets ein Muster 
wahrer Tugend gewesen war und nur an der Revolution 
im Jahre 1789 aus dem Grunde theilnahm, um damit 
der Menschheit zu dienen, als Opfer der Revolution 
auf dem Schafft) t endete. 119 



Kapitel II 



ta Rochefoucauld 's schriftstellerisches 
Wirken: das Entstehen seiner Werke. 

§. 1. Seine Stellung zum Hause 'Rambouillet, 
2. Freundschaft mit Madame de La Fayette und Madame 
de Sable. 3. Herausgabe der Memoires. 4. Abfassung 
und Herausgabe der Maximes. 

§. 1. Neben Voiture, dem geistvollen Prosaisten 
war auch La Rochefoucauld ein gern gesehener Gast 
im Hotel de Rambouillet. Als er nach seiner schweren 
Verwundung von der öffentlichen Lebensbühne ab- 
getreten war, lebte er nur den Wissenschaften. Was 
mangelhafte Erziehung ihm an Kenntnissen versagt 
hatte, holte er im Alter nach. 1 Seine geistvollen 
Aussprüche und Unterhaltungen belebten oft die ganze 
Gesellschaft. Bei diesen Zusammenkünften fanden sich 
nicht allein die Männer, sondern auch die Frauen von 
Geist ein, an welchen Paris, wie man weiss, zu keiner 
Zeit arm war. Unter diesen letzteren befanden sich 
als ständige Besucher die Herzogin von Tremouille, 
die Herzogin von Schomberg, Mme. de Sevigne, Mme. 
de La Fayette, Mme. de Sable und viele andere. Die 
beiden letzteren zählten sogar zu den gefeiertsten Damen 
des Hotel de Rambouillet. Hier war es auch, wo La 



— 64 — 

Rochefoucauld die Bekanntschaft der Mme. de La Fayette 
machte, welche auf sein späteres Leben einen so grossen 
Rinfluss übte. 

2. Marie Madelaine Pioche de La Vergue, spätere 
Mme. de la Fayette, wurde im Jahre 1634 geboren. 2 
Ihr Vater war Königl. Feldmarschall und Gouverneur 
von Havre, ihre Mutter, eine geborene de Pena, ent- 
stammte einer alten provenzalischen Familie. Marie- 
Madelaine empfing schon in ihrer frühesten Jugend 
eine vorzügliche wissenschaftliche Erziehung. Menage, 
Huet und Segrais arbeiteten unermüdlich daran, um 
den Geist ihrer schönen Schülerin auszubilden. Nicht 
allein, dass Marie sich mit dem Studium der lebenden 
Sprachen befasste, mit grosser Vorliebe trieb sie auch 
Latein. 

Kaum 16 Jahre alt heirathete sie den Grafen de 
La Fayette, einen sowohl an Geist als an Körper un- 
bedeutenden Mann. Sein ganzer Sinn war auf das 
Soldatenwesen konzentrirt. Bald jedoch wurde diese 
Ehe durch den Tod des Grafen gelöst. 

Mme. de La Fayette wurde schon als sehr junge 
Frau in das Hotel de Rambouillet geführt, und hier 
war es, wo sie die Bekanntschaft La Rochefoucauld's 
machte. Da sie nun selbst eine bedeutende Schrift- 
stellerin war, von der einst Pelisson und d'Olivet sagten: 
„Mme. de La Fayette, la femme de France qui avoit 
le plus d'esprit et qui ecrivoit le mieux . . . .", 3 so 
war es natürlich, dass sie bald ein grosses Gefallen an 
dem hervorragenden Denker finden musste. 

Trotzdem Mme. La Fayette bald nach der Heraus- 
gabe der Maximes in einem Briefe an Mme. de Sevigne 



— 65 — 

schrieb: „Wie verderbt müssen Geist und Herz sein, 
um so etwas schreiben zu können", 4 wurde sie im Jahre 
1665 die treueste Freundin von La Rochefoucauld. 
Dieses Verhältniss schlug so tiefe Wurzeln, dass wohl 
eine Ehe daraus geworden wäre, wenn den Herzog 
nicht Familienrücksichten, welche er zu nehmen ge- 
zwungen war, davon abgehalten hätten. Der Zeitgenosse 
Segrais schreibt ausführlich über dieses Freundschafts- 
verhältniss : „Monsieur de La Rochefoucauld disoit qu'il 
n'avoit trouve de l'amour que dans les Romans, pour 
lui, qu'il n'en avoit jamais senti. II donna de Tesprit 
et la politesse ä Mme. de la Fayette; mais Mme. de 
La Fayette regia son coeur. Mme. de La Fayette qui 
s'entendoit en toutes choses sans ostentations, s'enten- 
doit aussi en proces et ce fut eile qui empecha que 
M. de La Rochefoucauld ne perdit le plus beau de ses 
biens, lui ayant fourni les moyens de prouver qu'ils 
etoient substitues: leur amitie a dure vingt-cing ans". 5 
Wenn auch dieses Verhältniss nicht seinen Abschluss 
in einer Ehe fand, so wurde es bis zum Tode La 
Rochefoucauld's fest und heilig gehalten, ja, es gestaltete 
sich mit jedem Tage immer inniger. Lotheissen erzählt: 
„Die Gräfin zählte damals ein und dreissig Jahre, der 
Herzog war bereits zwei und fünfzig Jahre alt. All- 
täglich kam er aus seinem Palais in der Rue de Seine 
zu dem schönen Hause, das seine Freundin gegenüber 
dem Petit Luxembourg, in der Rue de Vaugirard be- 
wohnte. Die Rücksicht auf die Familie des Herzogs, 
die eine neue Ehe sehr ungern gesehen hätte, Hess den 
Gedanken an eine solche aufgeben. Aber man erkannte 
ihren Bund allgemein als legitim an. Die Gräfin übte 

ßahstede, La Eochefoucauld. 5 



— 66 — 

einen mildernden und beruhigenden Einfluss auf La 

Rochefoucauld's verstimmtes Gemüth aus Die 

Leidenschaften waren verflogen, der Ehrgeiz schon lange 
verbannt, nun schwand allmählig auch die Bitterkeit 
des Herzens, welche so viel Antheil an den Maximes 
gehabt hatte. Die sichere Freundschaft, deren La 
Rochefoucauld sich erfreute, stimmte ihn ruhiger, er- 
füllte sein Herz mit Wärme". 6 Diesen letzten von 
Lotheissen ausgesprochenen Satz bestätigt Mme. de 
Sevigne mit folgenden Worten: „Le coeur de M. de La 
Rochefoucauld pour sa familie est une chose incom- 
parable". 7 

Beide beschäftigten sich schriftstellerisch und es 
ist daher wohl anzunehmen, dass auch beide einen 
gegenseitigen Einfluss auf einander ausgeübt haben. 
Koerting jedoch bezweifelt dieses indem er anführt: 
„Wir sind geneigt anzunehmen, dass La Rochefoucauld 
keinen oder doch nur einen durchaus indirekten Antheil 
an den Produktionen der Lafayette hat. Wir haben 
deren Werke namentlich auch in der Absicht durchlesen, 
eine Einwirkung des Verfassers der Maximes konstatiren 
zu können, vermögen aber keine einzige Zeile zu zitiren, 
die den Anschein hätte, von La Rochefoucauld inspirirt 
zu sein". 8 Wie stimmt aber dieser Ausspruch mit dem 
Sainte-Beuve's überein, der schreibt: „C'est pourtant 
dans Thiver qui suivit, que M. de La Rochefoucauld 
et eile s'occuperent finalement de ce joli roman qui 
parut chez Barbin le 16 mars 1678 .... Personne, 
au reste, ne s'y meprit cette fois, les lectures confiden- 
tielles avaient fait bruit, et le livre fut bien reQu comme 
Toeuvre de la seule Mme. de La Fayette, aidee du goüt 



— 67 — 

cle M. de La Rochefoucauld" . . . . 9 Der Einfluss, wie 
Sainte Beuve ihn darstellt, ist keineswegs so gross ge- 
wesen. Das Buch, an welchem er die Mitarbeiterschaft 
La Rochefoucauld's beweisen will ist „La Princesse de 
Cleves". Hier hat Sainte -Beuve entschieden fehlge- 
griffen, ja wir sind geneigt zu glauben, dass er über- 
haupt „La Princesse de Cleves" nicht gelesen hat. In 
diesem Werke deutet jede Zeile auf eine echt weibliche 
Feder. Zudem war La Rochefoucauld nicht im Min- 
desten Dichter; wie soll er daher die Lafayette hierin 
als Dichterin beeinflusst haben? Allein auf die Form 
wäre ein Einfluss La Rochefoucauld's auf die Lafayette 
erkennbar. Hat doch Letztere selbst ausgesprochen: 
; ,M. de La Rochefoucauld m'a donne de Fesprit, mais 
j'ai reforme son coeur". 10 In treuer Freundschaft lebten 
sie beide zusammen, bis der Tod La Rochefoucauld's 
das Bündniss zerstörte. Mme. La Fayette verlor ihren 
treuesten Freund und ihre Seele befiel eine tiefe Trauer, 
die sie nicht mehr verliess. Mme. de Sevigne schreibt 
darüber in ihren unvergleichlichen Briefen: „M. de La 
Rochefoucauld est mort cette nuit; j'ai la tete si pleine 
de ce malheur, et de Textreme affliction de Mme. de 
La Fayette, qu'il faut que je vous en parle .... M. de 
Marcillac ne l'a pas quitte d'un moment, il est dans 
une affliction qui ne se peut representer; cependant, 
ma fille, il retrouvera le Roi et la Cour, toute famille 
se retrouvera ä sa place , — mais oü Mme. de La 
Fayette retrouvera-t-elle un tel ami, une teile societe, 
une pareille douceur, un agrement, une confiance, une 
consideration pour eile et pour son fils? Elle est in- 
firme, eile est toujours dans sa chambre; eile ne court 

5* 



— 68 — 

point los rues; M. de La Rochefoucauld etoit sedentaire 
aussi, cet etat les rendoit necessaires Fun ä l'autre: 
rien ne pouvoit etre compare ä la confiance et aux 
charmes de leur amitie. Ma fille, songez-y, vous trou- 
verez qu'il est impossible de faire une perte plus sen- 
sible, et dont le temps puisse moins consoler 

M. de Marcillac est afflige outre mesure; son pauvre 
pere est sur le chemin de Verteuil fort-tristement, et 
pour Mme. La Fayette, le temps, qui est si bon aux 
autres, augmente et augmentera sa tristesse" . . . . ll 

Dreizehn Jahre nach La Rochefoucauld starb Mme. 
de La Fayette. 12 Bis an ihr Ende behielt sie ganz die 
Geistesfrische und Geistesthätigkeit, die sie stets so 
sehr auszeichneten. 

Nicht ganz so nahe, aber doch auch in innigen 
Beziehungen stand La Rochefoucauld zu der Frau von 
Sable. Auch sie war, wie schon gesagt, eine der her- 
vorragendsten Erscheinungen des Hotel de Rambouillet. 
Voiture's Briefe 13 sind angefüllt mit ihrem Namen und 
die Briefe, welche dieser direct an sie gerichtet, athmen 
die höchste Verehrung. 

Bevor wir das Verhältniss unseres Autors zu der 
Mme. de Sable näher betrachten, sei es uns gestattet 
auf das Leben derselben ein Rückblick zu werfen. 
Madelaine de Souvre war die Tochter Gilles de Souvre, 
Marquis de Courtenvaux und Marschalls von Frankreich. 
Schon in ihrer frühesten Jugend zeigte sie viel Geist 
und grosse Liebe zu den Wissenschaften. Selbst der 
arge Spötter Tallement des Reaux, der gewöhnlich nur 
die schlechtesten Seiten seiner Zeitgenossen hervorzu- 
heben wusste, sagte von ihr: „Elle avoit bien de Tesprit". 14 



— 69 — 

Auch in ihren eigenen Maximes bewies sie das zur 
Genüge. Mme. de Motteville fühlt sich zu folgenden 
Worten über die Frau von Sable hingerissen: „J'ai 
toujours reconnu dans Mme. de Sable beaucoup de 
lumiere et de sincerite". 15 Zu diesen Geistesgaben ge- 
sellte sich eine ausserordentliche Schönheit, und somit 
besass sie alle Mittel um gefallen zu können. Man ist 
versucht zu dem Glauben, dass Madelaine einen Schwärm 
von Anbetern um sich hätte versammeln müssen. Doch 
sie, die als Schülerin der Astree erzogen, obgleich die 
Liebesphilosophie der Astree keineswegs rein und der 
Courmacherei abhold ist, hatte sich eine rein ideale 
Anschauung der Liebe bewahrt, und hielt daher jede 
Art von Courmacherei von sich fern. 16 

Im Jahre 1614 wurde Madelaine kaum 15 Jahre 
alt an Philippe-Emanuel de Laval-Montmorency, seigneur 
de Bois Dauphin und Marquis de Sable verheirathet. 
Eine Neigungsheirath war diese nicht im Geringsten. 
Beider Naturen waren zu verschieden, als dass sie sich 
hätten einander anziehen können. Mit all' ihrer Schönheit 
und ihrem Geist vermochte sie ihren Gemahl nicht zu 
fesseln, und trotzdem Madelaine ihm 4 Kinder geboren 
hatte, war die Ehe liebelos geblieben. Der Marquis 
war im Verhältniss zu seiner Frau zu unbedeutend. 
Cousin schreibt: „On ne soit pas une autre chose de 
son rnari, sinon qu'il mourut en 1640 et qu'elle en eut 
quatre enfants". 17 Jedoch wurde der Marquise von 
anderer Seite eine tiefe Liebe entgegengebracht. Unter 
den Cavalieren, welche sich um die Gunst der Marquise 
bemühten, befand sich auch Henri de Montmorency. 
Er war ein ausserordentlich schöner und stolzer, aber 



~- 70 

dabei loyal denkender Mann. In ihm konnte die Mar- 
quise wohl ein Ideal erblicken, um so mehr, als Mont- 
morency Madeleine mit der ganzen Macht seines Herzens 
lichte. Lange jedoch dauerte diese Zuneigung nicht, 
denn sobald als Montmorency seine Augen auch zu der 
Königin erhob, da brach die Marquise sofort mit ihm: 
„Je lui ai oui dire", sagt Mme. de Motteville, „que sa 
fierte fut teile ä Tegard du duc de Montmorency, qu'aux 
premieres demonstrations qu'il lui donna de son chan- 
gement, eile ne voulut pas le voir, ne pouvant recevoir 
agreablement des respects qu'elle avoit ä partager avec 
la plus grande princesse du monde". 18 Sich von Mont- 
morency zurückziehen, konnte Mme. de Sable wohl, 
aber ihn vergessen nimmer. Als er im Jahre 1632 in 
Folge einer Verschwörung, welche er mit dem Herzoge 
de La Rochefoucauld V gegen Richelieu angezettelt, zu 
Toulouse enthauptet wurde, da beschlich sie eine tiefe 
Trauer. Sie hat dem doch Verschmähten mehr Thränen 
nachgeweint, als ihrem Gemahl, der acht Jahre nach 
diesem Vorfall starb. 

Den tiefsten Schmerz aber verursachte der Marquise 
der Tod ihres geliebten Sohnes, der in der Nacht des 
1. October 1646 bei der Belagerung von Dunkirchen 
fiel. Bis zu ihrem Tode wich der schmerzliche Eindruck, 
welchen dieser Vorfall hervorgerufen, nicht von ihrer 
Seele. Ihre Umgebung freilich versuchte ihr Trost zu- 
zusprechen und auf alle Art ihr Leben zu erheitern. 
Durch ihre immer gleich bleibende Freundlichkeit hatte 
die Marquise sich viele Freunde erworben, und in Folge 
ihrer strengen Verschwiegenheit wurde sie die Vertraute 
Aller. Als aber die Zeit der Fronde eintrat, da wurden 



— 71 — 

ihre Freunde nach allen Seiten zerstreut. Mme. de 
Sable, 1 ihr Bruder, der Commandern* de Souvre, wie 
das Fräulein de Rambouillet blieben treu an der Königin 
Seite. Leimet freilich behauptet, 19 dass sie aus kluger 
Berechnung der Königin ergeben geblieben sei, da sie 
aus der königlichen Kasse 2000 Thaler Pension erhielt. 
Wie dem aber auch sei, ihr Verbleiben bei der Königin 
gewährte ihr den Vortheil, dass sie nicht mit in die 
Intriguen der Frondeurs hineingezogen wurde. Sobald 
der Bürgerkrieg zu Ende war, versammelten sich die 
alten Freunde wieder um sie. 

Schon seit langer Zeit hatte die Marquise die 
Vorstadt Saint-Honore im Verein mit ihrer innigsten 
Freundin, der Comtesse de Maure verlassen und war 
nach der Place royale übergesiedelt. Dort gedachten 
die einst so hervorragenden Frauen, mit den edelsten 
Namen, aber ohne Vermögen, nur noch den Wissen- 
schaften zu leben. Auch hier war ihr Salon nie leer. 
E. Laur erzählt darüber: „Da von dem sehr beträcht- 
lichen Vermögen des Marquis nur „d'assez beaux restes" 
geblieben, vertauschte Mme. de Sable den Faubourg 
St.-Honore mit der Place royale. Hier empfing sie in 
ihrem Salon den Grand Conde und dessen Schwester 
Mme. de Longueville, die Prinzessin de Guymene, den 
schon erwähnten Herzog von Savoie-Nemours und viele 
Andere, unter diesen auch „hommes de lettres", denn 
Mme. de Sable war eine der eifrigsten und gefeiertsten 
Precieuses des Hotel de Rambouillet gewesen". 20 

Zu derselben Zeit hatte sich in Paris in einem 
etwa fünf Minuten vom Centrum gelegenen Viertel im 
Luxembourg eine andere Gesellschaft gebildet. Hier 



— 72 — 

wohnte Mademoiselle, die einzige Tochter Gastons, des 
Herzogs von Orleans. „Diese beschäftigte sich, wie Laur 
sagt, faute de mieux, d. h. in Ermangelung der Politik, 
mit der Litteratur". 21 An diesem Hof erschienen 2 - Mme. 
de Thianges, die Comtesse de Maure, Mlle. de Vaudy, 
die Comtesse de Bregy, die Herzogin de La Tremouille, 
die Herzogin de Chatillon, Mlle. de Montbazon, die 
Herzogin de Schomberg (welche wir als Mlle. d'Haute- 
fort schon kennen), Mme. de Sable, Mme. de Sevigne 
und ihre Freundin Mme. de La Fayette. Unter den Män- 
nern aber, es waren deren nur wenige, nahm den 
ersten Eang La Rochefoucauld ein. 

In dem Salon der Mademoiselle war es, wo La Roche- 
foucauld und Mme. de Sable sich kennen lernten, und als 
später die letztere ihre Wohnung im Port-Royal nahm? 
war La Rochefoucauld immer ihr gern gesehener Gast. 
Die Freundschaft, welche ihn mit der Marquise de Sable 
verband, war um so eher zustande gekommen, als beide 
auf gemeinsamem Gebiete arbeiteten. Die Marquise 
hatte schon ein Werk veröffentlicht, das über die Er- 
ziehung der Kinder handelte. Eine zweite Arbeit „Ueber 
die Freundschaft", entstand als die Freundschaft zwischen 
Beiden schon begonnen hatte. La Rochefoucauld hatte 
der Frau von Sable seine Maxime über die Freundschaft 
vorgelesen: „L'amitie la plus desinteressee n'est qu'un 
trafic ou notre amour-propre se propose toujours quelque 
chose ä gagner". 23 Mme. de Sable aber dachte anders 
darüber. Jedes Wort seiner Maxime griff sie uner- 
bittlich an, sie trennte genau die Freundschaft von dem 
Vortheil. Aus diesem Streit entstand die Abhandlung 
der Frau von Sable, betitelt „De Famitie". Die ganze 



— 73 — 

Abhandlung zeigt viel, unendlich viel Geist, aber in 
dieser wie auch in den späteren Maximes der Frau von 
Sable entdeckt man überall die Einwirkung, die durch 
ihren Verkehr mit La Rochefoucauld entstanden. Einer 
lernte von dem Anderen, gegenseitig gaben sie sich 
Anlass zu neuen Werken, und in dem Salon der Mar- 
quise de Sable geschah es auch, dass La Rochefoucauld 
die Anregung zu den Maximes bekam. Cousin meint: 
„De meme, otez la societe de Mme. de Sable et la 
passion des sentences et des pensees qui y regnait, 
jamais La Rochefoucauld n'eüt songe ni ä composer ni 
ä publier son livre". 24 Wie gross die Einwirkung der 
Mme. de Sable auf La Rochefoucauld gewesen, das 
lehren die „lettres inedites" der Frau von Sable. Man 
ersieht aus jeder ihrer Zeilen, wie La Rochefoucauld 
stets über seine Werke den Rath seiner Freundin nicht 
allein eingeholt, sondern dass er oft nach ihrer Meinung 
seine niedergeschriebenen Gedanken geändert hat. 

3. Das Werk, welches La Rochefoucauld neben 
seinen Maximes die Unsterblichkeit sichert, sind seine 
Memoires. Als unser Autor sich in Folge seiner 
schweren Verwundung ins Privatleben zurückgezogen 
hatte, machte er sich daran, eine Schilderung seiner 
Zeit zu verfassen. Keiner ausser La Rochefoucauld, 
ausgenommen Retz, war dazu befähigt, eine genaue 
Beschreibung der Wirrsale seiner Zeit zu liefern, die 
er alle vom Anfang bis zum Ende durchlebt hatte. 
La Rochefoucauld arbeitete seine Memoires aus, aber 
er veröffentlichte sie nicht sogleich. Da er aber stets 
alles das, was er schrieb, 25 seinen Freunden zum Lesen 
gab, so konnte es nicht ausbleiben, dass einmal ein 



— 74 — 

Betrug stattfand. Dieser trat nun auch wirklich bei 
den Memoires ein. Er hatte das Manuscript derselben 
seinem Freunde Arnauld d'Andilly in der Absicht über- 
geben, damit dieser die letzten Verbesserungen daran 
mache, besonders was die Reinheit der Sprache betraf. 
Der Graf de Brienne, welcher viel bei Arnauld verkehrte 
und ebenfalls um die Existenz der Memoires wusste? 
bat diesen sie ihm zu leihen. Brienne, weniger ehrlich 
als Arnauld, schrieb dieselben rasch ab und übergab 
sie dem Verleger Barthelin in Rouen. Dieser aber 
starb, bevor die Auflage vollendet war, und seine Wittwe 
konnte wegen ihrer Armuth diese nicht zum Verkauf 
fertig stellen lassen. La Rochefoucauld, welcher unter- 
dessen vom Druck seiner Memoires gehört hatte, liess 
sofort durch den Präsidenten von Rouen die Auflage ein- 
ziehen und schickte der Wittwe Barthelin's 25 Pistolen. 26 
Einmal also war es La Rochefoucauld gelungen, die uner- 
laubte Ausgabe seiner Memoires zu unterdrücken, das 
zweite Mal war er nicht so glücklich, da diese in Holland 
herausgegeben wurde. Im Jahre 1662 erschien in 
Amsterdam dieses Werk unter dem falschen Verlagsort 
Cöln, mit ebenfalls falschem Namen des Verlegers van 
Dyck unter dem Titel: Memoires de M. D. L. R. sur 
les brigues ä la mort de Louis XIII.', les guerres de 
Paris et de Guyenne et la prison des Princes. 27 Das 
Vorwort des Verlegers leugnete wenigstens nicht die 
Unechtheit der Memoires, indem es begann: „L'impa- 
tience que tout le monde a temoigne de voir ces Me- 
moires m'a oblige d'en precipiter l'impression, et de 
me servir pour cela d'une copie 28 fort mal ecrite, qu'un 
de mes amis m'avoit envoyee de France et qu'il avoit 



— 75 — 

faite pour lui-seul: aussi ne Faurois-je pu tirer de ses 
mains, s'il avoit pu me refuser cette priere, que je ne 
lui faisois que pour satisfaire la juste curiosite de tous 
les honnetes gens de l'Europe. C'est ce qui m'a fait 
passer pardessus beaucoup de considerations qui m'au- 
roient pu retenir, et qui m'a oblige de vous donner 
cette premiere edition, quoique j'eusse bien prevu qu'il 
etoit impossible qu'elle ne füt accompagnee de beaucoup 
de fautes". 29 

Von jetzt ab wurden schon an anderen Orten auch 
in Frankreich die Memoires gedruckt und ausgegeben. 
La Rochefoucauld war entrüstet, dass man ohne seine 
Erlaubniss sein Werk veröffentlichte, zudem erklärte er, 
dass die Memoires auf das schrecklichste entstellt seien, 
so dass er wohl sagen könne, zwei Drittel des Buches 
seien nicht von ihm geschrieben. 30 

Dass La Rochefoucauld auf das heftigste bestritt, 
er sei nicht der Verfasser dieser Memoires gewesen, 
darf nicht befremden. Im Gegentheile, es wäre über- 
raschend gewesen, hätte er sich als Autor derselben zu 
erkennen gegeben, er, der mit so grosser Rücksichts- 
losigkeit seine Umgebung ja seine intimsten Freunde 
blossgestellt hatte. Schliesslich aber, als er einsah, 
dass alles Leugnen nichts mehr half, da wollte er die 
Ausgabe seiner Memoires selbst bewirken. Gourville 
aber, der sein ganzes Zutrauen und den grössten Ein- 
fluss auf ihn besass, rieth energisch davon ab. ;? On 
ne peut savoir mauvais gre ni ä Gourville de son conseil 
prudent", sagt Renouard, „ni ä M. de La Rochefoucauld 
d'avoir sacrifie Tinteret de sa gloire litteraire ä la 
crainte de deplaire ä la cour, ou de desobliger tant de 



— 76 — 

personnes encore Vivantes qui se trouvoient citees dans 
ces Memoires d'une maniere qui pouvoit ne leur etre 
pas agreable: mais maintenant que ses considerations 
n'existent plus, il ne peut y avoir aucune raison de 
priver plus long-temps le public d'un ouvrage precieux 
par Timpartialite et la noble franchise avec laquelle 
Thistoire de ces temps orageux y est presentee". 31 
Kleinliche Furcht also war es, welche La Rochefoucauld 
verbot, offen als Autor derselben aufzutreten. 

Die Frage der Echtheit der Memoires ist mit dem 
Anfange unseres Jahrhunderts endgültig gelöst. Bour- 
dillon und Renouard haben Manuscripte entdeckt, an 
deren Authenticität nicht mehr gezweifelt werden kann. 
Gewiss sind es diejenigen, auf welche Vigneul-Mar- 
ville schon hinweist: „Je connois dans la bibliotheque 
d'un de mes amis un Manuscrit des Memoires de M. 
de La Rochefoucauld plus ample que n'est l'imprime, 
il seroit ä souhaiter qu'il le donnät au public". 32 
Freilich gesteht Renouard zu, class die von ihm ent- 
deckten Memoires von den zuerst herausgegebenen etwas 
verschieden seien, aber sie sind identisch mit den ersteren. 
Renouard sagt: ;; J'ai ete assez heureux pour recouvrer 
un manuscrit sur lequel sont presque ä chaque page 
des corrections et additions de la main de M. de La 
Rochefoucauld; et une note de M. le marquis de Sur- 
geres, ecrite en tete du volume, annonce ce manuscrit 
comme etant celui que confia ou donna son illustre 
auteur ä M. Arnauld d'Ardilly. Si cette note est 
exacte, comme rien ne porte ä en douter, 
il suit de la que le manuscrit sur lequel je 
fais mon edition est precisement celui que 



— 77 — 

M. de La Rochefoucauld avoit fait mettre au 
net, et ensuite corrige lui-meme pour le 
faire servir ä Pimpression qu'il projectoit. 
La comparaison du contenu de ce manuscrit avec toutes 
les editions publiees jusqu'ä ce jour, fait reconnaitre 
jusqu'ä Fevidence combien il leur est superieur dans 
tous les points. C'est un ouvrage entierement refondu, 
dans lequel des additions considerables fönt disparoitre 
les lacunes qui defigurent les editions anciennes et en 
rendent la lecture si peu profitable" . . . 33 Gewiss ist 
also, dass La Rochefoucauld öfter Umänderungen vor- 
genommen hat, er war es ja zu gewohnt stets an seinen 
Werken zu meisseln und zu feilen. 34 

Alle Ausgaben der Memoires beginnen mit der 
Rückkehr La Rochefoucauld's an den Hof, d. h. nach 
dem Tode des Kardinal de Richelieu, mit Ausnahme 
des von Renouard entdeckten Manuscripts. Dieses nimmt 
seinen Anfang erst mit der Gefangennahme der Prinzen. 
Daher ist also erwiesen, dass die erste im Jahre 1662 
gedruckte Copie des Manuscripts auch von La Roche- 
foucauld herrührt. 35 Wenn auch der Stil in dem zu- 
letzt entdeckten ein viel besserer ist, 36 so hat das seinen 
Grund darin, dass La Rochefoucauld stets, wie schon 
erwähnt, an der Verbesserung des Inhalts sowohl, wie 
an der des Stils gearbeitet hat. Die Authenticität der 
Memoires unterliegt also keinem Zweifel mehr. ; ,So 
ist denn auch", schreibt Laur, .„das Ableugnen seitens 
des Verfassers nur bezeichnend für den Mann, auf 
welchen in der ersten Hälfte seines Lebens das bekannte 
Wort sich anwenden lässt: „Ein Talent, doch kein 
Charakter". 37 



— 78 — 

4. Nach Port-Royal, der Pflegstätte des religiös- 
wissenschaftlichen Strebens, hatten sich zahlreiche er- 
lauchte Personen zurückgezogen, die des Weltgetriebes 
müde, daselbst ihr Leben in ruhiger Weise beschliessen 
wollten. Fast alle hatten sich dem strengen Janse- 
nismus zugeneigt, der überdies auch die gewinnendsten 
Kanzelredner aufzuweisen hatte. Es ist ja eine all- 
tägliche Erscheinung, dass diejenigen Menschen, welche 
eine Reihe von Jahren im Rausche des Festgetümmels 
verbracht, und wenig moralischen Wandel erlebt haben, 
im Alter sich der wirklichen Frömmigkeit oder doch 
der Frömmmelei ergeben. Laur erzählt über die An- 
siedler des Port-Royal: „Seine Bewohnerinnen hatten 
sich dem strengen Jansenismus zugewendet, weil dieser 
die ausgezeichneten Kanzelredner besass und weil die 
hohen Damen natürlich einer religion de premiere 
qualite den Vorzug gaben vor der gewöhnlichen ortho- 
doxen Lehre. Den Sitten jener Zeit gemäss zogen sich, 
wenn auch nicht in, so doch an das Kloster zurück 
Frauen von Stande, w T elche „genossen hatten das irdische 
Glück", d. h. bekanntlich: „sie haben gelebt und ge- 
liebet". 

„Man Hess sich innerhalb der weiten Umfassungs- 
mauern des Klosters, möglichst nahe der Kirche, — 
und dem Sprechzimmer ein bescheidenes corps de logis 
bauen, das man entweder abwechselnd mit dem eigenen 
prachtvollen Hotel in der Stadt oder dauernd bewohnte. 
Unter bescheiden ist zu verstehen, dass man auch eine 
Gesellschafterin, einen Sekretär, Koch, Bediente, Kutscher 
und Pferde dort halten und zahlreichen Besuch dort 
würdig empfangen konnte". 38 



— 79 — 

Unter derartigen Ansiedierinnen befand sich be- 
kanntlich auch Mme. de Sable. Die kleine auserlesene 
Gesellschaft, welche schon ihren Salon auf der Place 
royale besuchte, hatte sich auch an dieser heiligen 
Stätte um sie versammelt. Aber nicht allein, dass man 
in dieser Gesellschaft die Wissenschaften behandelte, 
man versuchte auch, wie solches im Salon der Mademoi- 
selle der Tochter Gastons, im Luxembourg der Fall, den 
Gesprächen eine besondere Form zu geben. Man übte 
sich mit grösserem oder geringerem Erfolge seine Ge- 
danken in kurze Sätze, Sentenzen, Reflexionen, Aphoris- 
men, Maximen zu kleiden. Möglichst klar und bündig 
wurde Alles gesagt, jedes Wort gewogen, keins zu viel 
und keins zu wenig gestattet. Auch Goethe schreibt ja 
in den Wanderjahren: „Kurzgefasste Sprüche jeder Art 
weiss ich zu ehren, besonders wenn sie mich anregen 
das Entgegengesetzte zu überschauen und in Ueberein- 
stimmung zu bringen. Hat doch der vernünftige Mann 
noch keine andere Beschäftigung gehabt!" Und Laur 
fügt noch in seiner Besprechung der Maximes hinzu: 
„Es giebt überdies einen geheimen Reiz dabei und zwar 
denselben, welcher den meisten Personen das Brief- 
schreiben so angenehm macht: nämlich die Möglichkeit, 
ja die Pflicht von sich selber zu sprechen, ohne eitel 
oder anmassend zu erscheinen. Unsere Erfahrungen, 
unsere Anschauungen werden als etwas Allgemein- 
Gültiges hingestellt, unsere persönliche Meinung tritt 
auf im Gewände bewährter Lebensregeln". 39 

Mme. de Sable hatte sich also im Palais -Royal 
eingerichtet, 40 und alle Welt sprach von ihren Diners, 
die wegen der dabei geführten Unterhaltung berühmt 



— 80 — 

waren. In dem Abfassen von kurzen Sprüchen war die 
Marquise allen ihren Gästen mit gutem Beispiele vor- 
angegangen. Sie verlangte aber auch, dass womöglich 
ein Jeder ihr folge. La Rochefoucauld war einer ihrer 
besten Schüler, unaufhörlich bat er sie um Aufklärungen : 
; ,Vous ne pouvez faire une belle clarite", schrieb La 
Rochefoucauld ihr, „que de permettre que le porteur 
de ce billet puisse entrer dans les mysteres de la 
marmelade et de vos veritables confitures et je vous 
supplie tres-humblement de faire en sa faveur tout ce 
que vous pourrez .... Sie je pouvois esperer deux 
assiettes de ces confitures dont je ne meritois pas de 
manger d'autrefois je croirois vous estre redevable toute 
ma vie". 41 

In dieser Gesellschaft also bewegte sich La Roche- 
foucauld als einer der eifrigsten Anhänger der Frau 
von Sable. Kaum hatte sie den Gedanken, Maximes 
zu verfertigen, angeregt, als La Rochefoucauld auch 
schon denselben in sich verarbeitete. Er, der seine 
Jugendzeit unter der stürmischen Regierung Ludwigs XIII. 
verlebte, der die Frauenherzen kannte, wie kein Zweiter, 
der die Fronde vom Anfange bis zum Ende mit durch- 
lebt hatte, er konnte jedenfalls aus seinem Leben Le- 
bensregeln ziehen. Seine erste freie Zeit, nachdem er 
vom politischen Schauplatze abgetreten war, hatte er 
dazu benutzt, die Begebenheiten seiner Zeit niederzu- 
schreiben; jetzt machte er sich daran, hieraus die 
Schlüsse zu ziehen. „Er war der Historiker der Fronde 
gewesen", sagt Laur, „jetzt wurde er ihr Moralist, fast 
ohne es zu wollen, jedenfalls ohne beim Beginn grossen 
Werth darauf zu legen". 42 Im Salon der Mme. de Sable 



— 81 — 

sind die Maximes entstanden, in der Form diesem Ur- 
sprung durchaus getreu. 

Frau von Sable verlangte wiederholt einige Apho- 
rismen von ihm. Bald darauf sandte La Rochefoucauld 
ihr mehrere und schreibt dazu: „Voilä tout ce que j'ai 
de maximes, mais on ne fait rien pour rien, je vous 
demande un potage de carottes". 43 Dieses ist jedenfalls 
bezeichnend, aber wahr. Mme. de Sable las nun diese 
Maximes ihrem kleinen Kreise vor, welcher nach An- 
hörung derselben sich sofort daran begab, sie zu kri- 
tisiren. Indem man sie bewunderte, bestritt und dar- 
über diskutirte, regte man den Autor derselben wieder zu 
neuen Gedanken an. Somit kann man ruhig behaupten, 
dass die Maximes in dem Salon der Mme. de Sable 
entstanden sind. 44 

Bevor La Rochefoucauld die Maximes herausgab, 
arbeitete er sie aufs neue durch. Immer meisselte und 
feilte er an ihnen, um sie kürzer und kürzer zu ge- 
stalten. Selbst nachdem sie erschienen waren, zeigte 
er sich noch nicht befriedigt. Er vergrösserte fort und 
fort sowohl ihre Anzahl als er sie auch inhaltlich und 
formell vervollkommnete. Die erste Ausgabe im Jahre 
1665 zeigte 316 Maximes, dagegen die letzte 503. Was 
die Korrekturen anbelangt, so will man bei einigen 
Maximes 30 und mehr Redaktionen entdeckt haben. 
Wir können daher nur sagen, dass La Rochefoucauld 
ein grosses stilistisches Werk in seinen Maximes ge- 
schaffen hat, welches ganz dazu sich eignet, seinen 
Verfasser unsterblich zu machen. 45 



Rahstede, La Rochefoucauld. 



Kapitel HL 



Beurtheilung der Persönlichkeit 

und der Werke La Roehefoucauld's durcli 

die Zeitgenossen. 

§. 1. Person. 2. Memoires. 3. Maximes. 

1. Sobald La Rochefoucauld's Schöpfungen in die 
Oeffentlichkeit gelangt waren, begann man sowohl diese 
als auch die Person des Verfassers einer näheren Prüfung 
zu unterziehen. La Rochefoucauld kennen zu lernen 
war leicht auch für ihm fern Stehende. Der Sitte der 
Zeit gemäss, die gern „Portraits" entwarf, hatte La 
Rochefoucauld auch sich selbst abgeschildert. 1 Wir 
lassen hier einen kurzen Auszug desselben folgen. 

Nachdem er seine äussere Erscheinung geschildert 

hat fährt er fort: „ Je me suis assez etudie 

pour me bien connoitre, et je ne manque ni d'assurance 
pour dire librement ce que je puis avoir de bonnes 
qualites, ni de sincerite pour avouer franchement ce que 
j'ai de defauts. Premierement , pour parier de mon 
humeur, je suis melancolique et je le suis ä un point 
que, depuis trois ou quatre ans, ä peine m'a-t-on vu 
rire trois ou quatre fois .... Je suis fort reserre 
avex ceux que je ne connois pas, et je ne suis pas 
meme extremement ouvert avec la plupart de ceux que 



— 83 — 

je connois .... J'ai de Tesprit, et je ne fais point 
difficulte de le dire; car ä quoi bon de fagonner lä- 
dessus? Tant biaiser et tant apporter d'adoucissement 
pour dire les avantages que Ton a, c'est, ce me semble, 
cacher en peu de vanite sous une modestie apparente et 
se servir d'une maniere bien adroite pour faire croire 
de soi beaucoup plus de bien que Ton n'en dit . . . . J'ai 
donc de Tesprit, encore une fois, mais un esprit que la 
melancolie gäte, .... j'ai une si forte application ä 
mon chagrin que souvent s'exprime assez mal ce que je 
veux dire. La conversation des honnetes gens est un 
des plaisirs qui me touchent le plus .... J'ecris bien 
en prose, je fais bien en vers, et si j'etois sensible ä 
la gloire qui vient de ce cote lä, je pense qu'avec 
peu de travail je pourrois m'acquerir assez de reputation. 
J'aime la lecture, en general; celle oü il se trouve 
quelque chose qui peut fagonner l'esprit et fortifier 
l'äme est celle que j'aime le plus; surtout j'ai une 
extreme satisfaction ä lire avec une personne d'esprit; 
car de cette sorte on reflechit ä tous moments sur ce 
qu'on lit et des reflexions quel l'on fait il se forme une 
conversation la plus agreable du monde et la plus utile 
. . . . J'ai toutes les passions assez douces et assez 
reglees: on ne m'a presque jamais vu en colere, et je 
n'ai jamais eu de haine pour personne. Je ne suis 
pas pourtant incapable de me venger, si l'on m'avoit 

offense Je suis peu sensible ä la pitie et je 

voudrois ne l'y etre point du tout. Cependant il n'est 
rien que je ne fisse pour le soulagement d'une personne 
affligee; et je crois effectivement que l'on doit tout 
faire, jusques ä lui temoigner meme beaucoup de com- 

6* 



— 84 — 

passion de son mal; car les miserables sont si sots que 
cela leur fait le plus grand bien du monde. Mais je 
tiens aussi qu'il faut en temoigner, et se garder soig- 
neusement d'en avoir. C'est une passion qui n'est bonne 
ä rien au dedans d'une äme bien faite, qui ne sert 
qu'a affoiblir le coeur et qu'on doit laisser au peuple 
qui n'executant jamais rien par la raison, a besoin de 
passions pour le porter ä faire les choses". 

Das Urtheil der Zeitgenossen über die Persönlich 
keit des Autors fiel weniger schmeichelhaft aber doch 
immer noch ziemlich günstig aus. Segrais sagt über 
ihn: „Monsieur de La Rochefoucauld n'avoit pas etudie; 
mais il savoit parfaitement le monde; cela lui donna 
lieu de faire des Reflexions, et de recluire en Maximes 
ce qu'il avoit trouve dans le coeur de l'Homme, dont 
il avoit une connaissance parfaite. Je fais une estime 
si grande de ces Maximes que je les sais presque toutes 
par coeur". 2 Retz, der wohl etwas neidisch auf den 
Erfolg La Rochefoucauld's geworden, schreibt in dem 
Portrait, das er von diesem entworfen: ; ,I1 n'a pas ete 
capable d'aucunes affaires et je ne sais pourquoi; car il 
avoit des qualites qui eussent supplee en tout autre 
celles, qu'il n'avoit pas. Sa vue n'etoit pas assez 
etendue, et il ne voyoit pas meme tout ensemble ce 
qui etoit ä sa portee; mais son bon sens tres-bon dans 
la speculation, Joint ä sa douceur, ä son insinuation, 
et ä sa facilite de moeurs qui est admirable devoit 
recompenser, plus qu'il n'a fait, le defaut de sa pene- 
tration. II a toujours eu une irresolution habituelle; 
mais je ne sais meme ä quoi attribuer cette irreso- 
lution". 3 La Rochefaucauld hatte mit der Zeit alle aus 



— 85 — 

seiner Erziehung resultirenden Schwächen seines Wesens 
verschwinden lassen, er war ein Gelehrter und hervor- 
ragender Denker geworden. Wie bei allen diesen die 
Schweigsamkeit ein besonderes Merkmal ist, so auch 
bei unserem Autor. Vigneul-Marville erzählt in wenigen 
Worten über den Character La Rochefoucauld's : ;; M. le 
Duc de La Rochefoucauld, qui pensoit et ecrivoit si 
bien, etoit tout retire en lui-meme, et ne parloit gueres". 4 
Ebensowenig machte La Rochefoucauld viel Aufhebens 
von sich selbst. Segrais, der unseren Autor sehr genau 
kannte, legt ein sehr gutes Zeugniss über seine Be- 
scheidenheit ab : „Monsieur de la Rochefoucauld Thomme 
du monde le plus poli; qui savoit garder toutes les 
bien-seances, et surtout qui ne se louoit jamais. Monsieur 
de Roquelaure et Monsieur de Miossans avoient beaucoup 
d'esprit, mais ils se louoient incessament, ils avoient un 
grand parti: Monsieur de La Rochefoucauld disoit en 
parlant d'eux, bien loin pourtant de sa pensee, je nie 
repens de la loi que je me suis imposee de ne me 
pas louer, j'aurois beaucoup plus de Seetateurs si je le 
faisois; voyes Monsieur de Roquelaure et Monsieur de 
Miossans qui parlent deux heures de suite devant une 
vingtaine de personnes, en se vantant toujours parmi 
ceux qui les ecoutent; il n'y en a que deux ou trois 
qui ne peuvent les souffrir, et les dix-sept autres les 
applaudissent comme des gens qui n'ont point leurs 
semblables". 5 Woher die Aengstlichkeit bei unserem 
Autor stammte, ob sie einer falschen Bescheidenheit 
oder wirklicher Furchtsamkeit entsprang, das wissen 
wir nicht zu sagen. Jedenfalls war sie für La Roche- 
foucauld verhängnissvoll , da sie ihm in wichtigen Mo- 



— 86 — 

menten viel Unangenehmes bereitete. Die Furcht nur 
war Schuld daran, dass der grosse Stilist nicht in die 
Academie aufgenommen wurde. Wir würden über diesen 
Umstand auch heute noch nichts wissen, wenn nicht 
Pellisson und d'Olivet ihn niedergeschrieben hätten. 
Diese erzählen Folgendes : „Mais il est triste pour 
l'honneur des lettres , qu'on n'ait päs use de la meme 
indulgence envers le feu duc de la Rochefoucauld auteur 
de ces Maximes si connues. Car Pobligation de haran- 
guer publiquement le jour qu'il auroit ete regu, fut le 
seul obstacle qui l'eloigne de TAcademie! et cela, parce 
qu'avec tout le courage qu'il avoit montre dans plusieurs 
occasions des plus vives, et avec toute la superiorite 
que sa naissance et son esprit lui donnoient sur des 
hommes ordinaires, il ne se croyoit capable de soutenir 
la vue d'une auditoire, et de prononcer seulement quatre 
lignes en public sans tomber en pämoison". 6 Auch 
Huet bestätigt dieses. 7 Der Kardinal de Retz, der 
wenig Gutes an La Rochefoucauld finden wollte, be- 
mächtigte sich dieser Schwäche mit grosser Freude, um 
dieselbe in seinem von La Rochefoucauld gemachten 
Portrait zu verwerthen: .... „Nous voyons les effets 
de cette irresolution, quoique nous n'en connaissions la 
cause. II n'a jamais ete par lui meme bon courtisan, 
quoiqu'il ait eu toujours bonne intention de Petre. II 
n'a jamais ete bon homme de parti, quoique toute sa vie 
il y ait engage. Cet air de honte et de timidite, 
que vous lui voyez dans la vie civile, s'etoit tourne dans 
les affaires en air d'apologie. II croyoit toujours 
en avoir bien . . ". 8 Wie soll man nun solche Schüch- 
ternheit mit der Tapferkeit , die er in jeder Schlacht 






— 87 — 

gezeigt hat, vereinigen? Wir können uns nicht dem 
Glauben hingeben, dass die Schwäche ihm von seinen 
Zeitgenossen angedichtet ist; die Uebereinstimmung so 
vieler Zeugen ist zu zwingend. Und doch steigt einiger 
Zweifel in uns auf, wenn man z. B. eine Unterhaltung 
verfolgt, die Saint - fivreniond einst mit de Candale in 
Bezug auf La Rochefoucauld hatte: „La prison de M. 
le Prince a fait sortir de la Cour une personne consi- 
derable, que j'honore infiniment: c'est M. de la Roche- 
foucauld, que son courage et sa conduite feront voir 
capable de toutes les choses oü il veut entrer. II va 
trouver de la reputation oü il trouvera peu d'interet; 
et sa mauvaise fortune fera paroitre un merite ä tout 
le monde, que la retenue de son humeur ne laissoit 
connoitre qu'aux plus delicats. En quelque fächeuse 
condition oü sa destinee le reduise, vous le verrez 
egalement eloigne de la foiblesse et de la fausse fer- 
mete se possedant sans crainte dans Petat le plus dan- 
gereux, mais ne s'opinätrant pas dans une affaire rui- 
neuse par Taigreur d'un ressentiment , ou par quelque 
fierte mal entendue. Dans la vie ordinaire, son com- 
merce est honnete, sa conversation juste et polie: tout 
ce qu'il dit est bien pense; et dans ce qu'il ecrit, la 
facilite de l'expression egale la nettete de la pensee". 9 
Mme. de Maintenon, einst Scarron's Gattin, die durch 
den plötzlichen Wechsel ihres Geschickes ein wenig 
selbstbewusst war, und andere leicht unterschätzte, 
konnte sich nicht enthalten einst über La Rochefoucauld 
die wichtigen Worte zu sprechen: ; ,La bravoure person- 
nelle lui paraissoit une folie et ä peine s'en cachoit-il; 
il etoit cependant fort brave". 10 Man braucht 



sich ja nur der Erstürmung der Vorstadt Saint- Surin 
zu erinnern, und man ist überzeugt, welchen grossen 
Muth La Rochefoucauld besass. Das „je ne sais 
quoi", welches Hetz in La Rochefoucauld erklären zu 
müssen meinte, liegt eher im Neide des Beurtheilers 
als im Wesen des Beurtheilten. La Rochefoucauld war 
Alles: Soldat, Politiker, Beobachter und Schriftsteller, 
Hofmann und Moralist; Retz dagegen ein vorzüglicher 
Schriftsteller und nichts Anderes, — vielleicht noch Intri- 
guant. Und trotzdem konnte dieser von La Rochefou- 
cauld sagen: „II y a troujours eu du je ne sais quoi 
en M. de La Rochefoucauld. II a voulu se meler d'in- 
trigues des son enfance et en un temps oü il ne sen- 
toit pas les petits interets, qui n'ont jamais ete son 
faible et oü il ne connoissoit pas les grands, qui d'un 
autre sens n'ont pas ete son fort . . . u . 11 La Roche- 
foucauld war ein zu guter Gesellschafter, wenigstens in 
sofern, als er nie mit Jemandem Uneinigkeiten suchte. 
War eine Meinungsverschiedenheit eingetreten, so suchte 
er dieselbe auf jeden Fall zu schlichten. Nicht viele 
haben ihn aufgebracht werden sehen, stets war er, 
wenigstens in seinen späteren Jahren, zum Frieden ge- 
neigt. Die Ruhe ging ihm über Alles. Sein Zeitgenosse 
Segrais macht ein hübsches Bild von La Rochefoucauld's 
Friedensliebe. Er erzählt: „M. de La Rochefoucauld 
ne contestoit jamais, quand quelqu'un lui avoit dit un 
sentiment diflerent du sien, qu'il croyoit etre bon: 
Monsieur, disoit-il, vous etes de ce sentiment -lä et moi 
je suis d'un autre; on en demeuroit-lä sans se mettre 
en coulere de part ni d'autre". 12 Unseres Autors An- 
sichten konnten sich oft einer guten Seite zuneigen, 






— 89 — 

trotz seines Menschenhasses. Als einst Mme. de La 
Fayette und La Rochefoucauld über die Unredlichkeit 
der Advokaten stritten , gingen ihre Meinungen weit 
auseinander. „Madame de La Fayette" , so erzählt 
Segrais, „disoit qu'elle n'avoit pas connu de gens plus 
malhonnetes que les savans. Et Monsieur de La Roche- 
foucauld disoit que l'honnetete n'etoit d'aucun etat en 
particulier, mais de tous les etats en generali 13 Die 
Schwächen , die wir bei La Rochefoucauld finden , sind 
leicht zu erklären. Er lebte in einer Zeit, wo in 
Frankreich die grössten Wirrnisse vorherrschten, und 
seine Jugend verbrachte er während der stürmischsten 
Zeit Ludwig's XIII. Er lernte das Laster ganz und 
voll kennen. 14 Urtheile man daher nicht zu hart über 
ihn, da ja ein Jeder, der solche Zeiten durchlebte, von 
ihnen beeinflusst worden wäre. 

2. Als im Jahre 1662 das kleine Büchlein, das 
so wichtige Aufklärungen über die gesammten Zustände 
Frankreichs in sich enthielt, erschien, da war es mehr 
als selbstverständlich, dass man das Buch „de fond en 
comble" durchstöberte. Bei der Freimüthigkeit , mit 
der La Rochefoucauld die Schwächen der Personen 
seiner nächsten Umgebung aufdeckte, musste er sich 
gewärtigen, das eine unbarmherzige Kritik über ihn 
und sein Werk sich ergiessen würde. Trotzdem er zu- 
erst die Autorschaft, wie ja bekannt, ableugnete, um 
nicht mit seinen Freunden und Bekannten in Konflikt 
zu gerathen, war jeder fest überzeugt, dass La Roche- 
foucauld und kein Anderer der Autor sei. Deshalb 
brach auch sofort eine allgemeine Entrüstung gegen 
ihn los. Wir bringen hier als einen wichtigen Beweis 



— 90 — 

für unsere Aussage aus Saint- Simon's Memoires ein 
längeres Zitat. Es heisst daselbst: „II parut des Me- 
moires de M. de La Rochefoucauld ; mon pere fut 
curieux d'y voir les affaires de son temps. II y trouva 
qu'il avoit promis ä Monsieur le Prince de se declarer 
pour lui, qu'il lui avoit manque de parole, et que la 
defaite d'avoir pu disposer de Blage, comme M. le 
Prince s'y attendoit, avoit fait un tort extreme ä son 
parti. L'attachement plus que tres-grand de M. de La 
Rochefoucauld ä Mme. de Longueville n'est inconnu ä 
personne. Cette princesse, etant ä Bordeaux, avoit fait 
tout ce qu'elle avoit pu pour reduire mon pere, par 
lettres; esperant mieux de ses gräces et de son elo- 
quence, eile avoit fait l'impossible pour obtenir de lui 
une entrevue et demeura piquee ä l'exces de ne l'avoir 
pu obtenir. M. de La Rochefoucauld ruine, en disgrace 
profonde, dont la faveur de son heureux fils releva 
bien sa maison, sans en avoir pu relever son pere, ne 
pouvoit oublier rentiere difference que Blaye, aussure 
au contraire avoit mise au succes du parti le vengea 
autant qu'il put et Mme. de Longueville par ce narre. 
Mon pere sentit si vivement l'atrocite de la calom- 
nie, qu'il se jeta sur une plume, et mit ä la marge: 
L'auteur en a menti. Non content de ce qu'il venoit 
de faire, il s'en alla chez le libraire, qu'il decouvrit, 
parce que cet ouvrage ne se debitoit pas publiquement 
dans cette premiere nouveaute. II voulut voir ses 
exemplaires, pria, promit, menaga et fit si bien qu'il 
se les fit montrer. II prit aussitot une plume, et mit 
ä tous la meme note marginale. On peut juger de 
l'etonnement du libraire, et qu'il ne fut pas longtemps 



— 91 — 

sans faire avertir M. de La Rochefoucauld de ce qui 
venoit d'arriver ä ses exemplaires. On peut croire 
aussi que ce dernier en fut outre. Cela fit grand bruit 
alors, et mon pere en fit plus que Tauteur ni ses amis; 
il avoit la verite pour lui, et une verite qui n'etoit en- 
core ni oubliee ni vieillie. Les amis s'interposerent. 
Mon pere vouloit une satisfaction publique. La cour 
s'en mela, et la faveur naissante du fils, avec les ex- 
cuses et les compliments, firent recevoir pour teile celle 
que mon pere s'etoit donnee sur les exemplaires et par 
ses discours". 15 Unbegreiflich ist es, wie La Roche- 
foucauld seine besten Freunde selbst nicht geschont hat. 
Jedenfalls müssen wir diesen Umstand zum Theil der 
Unsitte der damaligen Zeit zuschreiben. Auch La 
Bruyere hat bekanntlich seine nächste Umgebung in 
seinen Characteres geschildert, aber er war rücksichts- 
voll genug, den betreffenden Personen fingirte Namen 
zu geben. La Rochefoucauld dagegen ging ohne jede 
Rücksicht zu Werke. Den grossen Conde selbst hatte 
er nicht geschont. Victor Cousin theilt uns darüber 
mit: „Le prince de Conde, dont le portrait n'etait pas 
flatte, se plaignit et menaga". 16 Aber was war dieses 
Alles gegen die Schilderung der Herzogin von Longue- 
ville, welche La Rochefoucauld einst so sehr geliebt hatte. 
Nicht sie allein, ganz Frankreich war darüber empört. 17 
Diese hatte ihn nur zu wohl erkannt, sie wusste, dass 
La Rochefoucauld der Autor war. Mme. de Longue- 
ville aber zeigte ihre Verstimmung darüber nicht offen. 
In ihrer klösterlichen Einsamkeit theilte sie ihre Ent- 
rüstung nur der Mme. de Sable mit. Es lag ein grosser 
Edelmuth in dieser Handlung. Einige Worte von ihr 



— 92 — 

zu ihrem Bruder, dem „ Grand Conde" genügten, um 
La Rochefoucauld in die grössten Unannehmlichkeiten 
zu verwickeln. Victor Cousin sagt darüber in einigen 
schönen Worten: „Mais en 1662, quand Mme. de Longue- 
ville apprit ce qu'avait ecrit sur eile La Rochefoucauld, 
l'epreuve fut bien autrement dure. Elle aussi, malgre 
toute son humilite, eile dut s'ecrier dans Famertume 
de son coeur, comme Mme. de Sevigne apres le pam- 
phlet de son cousin: „Etre dans les mains de tout le 
monde, etre le livre de divertissement de toutes les 
provinces se rencontrer dans toutes les bibliotheques et 
recevoir cette douleur par qui!" 18 

Man ersieht hieraus, wie La Rochefoucauld in seinen 
Memoires gehandelt hatte. An dieser Stelle alle die 
Eindrücke wiederzugeben, welche die Zeitgenossen bei 
der Veröffentlichung der Memoires empfangen hatten, 
ist fast unmöglich. 

Was nun den wissenschaftlichen Wert der Memoires 
in den Augen der Zeitgenossen anbetrifft, so erkannten 
schon damals Alle, welch' ein grosses Werk La Roche- 
foucauld damit geliefert. Man ging in seiner Begeiste- 
rung sogar so weit, däss man den Verfasser mit Tacitus 
verglich. Vigneul-Marville, der arge Spötter schreibt: 
„Je ne sais pourquoi M. Amelot de la Houssaye qui a 
mis la main ä cette edition, et en brode les marges de 
lieux communs, compare M. de La Rochefoucauld ä 
Corneille Tacite. Jamais auteurs du monde ne se sont 
moins ressembles, ni pour le stile, ni pour la maniere 
de traiter FHistoire". 19 Vigneul-Marville will La Roche- 
foucauld eher mit Sallust vergleichen, wie ja aus Fol- 
gendem hervorgeht: ;; Si M. de La Rochefoucauld a 



— 93 — 

imite quelqu'ancien illustre, il faut que ce soit Salluste. 
On en sent la preuve en lisant leurs ouvrages. La 
brevete et l'elegance du discours, la beaute et le tour 
des pensees, et la maniere de raconter, tout cela de 
part et d'autre fait Symmetrie. II paroit dans le Por- 
trait de Mme. de Longueville, que M. de la Roche- 
foucauld ne savoit pas seulement marcher de pair avec 
Salluste dans l'Art de peindre, mais qu'il savoit encore 
le surpasser". 20 Nicht allein mit Tacitus und Sallust, 
sondern auch mit Caesar hat man La Rochefoucauld 
verglichen. Bayle konnte schreiben: „Je m'assure qu'il 
y a peu de partisans de l'antiquite assez prevenus pour 
soutenir que les Memoires du duc de la Rochefoucauld 
ne sont pas meilleurs que ceux de Cesar". 21 Genug, 
die Kritik der Zeitgenossen äusserte sich nach zwei 
Seiten hin über die Memoiren. Die Materie und na- 
mentlich des Autors Freimüthigkeit wurden getadelt, die 
Schreibweise und der wissenschaftliche Werth sehr gelobt. 
3. Weit mehr Aufsehen als La Rochefoucauld's 
Memoires erregten die Maximes. Derartiges hatte 
Frankreich noch nicht gesehen. Kein Sterblicher hatte 
bis dahin auch nur zu glauben gewagt, dass keine 
Tugend existiere, bis ein La Rochefoucauld kam und 
dem Menschen jedwede gute Eigenschaft absprach. Die 
Frauen am meisten waren ob solch' einer That empört, 
sagte ja La Rochefoucauld es offen heraus, dass es 
keine Freundschaft, kein Mitleid, keine Güte, keine 
Frauenwürde, sogar keine — Liebe gebe ohne die Trieb- 
feder der Selbstsucht. Das war mehr als die Frauen 
der damaligen Zeit — vielleicht auch der Jetztzeit — 
ertragen konnten. Sie rächten sich, vor allem für die 



— 94 — 

Negierung der Liebe, dass sie La Rochefoucauld selbst 
als Ausbund selbstsüchtiger Regungen verschrieen. 
Schrieb doch selbst La Rochefoucauld's spätere intime 
Freundin, Mme. de La Fayette an die Frau de Sable: 
„Nous y avons lu les Maximes de M. de La Roche- 
foucauld. Ha! Madame, quelle corruption il faut avoir 
dans Tesprit et dans le coeur, pour etre capable d'ima- 
giner tout cela! J'en suis si epouvantee, que je vous 
assure que si les plaisanteries etoient des choses se- 
rieuses, de telles maximes gäteroient plus ses affaires 
que tous les potages qu'il mangea l'autre jour chez 
vous". 22 Die Kritik äusserte sich besonders scharf bei 
denen, welche sich von den Maximes getroffen fühlten. 
Auch die schöne Anne de Rohan, Prinzessin de Guyenne, 
hielt nicht mit einem absprechenden Urtheile zurück. 
Sie geht wie alle anderen dabei von dem Fehler aus, 
den La Rochefoucauld in der That bgangen, indem er 
nur die schlechten Seiten der Menschen beleuchtete, 
die guten aber ganz im Dunkel liess. Sie schreibt an 

die Frau von Sable: „ Je n'ai encore vu que 

les premieres maximes, ä cause que j'avois hier mal ä 
la tete; mais ce que j'en ai vu me paroit plus fonde 
sur Thumeur de l'auteur que sur la verite, car il ne 
croit point de liberalite sans interet, ni de pitie; c'est 
qu'il juge tout le monde par lui-meme. Pour le plus 
grand nombre, il a raison; mais assurement il y a 
des gens qui ne desirent autre chose que de faire du 
bien . . . ." 23 Nicht ganz so scharf, aber auch nicht 
zu lobend, spricht sich die Herzogin von Liancourt, 
deren wir schon als Jeanne de Schomberg Erwähnung 
gethan haben, über die Maximes aus. Die Herzogin 



— 95 — 

genoss einen grossen Ruf sowohl in Bezug auf ihren 
Geist als auch auf ihren Geschmack. Sie war die 
Verfasserin des Werkes: „Reglement donne par une 
dame de haute qualite ä Madame sa petite-fille". Mit 
La Rochefoucauld ward sie später durch ihre Tochter, 
welche den Sohn unseres Autors heirathete, verwandt. 
Bei dem ersten Durchlesen der Maximes war sie auf's 
Tiefste empört gewesen, aber wohl einsehend, dass sie 
weder La Rochefoucauld, noch Mme. de Sable verletzen 
dürfe, richtete sie an die Frau von Sable einen Brief 
des Inhaltes: „Je n'avois qu'une partie d'un petit cahier 
des maximes que vous savez, quand j'eus l'honneur de 
vous voir, et il debutoit si cruellement contre les vertus, 
qu'il me scandalisa, aussi bien que beaucoup d'autres ; 
mais depuis j'ai tout lu et je fais amende honorable ä 
votre jugement, car je vois bien qu'il y a dans cet 
ecrit de fort jolies choses, et meme, je crois, de bonnes, 
pourvu qu'on ote l'epivoque qui fait confondre les 
vraies vertus avec les fausses. Un de mes amis a change 
quelques mots en plusieurs articles, qui raccommodent, 
je crois, ce qu'il y avoit de mal; je vous les irai lire 
un de ces jours, si vous avez loisir de me donner au- 
dience". 24 Es würde zu weit führen, hier alle Urtheile 
aus weiblichem Munde wiederzugeben. Diese wenigen 
werden genügen, um die Entrüstung der Frauen gegen 
die Maximes erkennen zu lassen. 

Und nicht allein die Frauen, auch die Männer 
zeigten tiefste Empörung. Hören w r ir das Urtheil des 
gelehrten Daniel Huet, wie er es in seinen Memoiren 
niedergelegt hat: „In iis sententiis quas pervulgavit 
Roccafuldius sub Axiomatum nomine, pertinentque ad 



— 96 — 

mores hominum, nihil est quod valde laudem: non enim 
ex nativo hominum ingenio et moribus integris, sed ex 
naturae depravatione et anihumani corraptela petitae 
sunt: ut quod generali vocabulo appellavit Axiomata, 
quasi omni hominum generi aeque conveniant, rectius illa 
improborum hominum vitiis dicenda sint convenire". 25 
Ausser diesem Urtheile Huets existirt noch ein inte- 
ressanter Brief, welchen der Chevalier de Mere an die 
Frau Herzogin von * * * (wir haben denselben im An- 
hang angeführt) gerichtet hat. Derselbe enthält eine 
Unterhaltung des Chevaliers mit La Eochefoucauld über 
die Maximes. Sodann hat unter Anderen noch La 
Fontaine sich in seiner Fabel: „L'homme et son image" 
über La Rochefoucauld's Maximes ergangen, worin er 
sagt: 

Un homme qui s'aimoit sans avoir de rivaux 
Passoit dans son esprit pour le plus beau du monde. 
II accusoit toujours les miroirs d'etre faux, 
Vivant plus que content dans son erreur profonde. 
Afin de le guerir, le sort officieux 

Presentoit partout ä ses yeux 

Les conseillers muets dont se servent nos dames: 
Miroirs dans les logis, miroirs chez les marchands, 

Miroirs aux poches des galants, 
Miroirs aux ceintures des femmes. 

Que fait notre Narcisse? II se va confiner 
Aux lieux les plus caches qu'il peut s'imaginer, 



— 97 — 

N'osant plus des miroirs eprouver l'aventure; 
Mais un canal, forme par une source pure, 

Se trouve en ces lieux ecartes; 

II s'y voit, il se fache, et ses yeux irrites 

Pensent apercevoir une chimere vaine. 

II fait tout ce qu'il peut pour eviter cette eau; 

Mais quoi? le canal est si beau, 
Qu'il ne le quitte qu'avec peine. 

On voit bien oü je veux venir. 

Je parle ä tous, et cette erreur extreme 

Est un mal que chacun se plait d'entretenir. 

Notre äme, c'est cet homme amoureux de lui-meme; 

Tant de miroirs, ce sont les sottises d'autrui, 

Miroirs, de nos defauts les peintres legitimes; 

Et quant au canal, c'est lui 

Que chacun sait, le livre des Maximes. 

Interessant ist auch ein Artikel über die Maximes 
in dem Journal des Savants, es heisst daselbst: „Une 
personne de grande qualite et de grand merite passe 
pour etre auteur de ces Maximes; mais, quelques 
lumieres et quelque discernement qu'il ait fait paroitre 
dans cet ouvrage, il n'a pas empeche que l'on n'en ait 
fait des jugements bien differents. L'on peut dire ne- 
anmoins que ce traite est fort utile, parce qu'il 
decouvre aux hommes les fausses idees qu'ils 
ont d'eux-memes; qu'il leur fait voir que, sans 
le christianisme , ils sont incapables de faire 

Rahstede, La Rochefoucauld. 7 



— 98 — 

nu (im bien qui ne soit mele d'imperfection, et que 
rien n'est plus avantageux que de se connoitre tel 
que Ton est en effet, afin de n'etre plus trompe 
par la fausse connoissance que Ton a toujours de 
soi-meme. II y a tant d'esprit dans cet ouv- 
rage, et une si grande penetration pour de- 
meler: la variete des sentiments du cceur de l'homme 
que toutes les personnes judicieuses y trouveront 
une infinite de choses fort utiles, qu'elles au- 
roient peut-etre ignorees tout leur vie, si 
l'auteur des Maximes ne les avoit tirees du 
chaos, pour les mettre dans un jour oü quasi 
tout le monde les peut voir et les , peut com- 
prendre sans peine". 26 Segrais dagegen konnte 
nichts Schlechtes in den Maximes finden, er lobte sie 
sogar sehr. Namentlich spricht er sich sehr lobend 
über den Stil derselben aus: „Pourquoi les Lettres 
Provinciales sont-elles si bien ecrites? c'est qu'elles ont 
ete vues et revues par une douzaine de ces Messieurs 
de Port-Royal, qui etoient d'habiles gens, et qui avoient 
un goüt exquis pour juger de ce qui pouvoit plaire 
ä des lecteurs. Monsieur de La Rochefoucauld Fa 
pratique, ainsi, ä Tegard de ses Memoires et de ses 
Maximes, ouvrages ecrits avec tant de justesse: il m'en- 
voyoit ce qu'il avoit fait dans le temps qu'il y tra- 
vailloit, et il vouloit que je gardasse ses cahiers cinq 
ou six semaines, afin de les examiner plus exactement, 
et que j'eusse plus de temps ä juger du tout des pen- 
sees et de l'arrangement des paroles. II y a des Maximes 
qui ont ete changees plus de trente fois". 27 Vigneul- 
Marville, der meist übelwollende, weiss die Maximes 



— 99 — 

nicht genug zu loben: „Les Maximes ou Reflexions 
Morales de M. cle la Rochefoucauld sont un chef-d'ceuvre 
en leur genre. Tout y est original, la matiere et la 
forme. L'amour propre y est demasque avec tant 
d'adresse ce tout delicat qu'il est, il n'a pas sujet de 
s'en plaindre". 28 

Klarheit und Verständlichkeit zeichnen die Maximes 
aus, das lässt sich nicht leugnen. Die Zeitgenossen 
erkannten es auch im Allgemeinen gern an, einige in- 
dess bezeichnen viele der Maximes als dunkel. Vigneul- 
Marville z. B. findet einige nicht leicht verständliche 
Sätze bei La Rochefoucauld. Er sagt: „Car au juge- 
ment des connoisseurs, il y a quelques-unes des Maximes 
de M. de la Rochefoucauld qui semblent obscures. Je 
les lis depuis plusieurs annees, mais je ne les comprends 
pas toutes, comme celle qui est la 365 de la quatrieme 
edition. II y a de bonnes qualitez qui dege- 
nerent en defauts, quand elles sont natur- 
elles; et d'autres qui ne sont jamais parfaites, 
quand elles sont acquises. (Cela s'entend bien 
jusques-la: mais Taplication me fuit; et je ne l'apergois 
pas). II faut par exemple, que la raison nous 
fasse menager de notre bien et de notre con- 
fiance; et il faut au contraire que la nature 
nous donne la bonte et la valeur". 29 Interessant 
ist es Segrais' Ausspruch über die Entstehung der 
Maximes zu vernehmen. Schon in dem vorigen Kapitel 
haben wir den Ursprung derselben behandelt, nichts- 
destoweniger dürfen die wenigen Zeilen Segrais' hier 
ihren Platz finden: „C'est a Poccasion de Despreaux 
et de Racine que Monsieur de La Rochefoucauld a 



— 100 — 

6tabli la Maxime, par laquelle il dit que c'est une 
grande pauvrete de n'avoir qu'une sorte d'esprit; tout 
leur entretien ne roule que sur la Poesie, ötes-les de 
lä, ils ne savent plus rien". 30 

Die Eigenliebe, welche die Grundidee zu La Roche- 
foucauld's Maximes ist, hat in der ihr dort eingeräumten 
Stellung viele Anfechtungen erfahren. Der Mensch ist 
eben zu schwach, um seine Schwächen von Anderen 
gern erkannt zu sehen. Auch Segrais will sich nicht 
dem Glauben hingeben, als sei die Eigenliebe wirklich 
die Triebfeder zu allen menschlichen Handlungen. Er 
schreibt: „Monsieur de la Rochefoucauld est outre sur 
le fait de 1'amour propre, quand il pretend qu'on fait 
tout par rapport a soimeme, et rien par rapport ä 
d'autres; cependant ce n'est point par rapport ä nous- 
memes que nous louons le veritable merite dans les 
personnes que nous ne connoissons que par cet en- 
droit-lä: nous n'aimons pas toujours aussi par notre 
propre interet: nous aimons souvent parce que nous 
trouvous l'objet aimable, et parce qu'il Fest en effet; 
il y a trop de prevention ä vouloir juger des autres 
par soir-meme". 31 Vigneul-Marville meint, dass, wenn 
La Rochefoucauld sich erst ein System der Eigenliebe 
aufgestellt gehabt hätte, es für ihn sehr leicht gewesen 
sein müsse, die Maximes eine nach der anderen daraus 
zu entwickeln. Aber trotzdem glaubt er, dass unser 
Autor oft die Maximes nach den Personen gebildet habe, 
die ihm zufällig vorgekommen seien. Er erklärt dieses 
in folgenden Worten: „ Quand M. de la Rochefoucauld 
eut trouve son Systeme de l'amour-propre, il n'eut pas 
de peine ä y attirer ses Maximes, les unes apres les 



— 101 — 

autres. Neanmoins il y en a qui ont ete faites ä Tocca- 
sion de certains evenemens et en vüe de certaius gens, 
sans nommer personne sinon M. le Prinoe et M. de 
Turenne, une fois seulement dans la 198 Maxime. J'ai 
un exemplaire de ces Maximes avec une clef de la plu- 
part de ceux dont PAuteur a voulu parier. Par exemple 
on a marque M. le Duc d'Espernon ä cote de cette 
maxime, qui est la 342: L'accent du Pais oü Ton 
est ne, demeure dans l'esprit et dans le coeur; 
comme dans le langage. 

Ceux qui savent ce qui se passa entre le Cardinal 
de Richelieu et ce Duc, touchant son accent Gascon, 
n'auront pas de peine ä reconnaitre celui-ci dans cette 
Maxime. A cote de cette autre, qui est la 393. L'air 
Bourgois se perd quelquefois ä l'Armee; mais 
il ne se perd jamais ä la Cour; on a marque 
M. le Tellier qui apres avoir recu cinquante ans ä la 
Cour est sorti avec le meme air qu'il y etoit entre, 
soit par habitude ou par modestie, ou enfin par poli- 
tique. La 71. Maxime de la seconde partie: II faut 
demeurer d'accord ä Thonneur de la vertu, 
que les plus grands hommes sont ceux oü 
ils tombent par les crimes. Cette Maxime a ete 
faite pour le Chevalier de Rohan. Je laisse les autres". 32 
Solcher Art waren die Urtheile der Zeitgenossen. Die 
Frauen, welche sich in ihrer Person und in ihrem 
Herzen verletzt fühlten, verwarfen nach ihrem Gefühl 
sie vollständig. Die Männer dagegen unterwarfen die 
Maximes einer genauen Sektion und tadelten und lobten, 
je nach Ueberzeugung. Jedenfalls aber haben die 
Maximes zu ihrer Zeit einen wahren Sturm der De- 



— 102 — 

hatten hervorgerufen. In Briefen, Zeitungsartikeln. 
Gedichten wurden La Rochefoucauld und die Maximes 
einer scharfen Kritik unterzogen. Im Allgemeinen aber 
musste man dieselben lobend anerkennen, sei es auch 
weniger wegen ihres Inhalts, als in Bezug auf den 
herrlichen Stil. 33 






Kapitel IV. 



I>ie moderne Kritik der Schöpfungen 
La Rochefoucauld 9 ». 

§. 1. Memoires. 2. Maximes. 

§. 1. Wie bei allen Memoirenschriftstellern, so 
findet man auch bei La Rochefoucauld den Fehler, dass 
er zu sehr darauf bedacht war, seine Person in den 
Vordergrund zu drängen. Streng zu tadeln ist diese 
Schwäche nun eben nicht, weil sie nur zu menschlich 
ist. Der Autor beweist in seinen Maximes selbst, dass 
die Eigenliebe des Menschen die Triebfeder zu allen 
seinen Handlungen sei. Auch seine Zeitgenossen, wie 
Retz, Mme. de Motteville, MUe. de Montpensier, die 
Herzogin von Nemours und der Herzog von Saint-Simon 
haben es in ihren Memoires nicht besser gemacht. La 
Rochefoucauld's Memoires haben wenigstens den Vor- 
zug, dass sie uns einen sicheren Führer durch die Zeit, 
in welcher unser Autor lebte, darbieten. 

Der Geist freilich, in welchem der Verfasser seine 
Memoires geschrieben, wirkt nicht erhebend auf den 
Leser. Stets bemüht er sich demselben aufzudrängen, 
er habe nur aus Ehrgeiz und blosser Eitelkeit gehandelt. 
Ganz anders aber gestaltet sich unser Urtheil, wenn 
wir die Memoires von der literarischen Seite betrachten. 



— 104 — 

La Rochefoucauld' s Erzählung ist einfach, klar und 
lebendig und keine Spur von Phantasterei oder Philo- 
sophirens. Voltaire konnte noch in seinem Siecle de 
Louis XIV schreiben : ; ,Ses Memoires sont lus, et Ton sait 
par cceur ses Pensees". Nur das, was La Rochefoucauld 
gesehen hat, hat er niedergeschrieben, die Wahrheit 
sieht aus allen Sätzen hervor, und die Thatsachen 
spielen sich ab so leicht und fliessend, wie das Wasser 
der Quelle eines Berges, das zu Thale rinnt. Fügen 
wir nun noch ein Zitat aus Cousin hinzu: „Les Me- 
moires racontent ce qu'il a vu ; On n'a pas 

assez remarqe qu'ä le perdre litterairement , c'est lä 
un grand moyen de naturel ä la fois et de rigueur. 
De quoi en effet parlera-t-on avec simplicite, avec force, 
avec charme, si ce n'est de soi? Lä moins tout ä sa 
verite tout coule de source avec l'impidite et avec 
grace". 1 

Dass La Rochefoucauld auch ein grosser Psychologe 
gewesen, beweist er an vielen Stellen. So z. B. wenn 
er von Richelieu sagt: „Les incommodites augmentoient 
ses chagrins et les defauts de son humeur: il etoit 
severe, defiant, haissant le monde; il vouloit 
etre gouverne, et portoit impatiemment de 
l'etre". 2 Wenn man nun die Memoires tiefer studirt, 
so findet man, dass viele Aussprüche in denselben direct 
an seine Maximes erinnern , und man kann wohl be- 
haupten, diese wären der kürzeste Auzug aus den Me- 
moires. Es genüge hier einen Satz anzuführen, der 
das eben Gesagte beweisen wird: „Le duc de Beau- 
fort" , sagt La Rochefoucauld ;; se soutenoit par de 
vaines esperances de credit, et plus encore par cette 



— 105 — 

opinion generale et mal fondee de son merite et de sa 
vertu u . Hiermit vergleiche man folgende Maxime: 
„Pour s'etablir dans le monde on fait tout ce que Ton 
peut pour y paroitre etabli ;r 3 

Schon in seinen Memoires zeigt La Rochefoucauld 
sich als bedeutender Stilist. Trotzdem aber kann man 
noch in ihnen genau eine Vervollkommung des Stils beob- 
achten. Beim Beginn der Memoires vermisst man vielleicht 
die Klarheit und besonders die Korrektheit im Ausdruck, 
welche die meisten grossen Schriftsteller des Siecle de 
Louis XIV. auszeichnen. Wie muss man nicht seine 
ganze Aufmerksamkeit zusammennehmen, wenn man 
dem Faden der sich abspielenden Intriguen genau 
folgen will, und gewiss hat die Eigenthümlichkeit , mit 
welcher La Rochefoucauld dieselben dargestellt hat, 
einen grossen Einfluss auf seinen Stil gehabt. Aber 
überschreitet man die Mitte der Memoires, so sieht 
man die Handlung klar und lebendig vor sich. Es ist 
als ob man sich in eine neue Region versetzt sähe, 
man findet sich sofort zurecht und man folgt dem Autor 
mit dem höchsten Interesse. Renouard sagt: „S'il 
arrivoit qu'on decouvrit quelque morceau de Tacite, un 
ou plusieurs livres de Tite-Live enfin Tun de ces pre- 
cieux monumens de Tantiquite, dont nous regrettons la 
perte, le voeu de tous les amis des lettres seroit sans 
doute que la premiere edition en füt faite avec toute 
1' attention, je dirois presque, toute la solennite que 
meriteroit une autre decouverte. Je ne chercherai pas 
ä etablir ici jusqu'ä quel point Touvrage de l'illustre 
La Rochefoucauld merite d'etre compare ä ceux de 
Tacite, etc; mais on ne peut disconvenir qu'au moins 



— 106 — 

pour les Fran§ois, il n'ait un interet plus immediat, en 
ce qu'il lern* presente un tableau fidele d'une partie 
de leur histoire , que les innombrables ecrits auxquels 
eile a donne Heu, ont peut-etre plus embrouillee qu'ec- 
laircie. Un tel ouvrage meritoit que la premiere edition 
authentique en füt faite avec soin et elegance". 4 

Es ist sicher, dass La Rochefoucauld Grosses in 
seinen Memoires geliefert hat , wenn ihm auch vor- 
behalten blieb, das Grösste in den Maximes zu leisten. 
Die ganze neuere Kritik gesteht ihm dieses zu, und wir 
können uns nur dem Urtheile anschliessen , das Loth- 
eissen über La Rochefoucauld aussprach: „Retz aus- 
genommen übertrifft er alle Memoirenschriftseiler seiner 
Zeit". 5 

2. Die Maximes La Rochefoucauld's , in denen er 
den Menschen, namentlich aber dessen Herz unbarm- 
herzig schildert, haben sowohl bei seinen Zeitgenossen, 
wie auch bei den neueren Schriftstellern Anlass zu den 
mannigfachsten Beurth eilungen gegeben. Wenn Loth- 
eissen sagt: „La Rochefoucauld wollte das menschliche 
Herz zeigen, und er schildert uns arme Menschen dann 
als ein Geschlecht höchst niederträchtiger Gesellen — ", 6 
so hat er darin vollkommen Recht. La Rochefoucauld 
sagt in seinem Avis an Lecteur: „Voici un portrait du 
cceur de Fhoinme que je donne au public;" 7 er hat es 
auch gezeigt, aber von welcher Seite. Nach ihm ent- 
springt dem menschlichen Herzen keine einzige gute 
Regung, alles soll von der Eigenliebe, dem Ehrgeiz be- 
herrscht sein. Wenn er nun seine Behauptung dadurch 
etwas abzuschwächen versucht, dass er bisweilen die 
Worte „zumeist", „gewöhnlich", „nicht selten" 



— 107 — 

einfliessen lässt, so genügten diese Zusätze doch nicht, 
um die durch die Maximes geschlagenen Wunden zu 
heilen. Laur spricht über die beabsichtigte Beschrän- 
kung Folgendes aus: „Die Maximes wollen keineswegs 
Alles geben, sondern nur anregen, sie gönnen dem 
denkenden Leser noch etwas hinzuzufügen. Sie treten 
auch nicht als absolute Wahrheiten hin, die für jeden 
Fall passen: sie werden weise beschränkt durch ein 
„oft", „zuweilen", „häufig", „fast immer". Den Aus- 
nahmen bleibt ein genügender Spielraum". 8 Wenn dem 
nun so wäre, warum leugnet La Eochefoucauld dann 
überhaupt die Existenz der Tugend? Es ist doch ein 
wahrer Widerspruch, den er entwickelt. Er spricht dem 
Menschen jegliche gute Seite ab, und gleich danach will 
er wieder Ausnahmen zugestehen! — 

Der scharfe Ausleger der Maximes Aime-Martin 
schreibt: „Voulant ecrire de l'homme, et se tracer une 
route nouvelle, Tillustre auteur des Maximes nie, des 
Tabord Texistence de la vertu. Ainsi debarasse du seul 
titre que nous ayons devant Dieu, il nous livre au neant 
et marche rapidement ä l'atheisme. Cette accusation, 
qui peut surprendre ne restera pas sans preuve. Les 
doctrines de La Rochefoucauld sont beaucoup plus 
mauvaises que leur reputation. Elles s'appuient sur 
l'egoisme, vice honteux qui isole l'homme, mais que 
Tauteur confond ä dessein avec l'amour de soi, senti- 
ment conservateur, qui unit les societes". 9 La Roche- 
foucauld, welcher die Laster des Hofes und der höheren 
Gesellschaft selbst genau kannte, konnte sie wohl 
schildern. Er hat daher die Menschen beschrieben, 
wie er sie gesehen hat. Es war ja in der Zeit der 



— 108 — 

politischen Intriguen, in welcher er lebte, und täglich 
wurde ihm die Gelegenheit geboten, seine Mitmenschen 
zu beobachten. In diesem Intriguenspiele traten alle 
menschlichen Leidenschaften klar zu Tage, die Cha- 
raktere wurden enthüllt, und die Leidenschaften der 
Menschen zeigten sich bei jeder Gelegenheit. Aber 
La Rochefoucauld hat eins bei seiner Schilderung ver- 
gessen, nämlich, dass der Mensch nicht das Werk der 
Gesellschaft, sondern das Werk Gottes ist. Unser 
Autor selbst stand auf hoher Gesellschaftsstufe, die 
Zeit des Frondirens hatte seinen Geist geschärft, er 
hatte alle die Intriguen durchgekostet, welche das Hof- 
leben mit sich bringt, was Wunder daher, dass er zu 
solchen Schlüssen gelangte. 10 Trotzdem ist nicht zu 
leugnen, dass zu viel Pessimismus in den Maximes liegt. 
Dass La Rochefoucauld ein Pessimist geworden, kann 
man ihm nicht verargen, da er zu viele durch Menschen 
verursachte Widerwärtigkeiten in seinem Leben erfahren 
hat. Aber es war nicht nöthig seine Bitterkeit an der 
ganzen Menschheit auszulassen. Engel sucht unseren 
Autor zu entschuldigen, indem er auf dessen Leben 
hinweist: „Man vergesse nicht, dass der Herzog von 
der Königin Anna von Oesterreich, deren treuester An- 
hänger er zur Zeit der Fronde gewesen, nach dem Tode 
Richelieus krassen Undank geerntet hatte, und dass er 
auch unter Ludwig XIV in halber Ungnade lebte. So 
ist über sein Buch gewiss mehr Galle ausgegossen, als 
dem Herzoge sonst eigen gewesen .... Die Maximes 
sind die Erfahrungssätze eines erprobten Mannes der 
höchsten Welt, aber einseitig zugespitzt durch seine 
persönlichen Erlebnisse". 11 Aus allen seinen Maximes 



— 109 — 

leuchtet eine feine Psychologie hervor, welche aber 
leider oft getrübt wird durch seine grosse Erbitterung 
gegen die Welt. 12 Die Farben mit denen er schildert 
sind gewiss sehr lebhaft, aber das Bild selbst ver- 
dunkelt leider die Farbenpracht mit der er darstellt. 
La Rochefoucauld malte mit der Lebendigkeit eines 
Tacitus, aber nicht wie bei diesem erfüllte seine Seele 
das Gemälde. Tacitus erregt uns durch die Darstellung 
der Tugenden, La Rochefoucauld aber lässt uns kalt 
bei seiner Schilderung des menschlichen Lasters. Wollte 
man Alles glauben, was La Rochefoucauld geschildert, 
so müsste man vor sich selbst erröthen. 

Die Art wie La Rochefoucauld seine Anklagen er- 
hebt, wirkt gewiss nicht überzeugend auf den Leser. 
Es geht ihm, wie einem Inquisitionsrichter, der nicht 
eher aufhört den Inculpaten zu peinigen, als bis er 
seine Schuld gestanden, auch wenn er sie nicht be- 
gangen hat. Wirkt die Daumenschraube nicht, so 
werden die spanischen Stiefel versucht, und so weiter, 
bis der Gefangene gesteht. So macht es auch La 
Rochefoucauld. Er nimmt seinen Gegenstand scharf 
in's Verhör, und wo auch kein Grund zu einer Ver- 
urtheilung zu finden ist, da sucht La Rochefoucauld 
gewaltsam einen hervor. Er will eben Recht behalten, 
und die Mittel sind ihm gleich, mit welchen er dieses 
durchsetzt. Auch Lotheissen sagt: „La Rochefoucauld 
formulirt eine wahre Anklage gegen die Menschen und 
macht es dabei, wie „nicht selten" ein Staatsanwalt, 
der im Eifer Recht zu behalten, in seiner Anklagerede 
vor den Geschworenen den Angeklagten mit den 
schwärzesten Farben malt und ihn als ein Monstrum 



110 - 

hinstellt , auch wenn das Verbrechen, dessen diese 
beschuldigt, solches Aufgebot von Indignation durchaus 
nicht rechtfertigt". 13 — 

Wie bekannt stellte La Rochefoucauld folgende 
Worte als leitenden Grundsaz auf: „L'amour propre 
est le plus habile homme du monde". 14 Was soll man 
darauf erwidern? Nach ihm wird Alles von der Eigen- 
liebe geleitet, sogar die Freundschaft. Wir können 
nicht begreifen, wie Suard ihm beistimmen konnte, in- 
dem er schrieb: ; ,En regardant Tamour propre comme 
le mobile de toutes les actions, M. de La Rochefoucauld 
ne pretendait pas enoncer un axiome rigoureux et me- 
taphysique. II n'expremait qu'une verite d'observation, 
assez generale pour etre presentee sous cette forme 
absolue et tranchante qui convient ä des pensees de- 
tachees, et qu'on emploie tous les jours dans la conver- 
sation et dans les livres, en generalisant des obser- 
vations particulieres". 15 Die Liebe, die Demuth, das 
Mitleid, die Dankbarkeit, Güte, Freigebigkeit, keine 
einzige dieser guten Seiten des Menschen lässt La 
Rochefoucauld als wahre Herzensregung gelten, alle, 
behauptet er, entspringen der Eigenliebe oder werden 
von ihr geleitet. Vergleichen wir ihn hierin mit Pascal, 
so finden wir eine grosse Uebereinstimmung, namentlich 
was die Demuth anbelangt. Ebenso leugnet er die 
wahre Frauenwürde. 16 Grosse Männer giebt es für 
La Rochefoucauld nicht, oder doch nur höchst selten. 
Auch Marc-Aurel sagt lange vor ihm dasselbe, aber er 
war ebensowenig zu diesem Ausspruche berechtigt als 
unser Autor. Als Marc-Aurel eines Tages in den 
Donauländern die Sarmaten besiegt hatte, schrieb er 



— 111 — 

am Abend in sein Tagebuch: „Eine kleine Spinne ist 
stolz darauf, wenn sie eine Fliege erjagt hat, jener, 
wenn er ein Häschen, dieser, w T enn er in seinem Netz 
eine Sardelle, ein Anderer, wenn er ein Schweinchen 
oder Bären, und noch ein Anderer, wenn er einen 
Sarmaten fängt. Sind denn aber diese, wenn man die 
Triebfedern untersucht, nicht insgesammt Räuber ?" 17 
La Rochefoucauld wie auch Marc-Aurel dachten einfach 
sehr gering von den Menschen. Beide glaubten, der 
Mensch verberge hinter der Miene, die sein Gesicht 
annimmt, seine wahren Absichten und Gedanken. Alle 
Menschen haben eine Maske vor, dass ist der Grund- 
satz beider gewesen, und sie haben sich beide redlich 
bemüht, die Maske von dem Gesichte der Menschen 
entfernen. In einem Vergleiche, den Lotheissen 
zwischen La Rochefoucauld und Marc-Aurel zieht, sagt 
er: „Anschauungen, wie sie Marc Aurel entwickelte, sind 
so wenig zu widerlegen, wie die pessimistischen Urtheile 
La Rochefoucauld's. Ob man ihnen beistimmt oder sie 
verwirft, hängt einfach vom Charakter, von dem Tem- 
perament des Lesers ab, und wir begnügen uns darin 
auf das einfachste Referat". 18 Wir können uns schwer 
dazu verstehen, La Rochefoucauld in allen seinen 
Maximes beizustimmen. Wenn es keine Tugend gäbe, 
was würde wohl aus der gesammten Menschheit? Die 
Tugend macht ja unser ganzes Sein aus, ohne sie würde 
es keine Familien, keine Gesellschaft, überhaupt kein 
menschliches Geschlecht geben. Das tägliche Leben 
beweist dies zur Genüge. Man betrachte eine Familie, 
in welcher das Oberhaupt dem Laster anheim gefallen 
ist, wie lange wird dieselbe bestehen? Es wird ihr 



— 112 — 

gehen wie einem Staate, in dem die Gesetze, welche die 
geschriebenen Tugendlehren einer Nation sind, fehlen. 
Wenn man das Laster zum Führer nimmt, wird man 
bald in einen Abgrund gelangen. Nach La Roche- 
foucauld könnte man versucht werden, am Fusse der 
Bildsäule eines Nero eine Tafel anzubringen mit den 
Worten: „Das war ein Mensch". 

La Rochefoucauld zeigt überall seine menschen- 
feindliche Gesinnung und greift seine Mitmenschen von 
allen Seiten an. Gewiss ist es nicht recht so gegen die 
Menschheit zu Felde zu ziehen, ja wir möchten fast 
sagen, es ist gefährlich. Der Mensch ist das Ebenbild 
Gottes. Ist man daher ungerecht gegen den Menschen, 
so entsteht leicht daraus, dass man seine Ehrfurcht 
vor Gott verliert. 

Ziehen wir noch einmal einen Vergleich zwischen 
Marc-Aurel und La Rochefoucauld, so kann unser 
Urtheil nur mit demjenigen Aime- Martins überein- 
stimmen, welcher sagt: ; ,La Rochefoucauld, ni Marc- 
Aurele, n'ont trace un tableau fidele de Phumanite, qui 
n'est ni si depravee, ni si sublime. C'est le coeur de 
l'homme naturel qu'il fallait opposer au coeur de 
l'homme avili ... La Rochefoucauld a peint les hommes 
comme les fait quelquefois le monde; Marc-Aurele, 
comme les fait rarement la philosophie ; et nous, comme 
les fait toujours la nature". 19 La Rochefoucauld zeigt 
in fast allen Maximes sich als Menschenfeind, in einigen 
nur tritt diese menschenfeindliche Gesinnung ganz zu- 
rück, und der Moralist zeigt sich klar und deutlich. 
Wir brauchen nur zwei Maximes anzuführen um dieses 
zu beweisen: „La felicite est dans le goüt et non pas 



— 113 — 

dans les choses"; 20 und weiter: „Le soleil ni la mort 
ne se peuvent pas regarder fixement". 21 Nicht so ganz 
als Moralist, aber doch sehr deutlich als solcher ist La 
Rochefoucauld zu erkennen in den folgenden Maximes: 
„II est plus honteux de se defier de ses amis que d'en 
etre trompe", 22 °der in der: „La plus veritable marque 
d'etre ne avec de grandes qualites, c'est d'etre ne sans 
vie", 23 un ^ endlich in jener: „La gloire des grands 
hommes se doit toujours mesurer aux moyens dont il 
se sont servis pour Facquerir". 24 Jedoch diese wenigen 
Maximes, in denen der Menschenfeind verschwindet 
genügen nicht, um unser Urtheil über La Rochefoucauld 
zu ändern. Wir halten mit Engel an dem Urtheil fest: 
„La Rochefoucauld hat in die französische Literatur 
die pessimistische Auffassung von der Menschennatur 
eingeführt, — die Blindheit gegen die unleugbar edlen 
Regungen des Menschenherzens, das geflissentliche Auf- 
stöbern der Nachtheile im Gefühlsleben". 25 Ein Zitat 
aus Sainte-Beuve, das in vielen Theilen unserer Auf- 
fassung widerspricht, lautet: „Les Maximes de La 
Rochefoucauld ne contredisent en rien le christianisme, 
bien qu'elles s'en passent. Vauvenargues, plus genereux, 
lui est bien plus contraire, lä meme oü il n'en parle 
pas. L'homme de La Rochefoucauld est exactement 
Fhomme dechu, sinon comme Tentendent Francis de 
Sales et Fenelon, du moins comme Testiment Pascal, 
du Guet et Saint-Cyran. Otez de la morale janseniste 
la redemption, et vous avez La Rochefoucauld tout 
pur" . . , 26 

Was nun den Stil in den Maximes anbetrifft, so 
ist er geradezu herrlich zu nennen. Es ist nicht leicht, 

Rahste de, La Rochefoucauld. 8 



— 114 — 

eine so kurze, kräftige und vielsagende Schreibweise 
nachzuahmen, ja wir möchten fast behaupten, sie ist 
unnachahmlich. In wenigen Worten sagt La Roche- 
foucauld das, wozu Andere langer Sätze bedürfen 
Engel war jedenfalls hingerissen von der herrlichen 
Schreibweise eines La Rochefoucauld, als er begeistert 
ausrief: „Welch ein winziges Büchlein, die 528 Sätze, • 
aber welche stilistische Arbeit! Wenn je ein Schrift- 
steller durch ein Beispiel bewiesen, dass die Prosa die 
schwerste Kunst ist, dann war es La Rochefoucauld 
An Tiefe erreicht er schwerlich Pascal, an Schärfe der 
Beobachtung übertrifft er La Bruyere nicht, — aber 
beide lässt er weit hinter sich durch den Diamantglanz 
des Stils. Wie ungezwungen sich das Resultat dieser 
unaufhörlichen Arbeit eines halben Menschenlebens 
liest, — und wie doch alles zugleich jene Eigenschaft 
des besten Stils aufweist: so und nicht anders konnte 
dieser Gedanke am treffendsten und kürzesten ausge- 
drückt werden. Des Herzogs leitender Grundsatz war: 
nicht zwei Worte anwenden, wo eines genügt". 27 Dieses 
letztere, was Engel sagt, ist es, das La Rochefoucauld 
gerade gross macht. In einer einzigen Maxime zeichnet 
er oft einen ganzen Menschen zum Greifen deutlich. 
Man lese nur folgende Sätze: „II y a des gens si remplis 
d'eux-memes que lorsqu'ils sont amoureux, ils trouvent 
moyen d'etre occupes de leur passion sans l'etre de la 
personne, qu'ils Taiment"; 28 oder: „Tout le monde se 
plaint de sa memoire, et personne ne se plaint de son 
jugement". 29 Welche Mühe hat es aber auch den 
Herzog gekostet, ein solches Werk zu vollenden. Mit 
der grössten Sorgfalt hat La Rochefoucauld 25 Jahre 



— 115 — 

lang daran gefeilt und gemodelt bis er das erreichte, 
was er erlangt hat. Wie er in seinem Leben eine hohe 
Stellung inne hatte, so behauptet er auch den ersten 
Platz auf dem Gebiete des Stils. La Rochefoucauld 
hat dem 17. Jahrhundert das Stilmuster gegeben. In 
seiner Schreibweise findet man nichts kleinliches, nichts 
blasirtes. Engel sagt: „Sein Herzogthum spiegelt sich 
selbst in seinem Stil wieder". 30 Und doch giebt es 
Schriftsteller der Neuzeit, die dieses bezweifeln. So 
sagt z. B. Sainte-Beuve : „II y a des critiques de bons 
sens (non de bon goüt cette fois) qui disent et repetent 
ä pleine bouche que c'est lä le style du pur XVIII e 
siecle; c'en est le simulacre peut-etre ä distance, mais 
non la vraie et naive ressemblance, qui ne se separe 
jamais de la convenance meme. II est possible que 
les mots soient tous de la langue du XVII e siecle, mais 
les mouvements n'en sont point". 31 Wo will Sainte- 
Beuve einen kürzeren, bündigeren Stil finden? Nach 
oder neben Pascal ist La Rochefoucauld jedenfalls der 
grösste Prosaist. Auch Laur ist unsrer Meinung: „Sein 
Styl ist kurz, bestimmt, energisch: nicht ein Wort zu 
viel oder zu wenig. Es lässt sich behaupten, dass der 
gleiche Gedanke mit so wenig Worten, so scharf und 
so ansprechend auf keine andere Weise ausgedrückt 
werden kann". 32 Daher kommen wir in Bezug auf 
La Rochefoucauld's Stil zu dem Schluss, dass er meister- 
haft, vollendet ist. 

3. Nachdem wir nun in den beiden letzten Kapiteln 
die Urtheile und die Kritik der Zeitgenossen sowohl 
als die der modernen Schriftsteller erläutert haben, 



— 116 — 

glauben wir es wohl wagen zu dürfen, das Interesse 
des Lesers noch eine kleine Weile in Anspruch zu 
nehmen, um noch unser kurzes Urtheil über den grossen 
Autor anzuführen. 

La Rochefoucauld's Leben war ein bewegtes. Sein 
ganzes eigenes Verhalten war schon dazu geeignet es 
bewegt zu machen. Seine unendliche Herzensthätigkeit 
in Bezug auf die Frauen verursachte ihm die meisten 
Unannehmlichkeiten. Man könnte das Leben La Roche- 
foucauld's in Abschnitten darstellen, in Bezug auf — 
die Frauen. Seine eigene Gemahlin würde aber hierbei 
am wenigsten in Betracht kommen, trotzdem sie ihm 
8 Kinder gebar. Aber das war ja in der Regel so in 
damaliger, und — ist es wohl auch in heutiger Zeit. 
Wir beginnen die Abschnitte des La Rochefoucauldschen 
Lebens mit der Mme. de Chevreuse und der Mlle. de 
Hautefort, für welche beide ihn romantische Schwärmerei 
erfasst hatte. Dann war es die Herzogin von Longue- 
ville, deren Liebe er sich ja mit kluger Berechnuug er- 
warb, ferner die Marquise de Sable, die bei La Roche- 
foucauld das suchte, was sie in ihrer Ehe vermisste, 
nämlich die reine Liebe; und endlich die Mme. de La 
Fayette, welche den würdigen Beschluss machte. Dazu 
kam die Zeit der Fronde. Stets sich vernachlässigt 
oder mit Undank belohnt fühlend, war es zu natürlich, 
dass in seinem Herzen grosse Bitterkeit erwachte, welche 
sich in seinen Maximes Luft machte. Er hatte Alles 
durchkostet, hatte alle Gesellschaftsklassen kennen lernen, 
vom höchsten Edelmann bis zum einfachsten Bürger. 
Als dann in der Mitte seines Lebens die Büchsenkugel 
ihn fast blendete, da zog er sich von dem politischen 



— 117 — 

Schauplatze zurück und rettete sich in die Einsamkeit. 
Ganz einsam war er jedoch nicht, es umgab ihn ja 
stets ein Kreis gleichgesinnter Freunde. Aber die Ein- 
samkeit gab ihm zu denken, und in Folge dessen wurde 
aus dem Soldaten der Schriftsteller. Letzteres wollte 
er ja bekanntlich nicht sein, aber er war es. So schrieb 
er denn zuerst die Geschichte seiner Zeit, die Memoires, 
und bald darauf zog er die Schlüsse daraus, die Maximes. 
In den letzteren hat er gezeigt, was andauernder Fleiss 
und treue Arbeit zu leisten vermag. Aber dieses stete 
Feilen und Meissein, das La Rochefoucauld an den 
Maximes vornahm, ruft in uns den Gedanken hervor, 
dass unser Autor, trotz seines steten Ableugnens, doch 
darauf bedacht war, mit seinen Geisteskindern, den 
Maximes, sich einigen literarischen Ruhm zu erwerben. 
Es ist ihm gelungen, seine Maximes werden ihm einen 
unsterblichen Namen sichern. 

La Rochefoucauld war nun aber auch kein Denker 
gewöhnlicher Art. Er unterscheidet sich von denen, 
die auch zu unserer Zeit viel Gutes leisten, die wohl 
die Natur durchforschen, aber nie daran denken, das 
Menschenherz zu ergründen. Was La Rochefoucauld 
als Schriftsteller anbelangt, so ist er, wie oft erwähnt, 
einer der grössten Prosaisten, die Frankreich aufzuweisen 
hat, und er besass nicht nur das Gold der Sprache, 
sondern auch die Juwelen der Gedanken. Keiner vor 
La Rochefoucauld hat die treffende Kürze des pfeil- 
spitzen Wortes besessen, auch Montaigne nicht, dem 
man so vieles nachrühmt. La Rochefoucauld hat erst 
die französischen Schriftsteller gelehrt, wie weniger 
Worte man bedarf, um das Resultat des Denkens 



118 — 



scharf, klar und bündig wiederzugeben. War La Roche- 
foucauld als Mensch auch oft zu tadeln, als Schrift- 
steller wird sein Ruhm dauernd sein, mag die Kritik 
über ihn so oder so ausfallen, nie wird man unseres 
Autors Verdienst als Prosaist und Denker schmälern 
können. 



Anhang. 



Anmerkungen zu Kapitel I. 

1. Voltaire, T. XX. Siecle de Louis XIV. Paris 1830. p.320.— 
2. Wie sehr die La Rochefoucauld von dem hohen Alter ihrer 
Familie überzeugt waren, das geht aus der Stelle in Tallemant 
des Re'aux, a. a. 0. T. III p. 357, deutlich hervor: „II avoit une 
sceur, qui n'estoit pas si humble que luy. Elle disoit au Duc, 
son nepveu: „Menanda! mon nepveu, la maison de La Roche- 
foucaut est une bonne et ancienne maison; eile estoit plus de 
trois cens ans devant Adam. „ — Oui, ma tante; mais que de- 
vinsmes-nous au deluges? — „Vrayment voire, le deluge! disoit- 
elle en hochant la teste, „je n'en raporte". — Marie de La 
Rochefoucauld war die Schwester des Kardinals de La Roche- 
foucauld, verheirathet im Jahre 1579 an Louis de Rochechouart, sieur 
de Chandier. — 3. Man vergleiche den Tallemant -Aufsatz weiter 
unten und sehe auch Lotheissen a. a. 0. p. 219. — 4. Freilich 
war das Parlament nicht damit einverstanden, es erhob grosse 
Einsprüche, und selbst der König vermochte die Einsprüche des 
Parlaments nicht zu ändern. Erst 15 Jahre später gab es nach 
und trug den neuen Herzog in die Liste der Pairs von Frankreich 
ein. — 5. Viele der Schriftsteller, welche über La Rochefoucauld 
geschrieben , waren nicht einig darüber, ob sie Franz VI oder 
Franz V oder gar Franz IV schreiben sollten. So findet man bei 
Voltaire a. a. 0. p. 146: „Rochefoucauld (Francois duc de La), ne 
en 1613. — Die Revue retrospective p. 169 sagt: „Francois IV, 
duc de La Rochefoucauld, auteur des Maximes etc. — Wir werden, 
um eine Verwechselung zu vermeiden, La Rochefoucauld VI bis zum 



— 120 — 

Tode seines Vaters (1650), Marcillac nennen. — 6. Lotheissen 
glaubt, dass La Rochefoucauld schon mit 13 Jahren an der Spitze 
eines Heeres als Oberst gestanden habe. — 7. Man glaubte in 
Paris den Kardinal Richelieu in Ungnade und handelte schon 
demgemäss, als plötzlich die Dinge eine andere Wendung nahmen 
und Richelieu mächtiger denn je wurde. Den Tag, an welchem 
dieses geschah, den 10. November 1631, nennt man, journee des 
dupes'. — 8. Richelieu soll seine Fürstin tief geliebt haben, und 
um dieses zu verdecken, umgab er sich gegen dieselbe mit dem 
Schein des Hasses. So wenigstens erzählen die Zeitgenossen. 
Mme. de Motteville schreibt in ihren Memoires, a. a. 0. T. I p. 45: 
„On veut aussi que le cardinal de Richelieu ait eu pour la Reine 
plus d'amour que de haine, et que ne la voyant pas portee ä lui 
vouloir du bien, soit par la vengeance ou soit pour la necessite 
ä se servir de lui, il lui rendit de mauvais offices aupres de Roi. 
Les premieres marques de son affection furent les persecutions 

qu'il lui fit La raison et quelques particuliers qui avoient 

senti les rüdes effets de cruelles maximes de ce ministre avoient 
sujet d'avoir de la haine pour lui ... ." — 9. Vielleicht aber war 
es der Grundsatz La Rochefoucauld's, wenig von seiner Frau zu 
sprechen, wenigstens weist seine Maxime 364 darauf hin: „On 
sait assez qu'il ne faut guere parier de sa femme. — S. auch 
Revue des deux Mondes a. a. 0. p. 186. „II avait epouse fort jeune 
Mlle. de Vivonne, dont je ne vois pas, qu'on dise rien de plus 
par rapport ä lui, sinon qu'il en eut cinq fils et trois filles." — 
10. Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 386. — 11. S. La Roche- 
foucauld's Portrait Seite 82. — 12. A. Regnier sagt in einer 
Note seiner Oeuvres de La Rochefoucauld a. a. 0. T. II p. 4 über 
Mme. de Chevreuse Folgendes : „Marie de Rohan, fille d'Hercule 
de Rohan, duc de Montbazon et de Madelaine de Lenoncourt, 
etait nee en 1600, et mourut en 1679. Demeuree veuve de con- 
netable de Luynes en 1621, eile s'etait mariee, ä la fin de 1622 ? 
ä Claude de Lorraine, duc de Chevreuse, qui etait le quatrieme 
fils de Henri duc de Guise, le Balafre, et en faveur de qui le 
duche de Chevreuse avait ete erige en pairie en 1612. — Mme. 
de Chevreuse n'avait pas seulement le genie et le gout de l'in- 
trigue; eile savait comprendre les arts et les encourager, et V. 



— 121 — 

Cousin dans l'etude qu'il lui a consacree, ä tres-bien fait ressortir 
les divers cötes de cette nature feminine, si etrange ä la fois et 
si complexe. — 13. Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 386. — 
Victor Cousin schreibt über diesen Fall in seiner Madame de 
Chevreuse p. 122: „Tout ce recit nous est un peu suspect. Nous 
ne pouvons croire que la Reine ait en la folle idee que lui prete 
la Rochefoucauld; il aura pris une plaisanterie pour une pro- 
position serieuse et il la rapporte pour se donner, selon sa coutume 
un air d'importance". — Ad. Regnier erzählt in den Grands 
ecrivains a. a. 0. T. II p. 28: „II faut pourtant se Souvenir que ces 
temps abondent en traits que nous avons peine ä croire aujourd' 
hui, et que parfois les personnages les plus haut places ne recu- 
laient pas devant les plus hardies". — 14. So wenigstens besagen 
die Memoires. Jedoch Mme. de Motteville stellt den Verlauf anders 
dar. Sie schreibt: „La cabale de la Reine, composee de toutes 
ces personnes que je viens de nommer, devint donc une seconde 
fois odieuse au ministre. II chassa tout de nouveaux ceux qui 
en etoient et les traita de la Maniere qu'il traitoit ceux qu'il ne 
croyoit pas etre de ses amis. II exila pour la seconde fois madame 
de Chevreuse, qui s'en alla en Espagne, oü, ä cause de la Reine 
etc. (Mme. de Motteville, Memoires, a. a. 0. T. I p. 51). — 15. Talle- 
mant des Reaux, a. a. 0. T. I. p. 405 bringt über die Flucht der 
Herzogin folgendes Couplet: 

La Boissiere, dis-moy, 
Vas-je pas bien en homme? - — 
Vous chevauchez, ma foi, 
Mieux que tant que nous sommes. 
Elle est 
Au regiment des Gardes 
Comme un cadet. 

16. A. Regnier, les grancls ecrivains, a. a. 0. T. II p. 34: „Le 
mot est ecrit, dans notre manuscrit tantöt Vertoeil et tantöt 
Verteuil. C'etait une terre de l'Angoumais, avec titre de baronnie, 
appartenant aux la Rochefoucauld". — 17. Victor Cousin theilt in 
seiner Madame de Chevreuse p. 139 den Inhalt dieses Briefes mit, 
welchen die Herzogin in RufYec (Charente) ungefähr 6 Kilometer 



— 122 — 

von Vcrtcuil schrieb: „ Monsieur, je suis un gentilhomme francois 
et dcmandc vos Services pour ma liberte et peut-etre pour ma 
vic. Je nie suis malheureusement battu. J'ai tue un seigneur 
de marque. Cela me force de quitter la France promptement, 
parce qu'on me cherche. Je vous crois assez genereux pour me 
servir sans me connoitre. J'ai besoin d'un carosse et de quelque 
valet pour me servir". — 18. Tallemant des Reaux, a. a. 0. T. I 
p. 403 behauptet, dass die Herzogin bei La Rochefoucauld im 
Schlosse gewesen sei. Er sagt: „Cependant la nuit, eile eut des 
habits d'homme pour eile et pour une demoisselle, et se sauver 
avant jour ä cheval. Le prince de Marcillac, aujourd'huy M. de 
la Rochefoucauld, fut mis en Bastille pour l'avoir recue une nuit 
chez luy!" — ibidem T. II p. 8: „Cela fut cause que madame de 
Chevreuse se deguisa en homme et alla chez le prince de Mar- 
cillac, qui lui donna des gens pour la conduire, cela fut cause 
qu'on le tint quelque temps en prison". — 19. Michaud et Pou- 
joulat a. a. 0. T. V p. 388. — 20. ibidem. — Revue des deux 
Mondes, a. a. T. XXI p. 186 : „Toutes ces fabuleuses intrigues 
finirent pour lui ä la fuite de Mme. de Chevreuse, par huit jours 
de Bastille et un exil de deux on trois ans ä Verteuil (1639—1642) 
c'etait en 6tre quitte ä bon compte avec Richelieu ..." — 21. Ad. 
Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. II p. 36 u. 38 erzält, wie 
leicht man La Rochefoucauld die Gefangenschaft gemacht habe: 
„Chavigny avait recommande ä du Tremblay, gouverneur de la 
Bastille, frere du P. Joseph du Tremblay, le confident de Richelieu, 
qu'on eut, „ä bien loger" le prince de Marcillac, et qu'on lui 
permit de se promener sur la terasse". — S. auch Victor Cousin, 
Mme. de Chevreuse, p. 435, die Note, welche den Text eines von 
Chavigny geschriebenen Billets enthält. — 22. Revue des deux 
Mondes, a. a. 0. T. XXI p. 186. „Et cet exil un peu languissant, 
se trouvait encore agreablement diversifie, il l'avoue, par les 
douceurs de la famille, les plaisirs de la campagne . . ." — 23. Mme. 
de Motteville, a. a. 0. T. I p. 385. — 24. Michaud et Poujoulat, 
a. a. 0. T. V p. 385. — 25. ibidem, a. a. 0. T. V p. 77. - 26. Ad. 
Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. II p. 42. — 27. ibidem, 
p. 45: Francois-Auguste de Thou, grand-maitre de la librairie du 
Roi, conseiller d'Etat, fils de Jacques-Auguste de Thou, l'historien- 



— 123 — 

— Mme. de Motteville a. a. 0. T. I p. 74. — S. auch : Les Archives 
curieuses de l'historie de France (2© serie T. V p. 295—301) l'inter- 
rogatoire fait ä M. le Grand et ä M. de Thou, prisonniers au 
chäteau de Pierre-Encise ä Lyon, le 9 septembre 1642, et leur 
confrontation. — Mlle. de Montpensier a. a. 0. T. I p. 53—54. — 
Tallemant des Reaux, a. a. 0. T. II p. 69. — 28. Ad. Regnier, 
les grands erivains, a. a. 0. T. II p. 43, note 1 u. 2: „Mlle. de 
Hautefort, dont on a mentionne plus haut la disgräce, s'etait 
retiree pres du Mans, dans une terre, qui appartenait ä sa 
grand'mere. Richelieu avait fait chasser Mlle. de Chemerault en 
meme temps que Mlle. de Hautefort, pour mieux couvrir son jeu 
et la trahison de cette fausse anne de la Reine". — 29. Michaud 
et Poujoulat, a. a. 0. T. V p. 350. — 30. Ad. Regnier, les grands 
ecrivains , a. a. 0. T. II p. 50, Note 1. — 31. Mlle. de Montpensier, 
a. a. 0. T. I p. 75 : , , Au commencement de la regence, il se fit un 
parti contre la faveur du cardinal Mazarin, qu'on nomma le parti 
des importants; ils faisoient grand bruit et ce fut sans effet. 
La prison de M. de Beaufort, qui fut arrete presque des la nais- 
sance de cette cabale dont il etoit le chef (Beaufort wurde am 
3. Sept. 1643 gefangen genommen), dissipa cette faction en un 
instant; et cette detention etc. . ." — Michaud et Poujoulat, a. a. 
0. T. V. p. 139. — 32. Laur, a. a. 0. p. 49. — 33. Michaud et Pou- 
joulat a. a. 0. T. V p. 140. — 34. Dieser Ausspruch variirt; Talle- 
mant des Reaux a. a. 0. T. II p. 73 schreibt denselben dem Kardinal 
Richelieu zu. Er lautet daselbst: „J'ay ouy dire ä Lyon que la 
premiere fois que le cardinal de Richelieu presenta Mazarin ä la 
Reyne (c'estoit ä pres le traite de Cozal) il luy dit: „Madame 
vous l'aimerez bien, il a de l'air de Bouquinquant". — 35. Michaud 
et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 141. — 36. ibidem p. 381. — 37. Victor 
Cousin , Mme. de Longueville a. a. 0. T. I p. 1 — 2. — 38. Sainte- 
Beuve , Portraits de femmes, a. a. 0. p. 316. — 39. Victor Cousin, 
a. a. 0. T. I p. 8. — Retz, Memoires, Amsterdam. T. I p. 185. — 
40. Sainte-Beuve , Portraits de femmes ; a. a. 0. p. 320. — 41. Mme. 
de Motteville, a. a. 0. T. I p. 335— 336. — Sainte-Beuve, Portraits 
de femmes, a. "a. 0. p. 320 — 321, sagt daselbst in Note 2: „Apres 
ces temoignages d'une personne aussi veridique que Mme. de 
Motteville, et d'un connaisseur desinteresse ici comme Retz, je 



— 124 — 

n'ai garde d aller demander a cctte mechante langue et ä ce fou 
de Rriennc quelques details enchanteurs sur une teile beaute, 
drtails suspects et qui ne se rapporteraient dailleurs qu'ä lepoque 
declinantc. Ce qui est certain de Mme. de Longueville, c'est que, 
sans posseder peut-etre de certains attraits complets, eile sut 
avoir toute la gräce". — 42. Tallemant des Reaux a. a. 0. T. I 
p. 186, bringt ein Couplet, welches über die Herzogin von Longue- 
ville handelt: 

Si Madame de Longueville 
Fait l'amour comme chacun dit, 
Peut-on condamner une fille 
Qui fait ce que sa mere fit? 
L'une est süperbe et fort hautaine, 
L'autre douce, accorte et humaine. 
Mais fort semblables en ce point 
Qu'un galant ne leur desplait point". — 

43. Michaud et Poujoulat, a. a. 0. T. V p. 399. — 44. Victor 
Cousin: Mme. de Longueville, a. a. 0. T. I p. 305—306. — 
45. ibidem p. 303. *— 46. Michaud et Poujoulat , a. a. 0. T. V 
p. 399. ■ — ibidem p. 493. Gourville erzählt in seinen Memoires: 
„Monsieur le prince de Marcillac y recut un conp de mousquet 
au haut de Tepaule. Quelques jours apres il se fit porter ä Paris 
dans un brancard; M. l'abbe de La Rochefoucauld etant venu au 
devant de lui qu'il etoit content de moi, et des soins que je lui 
rendois..." — 47. Victor Cousin, Mme. de Longueville a. a. 0. 
T. I p. 342 u. 343. — 48. Viele Zweikämpfe wurden um die 
Herzogin ausgefochten , von einem erzählt Mme. de Motteville, 
a. a. 0. T. I p. 159, der Zeugniss giebt von dem Herzen der Mme. 
de Longueville : „Mme. de Longueville ä ce qu'on a parle etoit chez 
la vieille duchesse de Rohan, qui les vit battre (Herzog von Guise 
und Colligny) cachee ä une fenetre; mais eile eut peu de satis- 
faction de sa curiosite. On fit cette chanson sur ce combat: 

Essuyez vos beaux yeux, 
Madame de Longueville, 
Essuyez vos beaux yeux 
Colligny se porte mieux. 



— 125 — 

S'il a demande la vie, 

Ne Ten blamez nullement 

Car c'est pour etre votre amant 

Qu'il veut vivre eternellement. — 
49. J. B. A. Suard a. a. 0. T. I p. 115 erzählt über die Frauen 
der damaligen Zeit, dass der Ehrgeiz sich oft mit der Liebe ge- 
paart habe: „Alors comme aujourd'hui les femmes en etaient les 
principaux instrumens; mais l'amour, ou ce qu'on honorait de ce 
nom, avait une sorte d'eclat qui en impose encore, et s'enno- 
blissait un peu en se melant aux grands interets de Fambition, 
au lieu que la galanterie de nos jours degradee elle-meme par 
les petits interets". — Sainte-Beuve , Portraits de femmes, a. a. 0. 
p. 322—323: „Ce fut Famour qui chez eile eveilla Fambition; 
mais il ne s'en distingua jamais. Contradiction singuliere! plus 
on considere la politique de Madame de Longueville, et plus eile 
se confond avec son caprice amoureux; mais si Fon serre de pres 
cet amour lui-meme (et plus tard eile nous Favouera) il semble 
que ce n'est plus que de Fambition travestie, un desir de briller 
encore' 1 . — 50. Mme. de Motte ville a. a. 0. T. I p. 16. — 51. Michaud 
et Poujoulat, a. a. 0. T. V p. 396.-52. E. Laur, a. a. O.p.51— 52. 
53. Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 399. — Sainte-Beuve, 
Portraits de femmes, a. a. 0. p. 286: Les vingt-cinq ans etaient 
dejä passes quand sa liaison avec M. de La Rochefoucauld com- 
menca. Jusqu'alors eile s'etait assez peu melee de politique. 
Miossens avait pourtant tache de Finitier. La Rochefoucauld 
s'y appliqua et lui donna le mouvement plus que Fhabilite, qu'en 
cette guerre il n'atteignit lui-meme qu'ä peu pres. — 54. Revue des 
deux Mondes a. a. 0. p. 187 (Verfasser Sainte-Beuve). — 55. S. 
das Portrait von La Rochefoucauld auf Seite 82. — 56. Victor 
Cousin, Mme. de Longueville, a. a. 0. T. I p. 344. 345. — 
57. Sainte Beuve , Portraits de femmes, a. a. 0. p. 321 : Le monde 
diplomatique et les honneurs dont eile fut Fobjet la laisserent 
nonchalante et assez reveuse, eile en pensait volontiers ce qu'elle 
dit un jour en baillant de la Pucelle de Chapelaine, qu'on lui 
voulait faire admirer: „Oui, c'est bien beau, mais c'est bien en- 
nuyeux". — 58. Dieses beweist wohl am besten Victor Cousin's 
Ausspruch in der Mme. de Longueville, a. a. 0. T. I. p. 37 : „Ainsi 



— 126 — 

de l'aveu de tout le monde, dans la Fronde La Rochefoucauld ne 
cherche que son interet et Mme. de Longueville ne cherche que 
l'interet de La Rochefoucauld. — 59. Victor Cousin, Mme. de 
Longueville a. a. 0. p. 36 — 39. — Mme. de Nemours , Mdmoires 
6dit. d' Amsterdam 1733 p. 12. — 60. Ad. Regnier, les grands Ecri- 
vains, a. a. 0. T. II p. 100. — 61. ibidem p. 104—106. — 62. ibidem 
p. 106—108. — 63. ibidem p. 109-116. - 64. Mme. de Motteville 
T. III p. 56. — 65. Mme. de Nemours a. a. 0. p. 47. — 66. Ad, 
Regnier , les grands ecrivains T. IL p. 172—173. — 67. Memoires 
de La Rochefoucauld (Coli. Petitot) Tome I. II p. 72. — 68. ibidem 
p. 71. — 69. ibidem p. 79—80. — 70. Ad. Regnier, les grands 
Ecrivains, a. a. 0. T. II p. 99, Note 1. — 71. Ad. Regnier, les 
grands ecrivains, a. a. 0. T. II p. 100—102. — 72. Retz, Memoires, 
a. a. 0. p. 293—294. — 73. Michaud et Poujoulat, a. a. 0. T. V 
p. 420. S. auch Ad. Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. II 
p. 193, Note 3. — 74. Retz, Memoires, a. a. 0. T. II p. 124—125: 
„Comme M. de La Rochefoucauld n'avoit pas eu trop bon bruit 
dans l'affaire des Importants, dans laquelle Ton l'avoit accuse 
d'etre racommode ä la cour ä leurs depens (ce que j'ai su toute- 
fois depuis de sience certain, n'etre pas vrai), je netois pas trop 
content de le trouver en cette societe. II fallut pourtant s'en 
accommoder." — 75. Mme. de Motteville a. a. 0. T. II p. 277 : 
„Et obligea de s'attacher tout-ä-fait au soin de gouverner le 
prince de Conti, qu'elle vouloit faire servir ä Pusage, qui lui 
conviendroit le mieux. Elle en etoit plus aimee qu'elle ne Taimoit, 
car son inclination etoit fixee sur un objet (Le prince de Marcillac. 
Retz sagt, dass Marcillac und die Herzogin vollkommen den 
Prinzen Conti verblendet hatten) qui etoit le premier mobile qui 
agissoit en eile, et qui faisoit naitre ses autres sentimens. Mais 
eile se servit facile de l'assujetir entierement ä toutes ses vo- 
lontes". — 76. Wie dieses Wort Fronde entstanden, darüber giebt 
Mlle. de Montpensier a. a. 0. T. I p. 181 Aufschluss : „Quoique le 
mot de Fronde ne soit venu que sur une bagatelle, il faut que 
je mette ici son origine. Un jour dans le commencement des 
troubles que le parlement s'assembloit souvent Bachaumont, con- 
seiller, parloit d'une affaire qu'il avoit, il dit de sa partie: „Je 
le fronderai bien; et comme chacun etait assis ä sa place, Ton 



— 127 — 

commenca ä parier contre le fit assez connoitre. ßarillon alne* 
commenca ä chanter: 

Un vent de Fronde 
S'est leve ce matin. 
Je crois qu'il gronde 
Contre les Mazarins. 
Un vent de Fronde 
S'est leve ce matin. 

Montglat erzählt darüber In seinen Mdmoires (Michaud et 
Poujoulat a. a. 0. T. V p. 218): „Or il faut remarquer que ceux 
du parti du Roi qu'on appeloit ä Paris Mazarins ne se meloient 
point avec les frondeurs et se saluoient seulement avec indiffe- 
rence. — 77. Retz, Memoires, a.a.O. T. II' p. 136—140: „La 
Rochefoucauld partit deux heures apres le Roi, pour fortifier et 
pour ramener M. le prince de Conti, .... qui s'etoit laisse emmener 
comme un enfant par M. son frere". — 79. Michaud et Poujoulat 
a. a. 0. T. I p. 421. — 80. Retz schreibt in seinen Memoires in 
Bezug auf La Rochefoucauld in diesem Kampfe: „M. de La 
Rochefoucauld, qui avoit plus de coeur que d'experience, s'emporta 
de chaleur: il n'en demeura pas ä son ordre, il sortit de son 
poste, qui lui etoit tres-avantageux, et il chargea les ennemis 
avec beaucoup de vigueur". — 81. Marcillac war über dieses 
Resultat, das so plötzlich seinen abenteuerlichen Ideen ein Ziel 
setzte, auf's höchste entrüstet. Er bekundet dieses ja auch in 
seinen Memoires. (Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 423): 
„Pas ces accords secrets, des chefs si considerables, ne conservant 
que de bienseance pour leur parti necessitoient les plus zeles 
d'acquiescer ä la paix, ou de temoigner une impuissance hon- 
teuse". — 82. Ad. Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. II 
p. 129, Note 1 : „Le prince de Marcillac figure un nombre des 
Frondeurs que Ton y comprit expressement. Comme il etait 
retenu au lit par sa blessure, ce fut Mme. de Longueville qui 
se chargea de traiter de ses inte'rets . . . ." — 83. Michaud 
et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 371. - 84. ibidem p. 436. Mme. 
de Motteville, a.a.O. T. III p. 445. - 85. Michaud et Pou- 
joulat, a. a. 0. T. V p. 495. — 86. Wir werden von jetzt ab 



128 — 

Marcillac Herzog von La Rochefoucauld nennen, weil er ja nach 
dem Tode seines Vaters als Erbe dessen Titel führte. S. oben. — 
87. Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 371. — 88. Lennet, 
Memoires (Michaud et Poujoulat) T. I p. 282— 284 : „U etait arrive 
de la cour en poste pour empecher la reception de Mme. la 
Princesse dans Bordeaux, et qu'il avoit si bien cabalä les jurats 
qu'il les avoit empeche ce jour-lä qu'on ne les ouvrit de peur que 
la Princesse y enträt; mais que sur les neuf heures de ce matin- 
lä, le peuple s'en etoit tellement offense, qu'il etoit assemble, et 
avoit, ä coups de hache, brise les portes jurants quils egor- 
geroient ä son entree, et avoient contraint les jurats et tous les 
assistants de crier: „Vive le roi et les Princes! et point de 
Mazarin . . . ." — 89. Vergl. Montglat (Michaud et Poujoulat) 
a. a. 0. T. V p. 232—235. — 90. ibidem, p. 234: „Le roi partit de 
Poitiers le 22 de juillet, et arriva le 25 ä Angouleme, et le premier 
d'aoüt ä Libourne, oü il recut . . . ". — 91. Michaud et Poujoulat 
a. a. 0. T. V p. 440. — J. Loret, a. a. 0. T. I p. 40. — 92. Lennet 
(Michaud et Poujoulat) T. LH p. 135 ff. — ibidem p. 146—147. — 
93, Montglat (Michaud et Poujoulat) a. a. 0. T. V p. 240: „La 
Princesse Palatine, femme d'esprit et fort intrigante, qui etoit en 
petite consideration pres du Cardinal, s'en mela des plus avant 
pour se faire valoir". — Ad. Regnier, les grands ecrivains, a. a. 
0. T. II p. 222. — 94. Man sehe Mme. de Motteville, a. a. 0. T. III 
p. 266-267. — 95. Montglat (Michaud et Poujoulat) a.a.O. T. V 
p. 248: . . . „II voulut par un coup de desespoir les delivrer lui- 
meme". - 95*. Guy-Joly, a. a. 0. T. I p. 178—179. — 96. Retz, 
Memoires T. III p. 187 (edit. Ch.) — 97. Ad. Regnier, les grands 
ecrivains, a. a. 0. T. II p. 280. — 98. Mme. de Motteville, a. a. 0. 
T. III p. 418— 420. — Ad. Regnier, les grands ecrivains, T. II 
p 284—285. — 99. La Rochefoucauld behauptet in seinen Me- 
moires, dass er keineswegs die Absicht gehabt habe den Coad- 
jutor zu tödten. Vergl. Mem. de La Rochefoucauld 1651. — 
Retz dagegen erzählt: Au moment oü il avoit le cou serre entre 
les deux portes, La Rochefoucauld cria ä M.M. de Coligny et de 
Ricousse de le tuer. (Vergl. Retz : Mem., annee 1651). — 100. Mme, 
de Motteville, a. a. 0. T. III p. 419. — 101. ibidem T. III p. 420. — 
102. Ad. Regnier, les grands e'crivains, a. a. 0. T. II p. 340-368. — 



— 129 — 

103. Mme. de Motteville, a. a. 0. T. III p. 475. — 104. Mlle. de 
Montpensier, a.a.O. T. IX p. 38— 39. — 105. ibid. T.II p. 97 -98. 
106. Michaud et Poujoulat a. a. 0. T. V p. 508. — 107. E. Laur, 
a. a. 0. p. 56. — 108. Lotheissen, a. a. 0. T. III p. 225. — 109. ibidem 
p. 225. — 110. Mme. de Sevigne, a. a. 0. T. II p. 136. — 111. ibidem, 
T. II p. 142. — 112. ibidem T.IV p.17. - 113. ibidem T. I p. 86. — 
114. Lotheissen a. a. 0. T. III p. 229. — 115. Mme. de Sevigne, 
a. a. 0. T. I p. 112. — 116. ibidem, T. V p. 44. - 117. ibidem T. V 
p. 46. — 118. Will man über die letzten Augenblicke La Roche- 
foucaulds sich noch genauer unterrichten, so sehe man die Briefe 
der Mme. de Sevigne: T. I p. 86, 112. T. II p. 136, 142. T. IV. 
p. 17. T. V. p. 44, 46, 52, 71, 74. — 119. Die noch jetzt lebenden 
La Rochefoucauld führen den Titel Graf. Man sehe darüber 
unsere in der nächsten Zeit erscheinende Oeuvres inedites de 
La Rochefoucauld. — 



Rahstede. La Rochefoucauld. 



— 130 — 

Stammtafel des Hauses La Rochefoucauld 

nach Tallemant des Reaux. (S. a. a. 0. T. III p. 359). 

Le pere du cardinal Frangois de La Rochefoucauld e'toii 
Charles de La Rochefoucauld, comte de Randan, colonel-gene>al 
de rinfanterie, mort le 4 novembre 1562. Charles venoit de 
Francois II, comte de La Rochefoucauld qui avoit epouse Anna 
de Polignac, dont le merite a e'te celebre par tous les contempo 
rains. 

Cette premiere branche d'une des plus grandes maisons de 
France, cletachee vers la fin du X e siecle de celle de Lusignan 
(dont eile porte les armes brisees de trois chevrons avec la me- 
lusine pour cimier), avoit eu, pour premier apanage la terre de 
la Roche, ä quatre lieues d'Angouleme, appellee du nom de son 
premier seigneur la Roche-Foucauld. La baronnie fut erigee en 
comte par le grand roi Francois I er en faveur de son parrain. 
Francois I er du nom, baron de la Rochefoucauld, qui prit en meme 
temps le titre de prince de Marcillac. A partir de lä, tous les 
aines de la maison recurent en bapteme ce beau nom de Frangois, 

Frangois IV epousa Theritiere de la maison d'Estissac 
Frangois V fut cree duc et pair en avril 1622. Frangois VI 
fut l'auteur des Maximes, et Frangois VII epousa Jeanne-Charlotte 
du Plessis-Liancourt, Alexandre, duc de la Rochefoucauld, petit 
fils de Frangois VII, mourut en 1762 ne laissant que deux filles, 
Nicole et Marie. 

Mais Francois III, massacre ä la Saint-Barthelemy, avoit epouse 
en secondes noces Charlotte de Roye, comtesse de Roucy; et 
Charles, son fils, avoit fait la branche des La Rochefoucaulds, 
comtes de Roucy. Nicole et Marie, les filles de Frangois VIIj 
epouserent leurs deux cousins: 

1° N., comte de Roucy, cree duc d'Anville en 1732, dont le 
fils, Louis-Alexandre, devenu chef de la maison, fut massacre le 
14 septembre 1792 ä Givors, sans laisser d'enfants; 

2° Louis de La Rochefoucauld de Roye, comte de Roucy apres 
son frere, qui regut le brevet de duc d'Estissac. Son fils de 
Liancourt, qu'il conserva toujours. C'est le celebre philanthrope. 
mort pair de France en 1827. II a laisse trois fils: 



— 131 — 

1° Francois, duc de La Rochefoucauld, ne en 1765; 

2° Frederic-Gaeton, marquis de La Rochefoucauld-Liancourt, 
l'auteur des Fables; 

3° N. duc d'Estissac. 

Frangois I er du nom avoit eu, d'un second mariage avec 
Barbe du Bois, Louis de La Rochefoucauld, qui forma la branche 
collaterale des seigneurs de Montendre et de Surgeres. De Louis 
descendoit Alexandre-Nicolas de La Rochefoucauld, marquis de 
Surgeres, mort en 1760. Son petit-fils, mort en 1827, prit le 
titre de duc de Doudeauville. C'est le pere de Louis-Francois 
Sosthenes de La Rochefoucauld, ne le 19 fe'vrier 1785, aujourd'hui 
duc de Doudeauville, auteur de Memoires, de Pensees et de 
Portraits. II avoit epouse en 1807 Elizabeth -Helene -Pierre de 
Montmorency-Laval ; il s'est remarie en 1841 ä Herminie de Ver- 
teillac. M. le duc de Doudeauville a deux fils. 

Ainsi, sans parier meme des barons-comtes de La Roche- 
foucauld-Bayers, detaches du tronc principal au XIV e siecle et 
encore aujourd'hui representes, la maison des La Rochefoucauld 
forme deux branches bien distinctes, dont la Separation remonte 
au commencement du XVI e siecle. La premiere est celle des 
ducs de La Rochefoucauld-Liancourt, la Roche-Guyon et Estissac. 
La seconde celle des ducs de Doudeauville". 



Ungefähre 
Lebenszeit. 



Namen und Titel. 



Allianzen. 



XV. 



1471 



Jean Herr ven L. R. Mon- 
tignac etc. Charente, Mar- 
thon et Thouriers. 



Marguerite de La Roch 
foucaud,Erbin undToc 
ter von Jean La Rocl 
foucaudBarbezieux. H< 
tig angefochtene V< 
wandtenehe. 



II. Grafen von La 





Ungefähre 
Lebenszeit. 


Namen und Titel. 


Allianzen. 


XVI. 


1486 


Frangois I. (1494 Pathe König 
Franz I. v. Frankreich) seit 


/ 






1528 Graf von La Roche- 


I» Louise de Crussol. 






foucaud, Herr von Marsil- 


lila Barbe du Bois. 






lac, Barbezieux, Montendre, 








Montguyon, Coiron, Roissac. 


k 


XVII. 


1533 


Frangois II Graf von La Roche- 


Anne de Polignac, dar 






foucaud, Prince de Mar- 


de Randan. (Kais 






cillac, Baron de Verteuil, 


Karl V. bewohnte Ve 






Montignac, Charente, Thou- 


teuil 1539.) 






riers , Marthon , Blanzac, 








Montendre. 




XVIII. 


1572 


Francois III. Graf von La R. 


( I» (1552) Silvia Pic de 






und von Roncy etc. 


Mirandole 
IIa (1557) Charlotte i 
{ Roye-Roncy. 


XIX. 


1591 


Frangois IV .... 


Claude d'Estissac, Erbi] 



III. Herzöge- (Ducs) de La 



Ungefähre 
Lebenszeit. 



Namen und Titel. 



Allianzen. 



XX 



1588-1650 



Frangois V. Seit 1637 erster 
Herzog de LaRochefoucaud, 
Pair de France, Prince de 
Marsillac. 



(1611)GabriellecluPIessi 
Liancourt- Guerchevill 
Erbin. 



Namen und Titel. 

Jean Herr ven L. E. Mon- 
tignac etc. Charente, Mar- 
thon et Thouriers. 



Namen und Titel. 

Francois I. (1494 Pathe König 
Franz I. v. Frankreich) seit 
1528 Graf von La Roche- 
foucaud, Herr von Marsil- 
lac, Barbezieux, Montendre, 
Montguyon, Coiron, Roissac. 

Francois II Graf von La Rochc- 
foucaud, Prince de Mar- 
cillac, Baron de Verteuil, 
Montignac, Charente, Thou- 
riers , Marthon , Blanzac, 
Montendre. 

Francois III. Graf von La R. 
und von Roncy etc. 



Allianzen. 

Marguerite de La Roct e- 
foucaud,Erbin und Toch- 
ter von Jean La Roche- 
foucaud Barbezieux. H< 
tig angefochtene V< 
wandtenehe. 



Francois IV .... 



II. Grafen von La 



Anne de Polignac, da 
de Randan. (Kai 
Karl V. bewohnte V 
tcuil 1539.) 



Mirandole 
III* (1557) Charlotte 
v Roye-Roncy. 
Claude d'Estissac, Erbiß. 



III. Herzöge- (Dues) de La 



Francois V. Seit 1637 erster (1611)GabrielIe du PIosms- 
HerzogdcLaRochefoucaud, ; Liancourt-Guerchevill ), 
Pair de France, Prince de i Erbin. 
Marsillac. 



134 



Nachkommenschaft. 



Rochefoucaud 1528 1637. 



Nachkommenschaft 



3 Söhne, 4 Töchter. 



1 Sohn. 

4 Söhne, 2 Töchter. 

2 Söhne. 



Rochefoucaud 1637-1887. 



Nachkommenschaft. 



5 Söhne, 7 Töchter. 



Seitenlinien. 

(XVI) Wovon der 2. Sohn Antoine die Linie La 
Rochefoucaud Barbezieux gründete. 

Wovon das 7. Kind Louis die Linie La Rochefoucaud- 
Montendre gründete, aus welcher die Linie Sur- 
geres entsprang. 

(XVII) Wovon der 3. Sohn Charles de La Rochefoucaud 
die Grafschaft (seit 1663 Herzogswürde) mit der 
Pairie de Randan gründete. Diese mehrere Male 
aus der Familie gekommene Herrschaft ging schliess- 
lich unter Guy Michel de Durfort Randan im Jahre 
1773 ein. 

(XVIII) Wovon Charles de La Rochefoucaud 
3. Sohn die Linie Roye-Roncy gründete. 



(XIX) Wovon der 2. Sohn Benjamin de La Rochefou- 
caud als Baron d'Estissac einen ersten Zweig 
dieser Linie d'Kstissac gründete. Durch Adels- 
brief vom 10. Nov. 1737 wurde Ludwig Armand 
de La Rochcfoucaud-Royc-Marthon (1695—1783) 
zum Titel eines Duc d'Estissac berechtigt. Durch 
seine und seines Bruders d'Envillc Heirath mit 
ihren zwei Cousinen, den Schwestern Mlles de La 
Rochefoucaud und de La Rochc-Guyon, Erbinnen, 
kam dieser Titel zurück und wurde in der so 
durch Substitution weiter geführten hcrzogl. Linie 
La Rochefoucaud erblich (cfr. sub XXIV!). Louis 



Ungefähre 
Lebenszeit. 



Namen und Titel. 



Allianzen 



XXVI. 



.1747—1827 



XXVII. 



1765—1810 



XXVIII. 



1794-1867? 



XXIX. 



XXX. 



1818—1879? 



1853-(?) 



Francois Alexandre Frederic 
bis 1762 duc d'Enville et 
d'Estissac, dann 1765 duc 
de Liancourt, endlich Her- 
zog von La Rochefoucaud, 
Deputirter 1789, Emigrant, 
Landwirth. 1800 nach 
Frankreich zurückgekehrt. 
Gründer der Ecoles des 
Arts et metiers. Eifrigster 
Parteigänger der Vaccina- 
tion, Ritter der Ehren- 
legion, Pair de France 1814. 

Francois de La Rochefoucauld, 
Herzog von Liancourt, dann 
Herzog von La Rochefou- 
caud und von La Roche- 
Guyon, Pair de France, 
Ritter der Ehrenlegion, 
Generalmajor. 

Francois de La Rochefoucaud, 
seit 1828 duc de Liancourt, 
Prince de Marcillac, sodann 
Herzog von La Roche- 
Guyon, d'Enville, d'Estissac, 
Pair, Ritter des Ordens St. 
Louis und der Ehrenlegion, 
Generalstabsoffizier. 

Francois de La Rochefoucaud, 
duc de Liancourt (welcher 
Titel seit 1827 dem von 
d'Estissac substituirt ist), 
Cavalerieoberst. Focht in 
der Krim und in Italien. 

Francois Gaston, Offizier in 
französischen Diensten. 



Cfr. XIX und XXIV. 
Felicitas Sophi 
Lannion. 



Mlle de Tott. 



(1817?) Zenaid de 
de Rastignac. 



Frl. Bouvery. 



Unverheirathet 188 



Namen und Titel. 



Allianzen. 



Nachkommenschaft. 



1853-(?) 



Frangois Alexandre Frederic 
bis 1762 duc d'Enville et 
d'Estissac, dann 1765 duc 
de Liancourt, endlich Her- 
zog von La Rochefoucaud, 
Deputirter 1789, Emigrant, 
Landwirth. 1800 nach 
Frankreich zurückgekehrt. 
Grunder der Ecoles des 
Arts et metiers. Eifrigster 
Parteigänger der Vaccina- 
tion, Ritter der Ehren- 
legion, Pair de France 1814. 

Francois de La Rochefoucauld, 
Herzog von Liancourt, dann 
Herzog von La Rochefou- 
caud und von La Roche- 
Guyon, Pair de France, 
Ritter der Ehrenlegion, 
Generalmajor. 

Frangois de La Rochefoucaud, 
seit 1828 duc de Liancourt, 
Prince de Marcillac, sodann 
Herzog von La Roche- 
Guyon, d'Enville, d'Estissac, 
Pair, Ritter des Ordens St. 
Louis und der Ehrenlegion, 
Generalstabsoffizier. 

Frangois de La Rochefoucaud, 
duc de Liancourt (welcher 
Titel seit 1827 dem von 
d'Estissac substituirt ist), 
Cavalerieoberst. Focht in 
der Krim und in Italien. 

Frangois Gaston, Offizier in 
französischen Diensten. 



Cfr. XIX und XXIV.|(1764) 
Felicitas Sophie de 
Lannion. 



(1817?) Zenaid de 
de Rastignac. 



Frl. Bouvery. 



Unverheirathet 188' 



Chapt. 



(XXX) Gemäss väterlichem Testamente und Privat- j 
abkommen unter den Brüdern übernahm, ohne- 
gesetzliche resp. landesherrliche Sanktion der 
zweite Sohn des Frangois de La Rochefoucaud 
und der Herzogin geb. Rastignac den der Stamm- 
linie gehörigen Titel eines Herzog von La Roche- 
Guyon. Cfr. sub XXIV. 



1825- 



Doudeauville IV. 



Verehelicht in erster Ehe mit Yolande 
Polignac, Tochter des Polignac, Minisl 
Karls X., in zweiter Ehe mit Mi 
Hedvige de Ligne (Beloeil, Belgien. Si 
Ligne im Almanach de Gotha, Jhrg. 18< 



himili'iuiville IV. 



Verehelicht 
Polignac, 
Karls X. 
Hedvige 



in erster Ehe mit Yolande de 
Tochter des Polignac, Ministers 
, in zweiter Ehe mit Marie 
le Ligne (Beloeil, Belgien. Siehe 
Almanach de Gotha, Jhrg. 1887), 



Königs von Neapel, aber in Frankreich gesetzlich nicht anerkannter Herzog I 
von Bisaccia (Apulien) den Titel eines Grand d'Espagne 1. Klasse und den j 
Titel Herzog von 
ius welcher Ehe eine Tochter, Herzogin Wittwc Yolande de Luynes (siehe» I 
Gothaer Almanach 1887 sub Luynes). Aus zweiter Ehe dieses HerrnM 
Sosthencs de La Rochefoucaud , Herzog von Bisaccia seit 1853, Herzog 
von Doudeauville seit 1887, der Zeit Abgeordneter und beim englischen I 
Hofe ausserordentlicher Gesandter der Republik bei Beginn der Präsi- j 
dentschaft Mac-Mahon (1873/74) stammen 5 lebende Kinder, wovon! 
3 Söhne, deren ältester Charles de La Rochefoucaud geboren 1864, muth-j 
masslicher Nachfolger Doudeauville V. an Charlotte de Latremo'ille vor-' 
mahlt ist. Aus dem Vorhergehenden und dem Folgenden mag es sich er-l 
klären, warum bei der Genealogie der Familie des Verfassers der Maxime» 
auch noth wendiger Weise dieser jüngsten Abzweigung und ziemlich ent-J 
fernten Seitenlinie der La Rochefoucaud Erwähnung gethan werden musstc. 
Enges Anschliessen an die letzten Bourbonen, inbegriffen den Grafen von 
Chambord, rege Betheiligung an allen Rcstaurationsbcwcgungen, eine Reihe 
glücklicher Umstände, Erbschaften, Heirathen, politische Umwälzungen und. 
privatrechtlichc Neuerungen in Frankreich und Italien zur Zeit des I. Kaiser-! 
reichs haben dieser Linie, und in letzter Reihe und ganz ungewöhnlichem, 
Maasse den jetzigen Stammhalter in einer Weise begünstigt, dass sich > 
dieser Seitenlinie mit ihrem Reichthum, Prunk, Rührigkeit, Familienglück 
und Verbindungen für jetzige Tage und Generation die Hauptlinie weit in 
Schatten gestellt sieht, wenigstens in den Augen des grossen Haufens ge-, 
wohnlicher Altagsmenschcn und Tagesschreibern. Der Titel Bisaccia (noni 
sit omen nomen !) ist sozusagen der Behälter der Pandora gewesen, aus dem'; 
sie auf den jüngsten Träger dieses alten, apulischen Namens, Dank der 
Einführung des Code Napoleon in dem ephemeren neapolitan. Königreiche 
eines Bruders des grossen Korsen den Löwenantheil des Erbnachlasses def 
Pignatelli ausschüttete. Als der letzte Egmont, der einzige Sohn Philipps, 
Gcncralkapitäna in Spanien, der Herzog von Geldern, Jülich und Berg, 
Fürst des hl. röm. Reiches 1707 ohne männliche Erben verstarb, gingen 
seine Titel und Rechte, sowie die spanische Grandezza über an seiner 
Schwester Gemahl Nicolaus Pignatelli, Herzog von Bisaccia im Königreich 
Neapel. Karl Ludwig d'Albcrt, 6. Herzog von Luynes (1771 — 1771) che-j 
lichte als zweite Gemahlin eine Henriette d'Egmont-Pignatelli. Ihr Sohnj 
Ludwig Joseph Amable (1749—1807), 7. Herzog von Luynes rettete seines» 
Vaters reiches Erbe vor Confiscation, indem er zur Zeit der Revolution 
nicht auswanderte. Die Einführung des Code Napoleon in Italien, mit der 
von den Bonaparte deutlich ausgesprochenen und gewollten Absicht, den 
historischen Adel und Grundbesitz dort zu zersprengen, gab ihm und seiner 
Familie Anwartschaft auf die reichen Güter der alten, berühmten Familie 
Pignatelli. Die Schwester dieses 7. Herzogs von Luynes, Paulinc de Luynes 
hinterliess aus ihrer Ehe mit dem Vicomte, seit 1822 Herzog von Mont- 



morency-Laval , eine einzige Tochter und Erbin ihrer reichen Gütcranwartschaft in Italien (Bisaccia, Cerignola) und Frankreich (Bonnetable, Freteval 
-Doudeauville und Gandiniere). Diese einzige Tochter Montmorency-Laval geborene Luynes vermählte sich, wie oben ersichtlich, mit dem 2. Herzog von 
Doudeauville. Um dem jüngeren Sohne Sosthenes gleichen Rang mit dem alteren Bruder, dem Herzog Doudeauville und dem herzoglichen Stammhalter 
La Rochefoucaud zu verschaffen, in der Gesellschaft wenigstens, geschahen Schritte, um ihm den Titel eines Herzogs von Bisaccia, auf Lebzeiten wenigstens zu 
sichern. Dieser neapolitanische Titel war ja eigentlich, wie die gleichbenannten überkommenen italienischen Gütertitcl ein grossmütterliches Erbe und musste 
dem Schwiegersohne des Ministers Karls des X., des jüngeren Polignac, welchen 1820 und 1822 Oestcrreich und der Papst, und während des Exils in Bayern 
(Wildthurn) der König von Bayern mit dem einst am Hofe der Bourboncn so verächtlich behandelten Titel eines Fürsten (Prince du St. Empire) (Prince 
en Baviere) begünstigt hatten, trotz der spöttischen Missdeutung und Vorspiclerei, der er ausgesetzt sein mochte, inmitten einer Verwandtschaft von 
lauter mehr oder minder historischen (Brief-) Fürsten und -Herzöge sehr begehrlich erscheinen. 



— 141 — 

Lettre du Chevalier de Mere a Madame 
la duchesse de ***. 
Vous voulez que je vous ecrive, Madame, et vous me l'avez 
commande de si bonne gräce et si galamment, que je n'ai pu 
vous le refuser; mais ce qui m'a engage ä vous le promettre me 
devroit empe'cher de vous le tenir; car je vois par lä que vous 
etes si delicate en agrement qu'il faut qu'une chose, pour etre ä 
votre gotit, soit excellente et d'un prix bien rare. Aussi, Madame, 
je ne vous ecris pas tant par l'esperance de vous plaire que par 
la crainte de vous desobeir, et peut-etre qu'il seroit encore de 
plus mauvais air de vous manquer de parole que de ne vous rien 
dire d'agreable. Quoi qu'il en soit, vous me donnez le moyen de 
me sauver de Tun et de l'autre, en m'ordonnant de vous rapporter 
la conversation que j 'eus avant-hier avec M. de la Rochefoucauld ; 
car il parla presque toujours, et vous savez comme il s'en acquitte. 
Nous etions dans un coin de chambre, tete ä tete, ä nous entre- 
tenir sincerement de tout ce qui nous venoit dans l'esprit. Nous 
lisions de temps en temps quelques rondeaux, oü l'adresse et la 
delicatesse s'etoient epuisees. „Mon Dieu ! me dit-il, que le monde 
juge mal de ces sortes de beautes ! et ne m'avouerez-vous pas que 
nous sommes dans un temps oü l'on ne se doit pas trop meler 
d'ecrire?" Je lui repondis que j'en demeurois d'accord, et que je 
ne voyois point d'autre raison de cette injustice, si ce n'est que 
la plupart de ces juges n'ont ni goiit ni esprit. „Ce n'est pas 
tant cela, ce me semble, reprit-il, que je ne sais quoi d'etivieux 
et de malin qui fait mal prendre ce qu'on ecrit de meilleur. — 
Ne vous l'imaginez pas, je vous prie, lui repartis-je, et soyez 
assure qu'il est impossible de connoitre le prix cl'une chose ex- 
cellente sans l'aimer, ni sans etre favorable ä celui qui l'a faite. 
Et comment peut-on mieux temoigner qu'on est stupide et sans 
goüt, que d'etre insensible aux charmes de l'esprit? — J'ai re- 
marque, reprit-il, les defauts de l'esprit et du coeur de la plupart 
du monde, et ceux qui ne me connoissent que par lä pensent que 
j'ai tous ces defauts, comme si j'avois. fait mon portrait. C'est 
une chose etrange que mes actions et mon procede ne les en 
desabusent pas. — Vous me faites souvenir, lui dis-je, de cet 
admirable genie qui laissa tant de beaux ouvrages, tant de chefs- 



— 142 — 

d'oeuvre d'esprit et d'invention, comme une vive lumiere dont les 
uns furent eelaires et la plupart eblouis. Mais, parce qu'il etoit 
persuacle qu'on n'est heureux que par le plaisir, ni malheureux 
que par la douleur, ce qui me semble, ä le bien examiner, plus 
clair que le jour, on l'a regarde comme l'auteur de la plus infame 
et de la plus honteuse debauche, si bien que la purete de ses 
mceurs ne le put exempter de cette horrible calomnie. — Je 
serois assez de son avis, me dit-il, et je crois qu'on pourroit faire 
une maxime, que la vertu mal entendue n'est guere moins in 
commode que le vice bien menage. — Ha! Monsieur, m'ecriai-je, 
il s'en faut bien garder; ces termes sont si scandaleux, qu'ils 
feroient condamner la cliose du monde la plus honnete et la plus 
sainte. — Aussi n'use-je de ces mots, me dit-il, que pour m'accom- 
moder au langage de certaines gens qui donnent souvent le nom 
de vice ä la vertu, et celui de vertu au vice; et parce que tout 
le monde veut etre heureux, et que c'est le but oü tendent toutes 
les actions de la vie, j'admire que ce qu'ils appellent vice soit 
ordinairement doux et commode, et que la vertu mal entendue 
soit apre et pesante. Je ne m'etonne pas que ce grand homme 
ait en tant d'ennemis ; la veritable vertu ce confie en elle-meme ; 
eile se montre sans artifice et d'un air simple et naturel, comme 
celle de Socrate; mais les faux honnetes gens, aussi bien que les 
faux devots, ne cherchent que l'appareuce, et je crois que, dans 
la morale, Seneque etoit im hypocrite et qu'Epicure etoit un saint. 
Je ne vois rien de si beau que la noblesse du cceur et la hauteur 
de l'esprit : c'est de lä que procede la parfaite honnetete, que je 
mets au-dessus de tout, et qui me semble ä preferer, pour l'heure 
de la vie, ä la possession d'un royaume. Ainsi j'aime la vraie 
vertu comme je hais le vrai vice ; mais, selon mon sens, pour etre 
effectivement vertueux, au moins pour l'etre de bonne gräce, il 
faut savoir pratiquer les bienseances, juger sainement de tout, et 
donner l'avantage aux excellentes choses par-dessus Celles qui ne 
sont que mediocres. La regle, ä mon gre, la plus certaine pour 
ne pas douter si une chose est en perfection, c'est d'observer si 
eile sied bien ä toute sorte d'egards, et rien ne me paroit de si 
mauvaise gräce que d'etre un sot ou une sötte et de se laisser 
empie'ter aux preventions. Nous devons quelque chose aux cou- 



— 143 — 

tumes des lieux oü nous vivons, pour ne pas choquer la reverence 
publique, quoique ces coutumes soient mauvaises; mais nous ne 
leur clevons que de l'apparence: il faut les en pager et se bien 
garder de les approuver dans son cceur, de peur d'offenser la 
raison universelle, qui les condamne. Et puis, comme une verite 
ne va jamais seule, il arrive aussi qu'une erreur en attire beau- 
coup d autres. Sur ce principe qu'on doit souhaiter d'etre heureux, 
les honneurs, la beaute, la valeur, l'esprit, les richesses, et la 
vertu meme, tout cela n'est ä desirer que pour se rendre la vie 
agreable. II est ä remarquer qu'on ne voit rien de pur ni de 
sincere, qu'il y a du bien et du mal en toutes les choses de la 
vie, qu'il faut les prendre et les dispenser ä notre usage, que le 
bonheur de Fun seroit souvent le malheur de l'autre, et que la 
vertu fuit l'exces comme le defaut. Peut-etre qu'Aristide et So- 
crate n'etoient que trop vertueux, et qu'Alcibiade et Phedon ne 
l'etoient pas assez; mais je ne sais si, pour vivre content et comme 
un honnete homme du monde, il ne vauclroit pas mieux etre Alci- 
biade et Phedon, qu'Aristide ou Socrate. Quantite de choses sont 
necessaires pour etre heureux, mais une seule suffit pour etre ä 
plaindre ; et ce sont les plaisirs cle l'esprit et du corps qui rendent 
la vie douce et plaisante, comme les douleurs de Tun et de l'autre 
la fönt trouver dure et fächeuse. Le plus heureux homme du 
monde n'a jamais tous ces plaisirs ä souhait. Les plus grands 
de l'esprit, autant que j'en puis juger, c'est la veritable gloire et 
les belies connoissances, et je prends garde que ces gens-lä ne 
les ont que bien peu, qui s'attachent beaucoup aux plaisirs du 
corps. Je trouve aussi que ces plaisirs sensuels sont grossiers, 
sujets au degoüt, et pas trop ä rechercher, a moins que ceux de 
l'esprit ne s'y melent. Le plus sensible est celui de l'amour. 
mais il passe bien vite si l'esprit n'est de la partie. Et comme 
les plaisirs de l'esprit surpassent de bien loin ceux du corps, il 
me semble aussi que les extremes douleurs corporelies sont beau- 
coup plus insupportables que celles de Tesprit. Je vois de plus 
que ce qui sert d'un cöte nuit d'un autre; que le plaisir fait 
souvent naitre la douleur, comme ladouleur cause le plaisir, et 
que notre felicite clepend assez de la fortune, et plus encore de 
notre conduite 1 '. 



— 144 — 

Je l'e'coutois cloucement, quand on nous vint interrompre, 
et j'e'tois presque d'accord de ce (sie) tout ce qu'il disoit. Si 
vous me voulez croire, Madame, vous goüterez les raisons d'un 
si parfaitement honnete homme, et vous ne serez pas la dupe de 
la fausse honnetete. 



Portrait du duc de La Rochefoucauld, 

par le Cardinal de Retz. 

II y a toujours eu du je ne sais quoi en toutM. de la Roche- 
foucauld: il a voulu se meler d'intrigue, des son enfance, et dans 
un temps oü il ne sentoit pas les petits interets, qui n'ont jamais 
ete son foible, et oü il ne connoissoit pas les grands, qui, d'un 
autre sens, n'ont pas ete son fort; il n'a jamais ete capable d'au- 
eune affaire, et je ne sais pourquoi, car il avoit des qualites qui 
eussent supplee, en tout autre, Celles qu'il n'avoit pas. Sa vue 
n 'etoit pas assez etendue, et il ne voyoit pas meme tout ensemble 
ce qui etoit ä sa portee; mais son bon sens, et tres-bon dans la 
speculation, Joint ä sa douceur, ä son insinuation et ä sa facilite 
de moeurs, qui est admirable, devoit compenser plus qu'il n'a fait 
le defaut de sa penetration. II a toujours eu une irresolution 
habituelle, mais je ne sais meme ä quoi attribuer cette irreso- 
lution : eile n'a pu venir en lui de la fecondite de son imagination, 
qui n'est rien moins que vive; je ne la puis donner ä la sterilite 
de son jugement, car, quoiqu'il ne l'ait pas exquis dans l'action, 
il a un bon fonds de raison: nous voyons les effets de cette irre- 
solution, quoique nous n'en connoissions pas la cause. II n'a 
jamais ete guerrier, quoiqu'il fdt tres-soldat; il n'a jamais ete 
par lui-meme bon courtisan, quoiqu'il ait eu toujours bonne inten- 
tion de l'etre ; il n'a jamais ete bon homme de parti, quoique toute 
sa vie il y ait ete engage. Cet air de honte et de timidite que 
vous lui voyez dans la vie civile, s'etoit tourne, dans les affaires, 
en air d'apologie'; il croyoit toujours en avoir besoin: ce qui, 
Joint ä ses Maximes, qui ne marquent pas assez de foi en la 
vertu, et ä sa pratique, qui a toujours ete de chercher ä sortir 
des affaires avec autant d'impatience qu'il y etoit entre, me fait 



— 145 — 

conclure qu'il eüt beaucoup mieux fait de se connoitre, et de se 
reduire ä passer, comme il 1'etit pu, pour le courtisan le plus 
poli qui eüt paru dans son siecle. 



Anmerkungen zu Kapitel II. 

1. Sainte-Beuve: Nouveaux lundis a. a. 0. T. V p. 379. — 
2. Man sehe hierüber, wie über das Geburtsjahr: H. Koerting 
a. a. 0. p. 465. — 3. Ch. L. Livet, a. a. 0. T. II p. 109. — 
4. Lotheissen, a. a. 0. p. 228. — 5. Segrais a. a. 0. p. 101. — 
Koerting hält diese Angabe Segrais', dass die Freundschaft 
25 Jahre gewährt habe, mit Recht für falsch; indem er auf 
Seite 467 in der von ihm herausgegebenen G. d. fr. R. (siehe a. a. 
0.) in der Note 2 sagt: „Segrais' Angabe (Segrais p. 113): „leur 
amitie a dure 25 ans", ist irrig. 1665 werden die Maximes ver- 
öffentlicht, welche Marie in dem eben zitierten Briefe an Frau 
von Sable ja noch angreift ; nach Segrais müsste die Freundschaft 
mit La Rochefoucauld aber bereits 1655 geschlossen worden sein". 
6. Lotheissen, a, a. 0. T. III p. 228. — 7. Dieses Zitat haben wir 
Lotheissen entnommen, der dasselbe, wie er angiebt, aus dem 
Briefe der Mme. de Sevigne, datirt vom 4. Mai 1672 entnommen 
hat. Nun aber finden wir in den Briefen der Mme. de Sevigne 
keinen, der am 4. Mai 1672 geschrieben wäre, wohl aber zwei 
Briefe datirt vom 29. April und dem 6. Mai 1672. Wir können 
somit keine Gewähr für die Wahrheit dieses Ausspruches leisten. 
(Vergl. Mme. de Sevigne a. a. 0. T. II p. 98—107). — 8. H. Koerting, 
a. a. 0. p. 468, Note 2. — 9. Sainte-Beuve : Portraits de femmes, 
a. a. 0. p. 267. — ibidem p. 302, giebf auch Zeugniss davon, wie 
intim dieses Freundschaftsverhältniss gewesen war: „Mme. La 
Fayette dont il est tres-peu question jusque-lä dans la vie de 
M. de La Rochefoucauld, y intervint d'une maniere intime aussi- 
töt apres les Maximes plubiees, et s'applique en quelque sorte 
ä les corriger dans son coeur. Leurs deux existences, des lors, 



— 146 — 

ne se separent plus. J'ai raconte, en parlant (Teile les douceurs 
graves et les afflictions tendrement consolees de ces quinze der- 
nieres annees. — 10. Segrais, a. a. 0. p. 28. Freilich findet man 
diesen Ausspruch dort in dieser Weise angegeben: Madame de 
La Fayette, disoit M. de La Rochefoucauld, m'a donne de Fesprit, 
mais j'ai reforme son cceur". Jedermann, der La Rochefoucauld 
studirt hat, weiss, dass die Interpunktion dieses Satzes zu ändern 
ist in : Madame de La Fayette disoit, Monsieur de La Rochefoucauld 
m'a donne de Fesprit, mais j'ai reforme son cceur. — 11. Mme. 
de Sevigne a. a. 0. T. V p. 51 und 61. — 12. H. Koerting, a. a. 0. 
p. 469 und 470 : „Sie (Mme. de La Fayette) überlebte den Freund 
gleichwohl um länger als ein Jahrzehnt. Wenn schon häufig 
kränkelnd und in der Zurückgezogenheit lebend, bewahrte sie doch 
ganz ihre Geistesfrische und ihr Interesse namentlich für politische 
Vorgänge, wie überhaupt ihre Ruhe, man kann sagen Indolenz, 
von der die Zeitgenossen viel zu erzählen wissen, etwas künstlich 
angenommenes gewesen zu sein scheint. Sie starb im Mai 1693 
zu Paris, tief betrauert von allen denen, die ihr nahe gestanden 
und die begriffen hatten, welche berufene Dichterin in ihr zu 
Grunde ging. — 13. Ouvres de Voiture, edit. de 1745 tome I p. 29, 
32, 34, 36, 37, 201, 202. — 14. Tallcmant des Reaux a. a. O.'T. II 
p. 320. — 15. Mme. de Motteville a. a. 0. T. IV p. 24. — 16. Talle- 
mant des Reaux sagt freilich, dass Mme. de Sable mehrere Liaisons 
gehabt hätte. Aber was sagt nicht alles Tallemant?! — Vergl. auch 
Victor Cousin, Madame de Sable, a. a. 0. p. 8— 12. — 17. Victor 
Cousin : Mme. de Sable a. a. 0. p. 6. — 18. Mme. de Motteville ; 
a. a. 0. T. I p. 12. — 19. Lennet, Mem. (Michaud et Poujoulat) 
T. I p. 317. — 20. Laur, a. a. 0. p. 64. — 21. ibidem, a. a. 0. p. 64. 
23. Victor Cousin, a. a. 0. p. 41. — 24. Ausgabe 1665 a. a. 0. p. 45 
maxime LXXXXIV. Zwei Jahre vor seinem Tode änderte La 
Rochefoucauld diese Maxime, und sie hiess von da ab: ,.Ce que 
les hommes ont nomme amitie n'est qu'une societe, qu'un mesna- 
gement reciproque d'interet, et qu'un echange de bons offices; ce 
n'est enfin qu'un commerce oü Tamour propre se propose toujours 
quelque chose ä gagner". — Maxime 83. — 25. Victor Cousin 
a.a.O. Mme. de Sable. — 26. Ad. Regnier, les grands ecrivains, 
a. a. 0. T. II p.VIIL — 27. Segrais, a. a. 0. p. 156 — 157. — 



— 147 — 

28. Ad. Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. II p. X, Note 1 : 
„Une interessante communication que nous devons ä l'obligeance 
de M. Regis de Chantelanze ne laisse aucun doute sur le lieu de 
Timpression. Un nomme M. de Wiquefort, agent secret de Mazarin, 
puis de Lionne, avait ete Charge par eux de surveiller les presses 
etrangeres, de decouvrir les pamphlets et libelles qui sortaient de 
ces presses, de les supprimer, au tant qu'il serait possible, lors- 
qu'ils etaient defavorables ä la France et ä son gouvernement, 
et de ne rien negliger pour connaitre le nom de leurs auteurs. 
Voici ce qu'ecrivait cet agent ä Tun de ses chefs le 3 aoüt 1662 : 
„L'on m'avoit assure que les Memoires de la Rochefoucauld et de 
Chatre avoit ete imprimes ä Bruxelles, mais j'ai au depuis qu'ils 
ont ete imprimees ä Amsterdam, et, de peur qu'on les decouvrit, 
on les a fait vendre ä meilleur marche ä Bruxelles qu'ä Amster- 
dam. Le libraire qui les a imprimes les a apportes cet hiver de 
Paris, et Ton pourroit savoir de qui il les a eus. J'en parle tant 
parce qu'il importe que ce livre soit supprime, que parce qu'on 
m'a accuse autrefois de les avoir donnes ä un libraire, mais je ne 
crains point que Ton m'en puisse seulement soupconner". Et le 
5 novembre de la meme annee, il ecrivit ä la meme personne : 
„J'ajouterai ä la meme lettre que le meme Elzevier d 'Amsterdam, 
qui a imprime les Memoires de La Rochefoucauld et de Chätres, 
imprime encore quelques autres pieces, touchant les affaires de 
France, et que je ne vois d'autre remede d'empecher ce desordre 
qu'en lui faisant dire par M. d'Estracles, ou par quelque autre, 
que Ton confisquera tous les livres de son impression, de quelque 
nature qu'ils puissent etre, et que Ton defendra la vente en 
France. II s'en voudra peut-etre defendre; mais il est certain 
que c'est lui qui a imprime les Memoires, et qu'il imprime aussi 
le reste". - — La meme annee 1662, il parut une autre edition, 
d'un format un peu plus grancl, et d'un caractere plus fin, portant 
le meme titre, et les memes noms de lieu et de libraire. — 

29. Acl. Regnier, les grands ecrivains a. a. 0. T. II p. XI: Cette 
copie subreptice et hative sous main ä Fediteur hollandais etait- 
elle exactement conforme ä la copie remise auparavant par Brienne 
ä Barthelin ? Evidemment non : nous savons par Segrais que cette 
derniere avait pour titre: Relation des guerres civiles de France 



— 148 — 

depuis le mois d'aoüt de rannte 1649 jusqu'ä la fin de 1652 ce 
qui prouve qu'elle ne renfermait qu'une seconde partie, teile quelle 
des Memoires de La Rochefoucauld. L'edition d'Amsterdam con- 
tient en outre un recit, en cleux fragments distincts des premieres 
annees du ministere de Mazarin. — 30. ibidem p. XL — 31. ibidem 
T. II p. XV und XVI. — Michaud et Poujoulat, a. a. 0. T. V p. 373. 
Die ohne Erlaubniss unseres Autors veröffentlichte Ausgabe findet 
man in dem Quellenverzeichnisse unter Nr. 1—5 angegeben. — 
32. Renouard, a. a. 0. p. IL — 33. Vigneul-Marville , a. a. 0. T. I 
p. 323. — 34. Renouard, a. a. 0. p. III und IV. — 35. Vergleiche 
Segrais, a. a. 0. p. 158 und 159. — 36. Renouard, a. a. 0. p. V. — 
37. Michaud et Poujoulat, a. a. 0. T. V. p. 373: „Cependant en 
comparant les premieres editions aux manuscrits les plus authen- 
tiques, on apercoit peu de differences". — 38. E. Laur, a.a.O. 
p. 58. — 39. ibidem, p. 62 und 63. — 40. ibidem p. 67. — 41. Victor 
Cousin : Mme. de Sable a. a. 0. p. 69 — 71. — 42. Ouvres de La 
Rochefoucauld p. 454 und 468. — Victor Cousin, a. a. 0. p. 70. 71. 
43. E. Laur, a. a. 0. p. 68. — 44. Victor Cousin, Mme. de Sable, 
a. a. 0. p. 100, Note 1 : Les editeurs mettent „un potage avec ca- 
rottes". Quelle distraction, bon Dieu! et comme Mme. de Sable 
se serait emportee contre ces maladroits editeurs qui gatent ainsi 
ses potages ! ! — 45. ibidem p. 99—101. — 



149 



Anmerkungen zu Kapitel III. 

1. Man sehe sein Portrait weiter oben. — 2. Segrais, a. a. 
0. p. 15. — 3. Vergleiche weiter unten das durch Retz entworfene 
Portrait von La Rochefoucauld. — 4. Vigneul-Marville, a. a. 0. T. I 
p. 42. — 5. Segrais a. a. 0. p. 28. — 6. Livet, a. a. 0. T. II p. 153. 
7. Huet, Comment. lib. V p. 317. — 8. S. weiter unten. — 
9. Sainte-Beuve : Nouveaux lundis T. V p. 384. — 10. Suard, 
a. a. 0. T. I p. 122. — 11. Siehe weiter unten La Rochefoucauld's 
Portrait fait par Retz. — 12. Segrais, a. a. 0. p. 153. — 13. ibidem 
p. 89. — 14. ibidem p. 28. — 15. Saint-Simon, a. a. 0. T.I p. 78, 79. 
16. Victor Cousin, Mme. de Sable, a. a. 0. p. 204. — 17. ibidem 
p. 204. — 18. ibidem p. 212. — 19. Vigneul-Marville, a. a. 0. T. I 
p. 322. — 20. ibidem. — 21. Bayle, Dictionnaire historique et 
critique art. Cesar. (Ausg. v. 1741, Basle, p. 121k). — 22. Ad. 
Regnier, les grands ecrivains, a. a. 0. T. I p. 374—375. — 23. ibidem 
T.I p.372. - 24. ibidem T.I p. 373. — 25. ibidem T.I p.390.— 
26. ibidem T. I p. 391. — 27. Segrais, a. a. 0. p. 149, 150. — 
28. Vigneul-Marville, a. a. 0. T.I. p. 323. — 29. ibidem T.I 
p. 323—324. — 30. Segrais, a. a. 0. p. 86. — 31. ibidem p. 77. — 
32. Vigneul-Marville, a. a. 0. T. I p. 324—325. — 



— 150 — 



Anmerkungen zu Kapitel IV. 

A. Voltaire, a. a. 0. chap. XXXII, des beaux arts. — 1. Victor 
Cousin, Mme. de Sable p. 108. — 2. Ad. Regnier, les grands ecri- 
vains, a. a. 0. T. II p. 2. — 3. ibidem T. II p. 67. — 4. Renouard, 
a. a. 0. p. VIII -IX. — 5. Lotheissen, a. a. 0. T. III p. 224. — 
6. ibidem. — 7. Reflexions ou Sentences et Maximes morales, 
Paris 1665. p. 1. — 8. E. Laur, a. a. 0. p. 69. — 8. Aime-Martin, 
a. a. 0. p. 173. — 10. Suard, a. a. 0. p. 121. - 11. E. Engel, a. a. 
0. p. 116 und 117. — 12. Vergl. Prevost-Paradol, a. a. 0. p. 143. — 
13. Lotheissen, a. a. 0. T.III p.230, 231. — 14. Maxime 4. Duplessis 
giebt hierfür eine schöne Erklärung ab : S. S. 12. „Parce que le 
plus habile homme du monde n'est pas ne habile comme est ne 
l'amour-propre. — 15. Suard, a. a. 0. p. 121. — 16. Lotheissen, a. 
a. 0. T. III p. 233. — 17. Cless, Mark Aureis' Selbstgespräche, 
Buch X. Nr. 10. — 18. Lotheissen, a. a. 0. T. III p. 234. — 19. Aime- 
Martin, a. a. 0. p. 177. — 20. Maxime 48. — 21. Maxime 26. — 
22. Maxime 84. — 23. Maxime 433. — 24. Maxime 157. - 25. Engel, 
a. a. 0. p. 116. — 26. Sainte-Beuve : Portraits de femmes a. a. 0. 
p. 296. — 27. Engel, a. a. 0. p. 118. — 28. Maxime 500. — 
29. Maxime 89. — 30. Engel a. a. 0. p. 114. — 31. Sainte-Beuve 
in der Preface zu den Reflexions etc. d. L. R. par G. Duplessis, 
p. XIX. — 32. E. Laur, a. a. 0. p. 69. — 



Benutzte Litteratur. 

(Verfasser ist auf Verlangen gern bereit, einem jeden La Rochefoucauld-Forscher 
die Bibliotheken anzugeben, in welchen die betreffenden Ausgaben vorhanden 

sind.) 



Memoiren. 

1. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort 
de Louys XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison 
des Prinees. Apologie pour Monsieur de Beaufort. Memoires de 
Monsieur de la Chastre. Articles dont sont convenus Son Altesse 
Royale et Monsieur le Prince pour Texpulsion du Cardinal Ma- 
zarin. Lettre de ce Cardinal ä Monsieur de Brienne. ACologne 
chez Pierre van Dyck, M.DC.LXII. — 12°. 3 -f- 400 + 1 S. 

Diese Originalausgabe wurde von Frangois Foppens in Brüssel 
(dessen Pseudonym van Dyck war) im Jahre 1662 gedruckt. 
[Vergl. M. Alphonse Willems: Les Elzevier p. 536—538. No. 1997.] 

Von obiger Originalausgabe existirt noch ein besonderer Ab- 
zug, welcher betitelt ist: 

Memoires de M. D. L. R., contenant : Les Brigues pour le 
gouvernement ä la mort de Louys XIII. Guerre de Paris. Re- 
traite de Monsieur de Longueville en Normandie. Recapitulation 
ou Abrege de tous ce que dessus, avec TEmprisonnement des trois 
Prinees. Ce qui s'est passe depuis la prison des Prinees jusqu'ä 
la guerre de Guyenne. Guerre de Guyenne, avec la derniere de 
Paris etc. Ausquels sont adjoustez les Memoires de M. de la 
Chastre. A Cologne, chez Pierre van Dyck, M.DC.LXII. — 12°. 
1 + 387 S. 



— 152 — 

2. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort de 
Louys XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison 
des Princes. Apologie pour Monsieur de Beaufort. Memones de 
Monsieur de la Chastre. Articles dont sont convenus Soi: Altesse 
Royale et Monsieur le Prince pour l'expulsion du Cardinal Ma- 
zarin. Lettre de ce Cardinal ä Monsieur de Brienne. A Cologne, 
chez Pierre van Dyck, M.DC.LXII. 2 + 400 S. — 12°. 

3. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort de 
Louys XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison des 
Princes. Lettre du Cardinal ä Monsieur de Brienne. Articles dont sont 
convenus Son Altesse Royale et Monsieur le Prince pour l'expul- 
sion du Cardinal Mazarin. Apologie pour Monsieur de Beaufort. 
Memoires de Monsieur de la Chastre. A Cologne, cliez Pierre 
van Dyck, M.DC.LXIII. 2 -f 400 S. — 12°. 

Foppens Hess auf obige Ausgabe noch drei andere folgen und 
zwar in den Jahren 1664. 1665 und 1669. 

Es existirt aus dem Jahre 1664 noch eine andere Ausgabe, 
welche jedoch nur 320 Seiten umfasst. 

4. Memoires de M. D. L. R. sur les brigues ä la mort de 
Louis XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison 
des Princes. Apologie pour Monsieur de Beaufort. Memoires de 
Monsieur de la Chastre. Lettre de Monsieur de la Chastre ä 
Monsieur de Brienne. Articles dont sont convenus Son Altesse 
Royale et Monsieur le Prince, pour l'expulsion du Cardinal Ma- 
zarin. Lettre de ce Cardinal a Monsieur de Brienne. A Amster- 
dam, chez Louis et Gabriel Elzevirs, M.DC.LXIII. 339 S. — 12°. 

5. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort de 
Louis XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison 
des Princes: augmentez de nouveau par le mesme. Lettre du 
Cardinal ä Monsieur de Brienne. Articles dont sont convenus 
Son Altesse Royale et Monsieur le Prince pour l'expulsion du 
Cardinal Mazarin. Apologie pour Monsieur de Beaufort. Memoires 
de Monsieur de la Chastre A Cologne, chez Pierre van Dyck, 
M.DC.LXXII. 2 -f 330 S. — 12*. 

Im Jahre 1677 erschienen unter demselben Titel noch zwei 
neue Ausgaben mit je 2 + 387 S. 



— 153 — 

6. Memoires de la minorite de Louis XIV. Sur ce qui s'est 
passe ä la fin de la vie de Louis XIII. et pendant la Regence 
d'Anne d'Autriche, mere de Louis XIV. A Villefranche, chez 
Jean de Paul, 1688. 2 + 342 S. — 12°. 

7. Memoires de la minorite de Louis XIV. Sur ce qui s'est 
passe ä la fin de la vie de Louis XIII. et pendant la Regence 
d'Anne d'Autriche, mere de Louis XIV. Corrigez sur trois copies 
differentes et augmentez de plusieurs choses fort considerables, 
qui manquent dans les autres editions ; avec une Preface nouvelle, 
qui sert d'Indice et de Sommaire. A Villefranche chez Jean de 
Paul, 1690. 11 + 20 + 428 + 2 + 1 S. — 12°. 

8. Memoires de M. le duc de la Rochefoucault et de M. de 
la Chätre, contenant l'histoire de la minorite de Louis XIV. 
Corrigez sur trois copies differentes et augmentez de plusieurs 
choses fort considerables, qui manquent dans les autres editions; 
avec une Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. A 
Villefranche, chez Jean de Paul, 1700. 20 4-428 + 1 S. — 12°. 

9. Memoires de M. le duc de la Rochefoucault et de M. de 
la Chastre, contenant l'histoire de la minorite de Louis XIV. 
Corrigez sur trois copies differentes et augmentez de plusieurs 
choses fort considerables, qui manquent dans les autres editions; 
avec une Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. A 
Villefranche, chez Jean de Paul, 1700. 6 + 342 + 13. — 12". 

10. Memoires de M. le duc de la Rochefoucault et de M. 
de la Chastre contenant l'histoire de la minorite de Louis XIV. 
Corrigez sur trois copies differentes et augmentez de plusieurs 
choses fort considerables, qui manquent dans les autres editions. 
Avec une Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. A 
Villefranche, chez Jean de Paul, 1700. 22 + 546 S. — 12°. 

11. Memoires le M. de duc de La Rochefoucault et de M. 
de La Chastre, contenant l'histoire de la minorite de Louis XIV, 
corrigez sur trois copies differentes, et augmentez de plusieurs 
choses fort considerables, qui manquent dans les autres editions. 
Avec une Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. A 
Villefranche, chez Jean de Paul, 1700. 8°. 20 + 428 S. 

Rakstede, La Rochefoucauld. 11 



— 154 - 

12. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort de 
Louis XIII, les guerres de Paris et la Prison des Princes. Amster- 
dam, E. Roger, 1710. 370 S. — 12°. 

13. Memoires de M. D. L. R. Sur les Brigues ä la mort de 
Louis XIII. Les Guerres de Paris et de Guyenne, et la Prison 
des Princes: augmentez de nouveau par le mesme. Lettre du 
Cardinal ä Monsieur deBrienne. Articles dont sont convenus Son 
Altesse Royale et Monsieur le Prince pour l'expulsion du Cardinal 
Mazarin. Apologie pour Monsieur de Beaufort. Memoires de 
Monsieur de la Chastre. A Cologne, chez Pierre van Dyck, 
M.DCC.XVII. 371 S. — 12». 

14. Memoires cle la minorite de Louis XIV., corrigez sur 
troiz copies differentes, et augmentez de plusieurs choses fort 
considerables, qui manquent dans les autres editions. Avec une 
Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. Amsterdam, 
aux depens de la Compagnie, M.DCCXXIII. 2 Bände. — 12° 

Der 1. Band enthält 318, der 2. Band 256 S. 

15. Memoires de la minorite de Louis XIV., corrigez sur 
trois copies differentes, et augmentez de plusieurs choses fort 
considerables, qui manquent dans les autres editions. Avec une 
Preface nouvelle, qui sert d'Indice et de Sommaire. Amsterdam, 
1733. 2 Bände. — 12". 

16. Memoires de la minorite de Louis XIV., corriges et 
augmentes de plusieurs choses fort considerables, qui manquent 
dans les autres editions. Avec une Preface nouvelle, qui sert 
d'Indice et de Sommaire. Par M. le duc D. L. R. A Trevoux, 
aux depens de la Compagnie, M.DCC.LIV. 2 Bände. — 12°. 

Im Jahre 1754 erschien eine neue Ausgabe in 2 Bänden — 12°. 

17. Memoires de M. le duc de la Rochefoucauld, publies sur 
un manuscrit corrige de sa main. Paris, Renouard, 1804. — 12°. 

18. Memoires du cluc de la Rochefoucauld. Premiere partie 
jusqu'ä ce jour inedite, et publice sur le manuscrit de l'auteur. 
Paris, A. — A. Renouard. 1817. — 8". 



— 155 — 

19. Memoires du duc de la Rochefoucauld, augmentes de la 
premiere partie, jusqiva ce jour inedite, et publiee sur le manu- 
scrit de l'auteur. Paris, A. — A. Renouard, 1819. — 12°. Mit 
einem Portrait von Aug. Saint-Aubin. 

20. Memoires de la Rochefoucauld. Paris, Foucault. 1826. 
— 8°. 

Diese Ausgabe befindet sich in der Collection (Petitot) des 
Memoires relatifs de France, 2 e Serie, Band 51 u. 52. 

21. Memoires de la Rochefoucauld. Paris, imprimerie Everat, 
1838. gr. — 8°. 

Diese Memoiren bilden einen Theil der Nouvelle Collection 
(Michaud et Poujoulat) des Memoires pour servir ä Thistoire de 
France, 3 (1 Serie. Band V. 



Maximen. 

1. Sentences et Maximes morales. A La Haye, chez Jean 
et Daniel Steucker, CIO.IO.LXIV. — 8«. 79 S. 

2. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. A Paris, 
chez Claude Barbin, vis-ä-vis le Portail de la Sainte Chapelle, au 
signe de la Croix. M.DC.LXV. Avec privilege du Roy. — 12°. 
24 -f 150 S. Mit einem Titelbilde. 

3. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. A Paris, 
chez Claude Barbin. vis-ä-vis le Portail de la Sainte Chapelle, au 
signe de la Croix, M.DC.LXV. Avec privilege du Roy. — 12°. 
23 + 135 + 6 + 2 S. 

3 1 . Reflexions ou sentences et maximes morales. Paris, chez 
Claude Barbin, M.DC.LXV. — 8°. 

4. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. A Paris, 
chez Claude Barbin, vis-ä-vis le Portail de la Sainte Chapelle, au 
signe de la Croix, M.DC.LXV. Avec privilege du Roy. ~- 12°. 
23 + 100+6 + 2 S. 

5. Reflexions morales de Monsieur de L. R. Foucaut. A Paris, 
chez Claude Barbin, vis-ä-vis le Portail de la Sainte Chapelle, au 
signe de la Croix, M.DC.LXV. Avec privilege du Roy. — 12°. 
18 + 113 + 5 + 2 S. 

11* 



— 156 — 

6. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Nouvelle 
edition. A Paris, chez Claude Barbin, vis- ä- vis le Portail de la 
Sainte Chapelle, au signe de la Croix, M.DC.LXVI. Avec privi- 
lege du Roy. — 12°. 3 + 118 -f 3 S. Mit einem Titelbilde. 

7. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Troisieme 
edition, reveue, corrigee et augmentee. A Paris, chez Claude 
Barbin, au Palais, sur le Perron de la Sainte Chapelle, M.DC.LXXI. 
Avec privilege du Roy (du . . * fevrier 1671). — 12°. 4 + 133 
+ 5 S. Mit einem Titelbilde. 

7 1 . Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Derniere 
edition, reveue et corrigee. A Rouen, chez Jacques Lucas. 
M.DC.LXXII. — 129. 30 + 207 + 4 S. 

7 2 . Reflexions ou Sentences et Maximes morales. A Lyon, 
chez P. Compagnon et R. Taillandier. M.DC.LXXII. — 12°. 
24 + 100 + 4 S. 

8. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Quatrieme 
edition, reveue, corrigee et augmentee depuis la troisieme. A 
Paris, chez Claude Barbin, au Palais, sur le Perron de la Sainte 
Chapelle. M.DC.LXXV. Avec privilege du Roy ("du . .** fevrier 
1671). — 12«». 4 + 157 + 4 S. 

8 1 . Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Suivant la 
copie imprimee ä Paris. CIO.IO.LXXYI. — 12°. 20 + 104 + 4 S. 

8 2 . Reflexions ou Sentences et Maximes. Suivant la copie 
imprimee ä Paris. CIO. DC.LXXIX. — 12°. 

9. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Cinquieme 
edition. Augmentee de plus de cent Nouvelles Maximes. A Paris, 
chez Claude Barbin, sur le second Perron de la Sainte Chapelle. 
M.DC.LXXVIIL Avec privilege du Roy (3. Juillet 1678). — 12°. 
3 + 195 + 6 S. 

9 l . Nouvelles Reflexions ou Sentences et Maximes morales. 
Seconde partie. — 12°. 4 + 76 + 5 S. 1678. 



*) Das Datum ist nicht hinzugesetzt. 

*) Auch hier ist das Datum fortgeblieben. 



— 157 — 

9 2 . Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Quatrieme 
(sie) edition, reveue, corrigee et augmentee depuis la troisieme. 
Lyon, P. Compagnon et Bob. Taillandier. M.DC.LXXXV. — 
Nouvelles Eeflexions on Sentences et Maximes morales. Seconde 
partie. Lyon, P. Compagnon et Rob. Taillandier. M.DC.LXXXV. 
2 Bände in 1 Band. — 12°. 

Band I umfasst 4 + 83 Seiten ; Band II dagegen nur 19 + 
15 Seiten. 

10. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Sixieme 
edition (sie! Vergl. weiter unten die 6. Ausgabe). Augmentee 
de plus de cent nouvelles Maximes. Avec im Discours sur les 
Reflexions. A Toulouse, chez Marin Fouchac et Guillaume Bely. 
M.DC.LXXXVIII. — 12°. 16 + 140 + 6 S. 

11. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Quatrieme 
(sie) edition. Reveue, corrigee et augmentee depuis la troisieme. 
Lyon, B. Vignieu, M.DC.XC. — Nouvelles Reflexions ou Sen- 
tences et Maximes morales. Lyon, B. Vignieu. M.DC.XC. 2 Theile 
in einem Bande. — 12°. 

Der erste Theil enthält 4 + 110 + 1 S. ; der zweite Theil 28 S. 

12. Reflexions ou Sentences et Maximes morales, augmentees 
de plus de deux cens nouvelles Maximes. Suivant la copie im- 
primee ä Paris, chez Claude Barbin. M.DC.XV. — Maximes et 
pensees diverses (par Mme. de Sable). 2 Theile in einem Bande. 
— 12°. 

Der erste Theil enthält 15 + 178 + 4 S., der zweite 4 + 49 
+ 7 S. 

13. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. Suivant 
les copies imprimees ä Paris chez Claude Barbin et Mabre Cra- 
moisy. M.DC.XCII. 2 Theile in einem Bande. — 12°. 

Der erste hat 15 + 168 + 4 S., der zweite Theil 4 + 49 
+ 7 S. Mit einem Titelbilde. 

14. Reflexions ou Sentences morales. Sixieme edition aug- 
mentee. A Paris, chez Claude Barbin et Mabre Cramoisy. Avec 
privilege du Roy (du 28. Decembre 1692). — 12°. 12 + 35 
+ 196 S. 



— 158 — 

15. Reflexions ou Sentences et Maximes morales. De Mon- 
sieur de La Rochefoucault. Maximes de Madame la marquise de 
Sable. Pensees diverses de M, L. D. (Fabbe d'Ally). Et les Ma- 
ximes chretiennes de M*** (Mme. de la Sabliere). A Amsterdam, 
chez Pierre Mortier libraire, M.DCCV. — 12°. 25 + 310 + 5 S. 
Mit einem Titelbilde. 

16. Reflexions ou Sentences et Maximes morales du duc de la 
Rochefoucauld , avec Maximes de Madame la marquise de Sable. 
Pensees diverses et Maximes chretiennes. Amsterdam. 1712. — 12°. 

17. Reflexions, Sentences et Maximes morales, mises en 
nouvel ordre, avec des notes politiques et historiques par M. Ame- 
lot de la Houssaye. Paris, E. Ganeau, 1714. — 12°. 

18. Les Pensees Maximes et Reflexions morales de M. le 
duc ***. Onzieme edition, augmentee de remarques critiques, 
morales et historiques sur chacune des Reflexions, par M. Fabbe 
de la Roche. Paris, E. Ganeau pere, 1737. — 12°. 

Nach oder von La Roche existiren noch mehrere Auflagen : 
Paris 1741, 1754, 1765 (Pissot), 1765 (Bauche). 

19. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de Monsieur 
de la Rochefoucault. Nouvelle edition qui renferme, de plus, les 
Maximes de Madame la marquise de Sable, les Pensees diverses 
de M. L. D., et les Maximes chretiennes de M. ***. Amsterdam, 
aux depens de la Compagnie, 1748. — 8°. Mit einem Titelbilde. 

Eine andere Ausgabe wurde im Jahre 1750 in Lausanne, von 
M. M. Bousquet, — 8°, veröffentlicht. 

20. Reflexions et Maximes morales de M. le duc de la Roche- 
foucault. Nouvelle edition, plus correcte qu'aucune de Celles qui 
ont paru jusqu'ici. Avec des commentaires par M. Manzon. 
Amsterdam et Cleves, J. — G. Baerstecher. 1772. — 8°. 

21. Les Pensees Maximes et Reflexions morales de Fran- 
cois VI, duc de la Rochefoucauld. Avec des remarques et notes 
critiques, morales, politiques et historiques, sur chacune de ces 
pensecs, par Amelot de la Houssaye et Fabbe de la Roche, et 
des maximes chretiennes, par Mme. de la Sabliere. Paris, Bailly 
(oder Nyon Faine), 1777. — 12". 



— 159 — 

22. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, de Flmprimerie royale, 1778. — 8°. Mit einer 
„Notice (par Suard) sur le Caractere et les ecrits du duc de la 
Rochefoucauld". 

23. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, de Timprimerie de Monsieur. 1779. — 16°. 

Von dieser Ausgabe besitzt die Nationalbibliothek zu Paris 
2 Exemplare auf Velinpapier. 

24. Maximes et Reflexions morales de la Rochefoucauld 
d'apres ledition du Louvre. Amsterdam, 1780. — 18°. Mit 
einer „Notice de Suard sur le caractere et les ecrits de la Roche- 
foucauld". 

•25. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefoucauld. 
Londrcs, 1784. In — 12°. 

26. Maximes ou Sentences et Reflexions morales de la Roche- 
oucauld. Londres et Paris, Servieres, 1785. — 8°. 268 S. 

27. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de M. le 
duc de la Rochefoucauld. Avec des Observations de M. l'abbe 
Brotier, de TAcademie des inscriptions et belles-lettres. A Paris, 
chez J. — G. Merigot, libraire. . . . M.DCC.LXXXIX, avec ap- 
probation et privilege du Roy. — 12°. 

28. Maximes de la Rochefoucauld. Nouvelle edition augmentee 
de Vies et de Notices. Paris, an III de la Republique (1794). 
2 Bände. — 16°. Mit einem Titelbilde. 

29. Maximes et Oeuvres completes (sie) de Francois, duc de 
la Rochefoucauld, terminees par une table alphabetique des ma- 
tieres, plus ample et plus commode que celle des editions prece- 
dentes. Paris, Desenne, an IV de la Republique (1796) 2 Bände. 
— 12; herausgegeben von Fortia d'Urban. Band I: Maximes de 
la Rochefoucauld ; Band II : Principes et questions de morale 
naturelle, par Fortia d'Urban. 

30. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, impr. de Didot l'aine, M.DCC.XCVIL gr. 4°. Nur in 
250 Exemplare abgezogen. 



— 160 — 

31. Oeuvres morales de Francis duc de la Rochefoucauld, 
suivies d'observations et d'un Supplement, destine ä servir de cor- 
rectif ä ses Maximes, par Agricola de Fortia. Basle, J. Becker, 

1798, - 8°. 

32. Pensees, Maximes et Reflexions morales, avec le com- 
mentaire de l'abbe de la Roche. Nouvelle edition. Dresde, 1799. 



33. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld; d'apres l'edition du Louvre, faite en 1778 sur un exem- 
plaire corrige de la main de l'auteur. Paris , imprimerie de 
Plassan, an VIII (1799—1800). — 12°. 

34. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefoucauld. 
. . . Londres, Lhomme, 1799. — gr. 8°. Auf Velinpapier ge- 
druckt. Mit einem von Ph. Audinet gestochenen Portrait. 

35. Maximes et Reflexions morales. Wien, 1800. — gr. 8°. 

36. Oeuvres morales, ou Maximes et Reflexions de Francis, 
duc de la Rochefoucauld. Precedees de sa Vie, qui parait pour la 
premiere fois, et terminees par une table alphabetique des matieres 
plus ample et plus commode que celle des editions precendentes. 
Avignon, V e Seguin, et Paris, Pougens, etc. an X (1801—1802). 
2 Bde. — 18°. Herausgegeben von Fortia d'Urban. 

37. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Avignon, J. — A. Joly ; 1801. - 12°. 

38. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, imprimerie de P. et F. Didot, 1802. — 18°. 

39. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Panne, imprimerie de Bodoni, 1811. — 4°. 

40. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld, ornees de son portrait grave, d'apres Petitot, par P. — 
P. Choffard, et d'un modele de son ecriture, par Miller. Paris, 
Blaise et Pichard, 1813. — 12°. Mit einer „Notice" von Suard 
und zwei Fabeln von La Fontaine. 



— 161 — 

41. Maximes et Reflexions morales. Braunschweig, 1814. 
— 12°. 

In demselben Jahre wurde an demselben Orte noch eine 
zweite Ausgabe — 8° und im Jahre 1820 eine dritte — 12° ver- 
öffentlicht. 

42. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, imprimerie de P. Didot 1'aine, 1815. — 8°. Mit 
einer „Notice" von Suard. 

Die Ausgabe befindet sich in der „Collection des meil- 
leurs ouvrages de la langue frangaise, clediee aux amateurs de 
l'art typographique ou d'editions soignees et correctes, Bd. XXII." 

43. Maximes et Reflexions morales. Karlsruhe, 1816. — 8°. 

44. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, Menard et Desenne fils, 1817. — 18°. 

Auch vorhanden in der „Bibliotheque frangaise", Bd. XIII. 
Eine andere Ausgabe erschien in demselben Verlag, 1826. 

45* Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld, imprimerie de la Court, 1818. — 12°. Mit einer „Notice" 
von Suard und zwei Fabeln von La Fontaine. 

46. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, Treuttel et Würtz, 1820. — 18°. Mit einer „Notice" 
von Suard. 

47. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de la 
Rochefaucauld , avec im examen critique par L. Aime-Martin. 
Paris, Lefevre, 1822. — 8°. Mit einem Portrait von Ber- 
tonnier. 

48. Maximes de la Rochefoucauld. Nouvelle edition, avec 
toutes les variantes et une notice sur sa vie. Par P. — R. Auguis. 
Paris, Froment, 1823. — 18°. Mit einem Portrait. 

Obige Ausgabe findet sich auch auch in der „Collection 
des classiques francais". 

49. La Rochefoucauld et Vauvenargues. Pensees et Maximes. 
Paris, Salmon, 1823. — 32°. Mit einem Portrait. 



— 162 — 

50. Pensees et Maximes inedites de la Rochefoucauld, re- 
cueillies et publiees par E. L. Paris, Renard. — 32°. 

51. Reflexions ouSentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld. Paris, de Bure, 1824. — 12°. Mit einem Portrait von 
Pourvoyeur, nach Petitot und Gaucher. 

Diese Ausgabe findet sich auch in den „Classiques fran- 
gais ou Bibliotheque portative de Famateur", Bd. XXXIII. 

52. Maximes de la Rochefoucauld avec notes et variantes, 
precedes d'une notice biographique et litteraire. Paris, Malepeyre, 
1825. ■ — 8°. Mit einem Portrait. Herausgegeben von Gaetan de 
la Rochefoucauld, mit einer „Notice" von demselben. 

53. Maximes de la Rochefoucauld, avec leurs paronymes, par 
le baron Massias Paris, imprimerie de Didot, 1 825. — 16°. 

54. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Nouvelle edition. Paris, Peytieux, 1825. — 18°. 

54 l . Le Petit la Rochefoucauld, contenant un choix de pcnsces 
ou maximes morales de divers auteurs. Paris, Sanson, 1825. — 32°. 

55. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld. Paris, Lefevre, 1827. — gr. 8°. Mit einem Portrait 
von Roger nach Bertonnier. 

Die Ausgabe ist auch in der „Collection des classiques fran- 
gais" vorhanden. 

56. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, imprimerie de J. Didot le jeune, 1827. — 64°. 

57. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld. Paris, Froment et Berquet, 1827. — 82. 

58. Maximes de la Rochefoucauld. Nouvelle edition avec 
toutes les variantes et une notice sur sa vie, suivie d'un choix de 
pensees de Vauvenargues. Paris, Lemoine, 1827. 2 Bände. 

- 32°. Mit einem Portrait von Couche fils nach Gaucher. 

Obige Ausgabe findet sich auch in der „Bibliotheque en 
miniature". 

59. Maximes et Reflexions morales du duc de la Roche- 
foucauld suivies des Reflexions et Maximes choisies de Vauve- 



— 163 — 

nargues. Paris, nie Saint -Jacques, n° 137, 1829. — 18°. Mit 
einem Portrait von Allais nach Petitot. 

Auch vorhanden in der „Bibliotheque des amis des lettres ou 
choix des meilleurs amateurs francais". 

Eine zweite Ausgabe erfolgte in demselben Jahre. 

60. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefou- 
cauld. Paris, Lecointe, 1829. — 18°. Mit einer „Notice" von 
Suard und einem Medaillonbildc von Boilley nach Gaucher. 

Auch vorhanden in der „Nouvelle Bibliotheque des classiques 
frangais". 

Eine andere Ausgabe erschien in Paris, 1839, bei Pougin, — 
18°. Im Jahre 1829 erschien in Paris bei Salmon eine andere 
Ausgabe — 32°, welche nur nach La Rochefoucauld benannt ist: 
„Le La Rochefoucauld des Dames, Pensees et Maximes des 
femmes celebres, depuis Hcloise jusqu'a ä nos jours". 

61. Reflexions morales et pensees de la Rochefoucauld et de 
Vauvenargues. Paris, librairie des ecoles, 1835. — 32°. 

62. Choix de moralistes francais par J. - H - C. Buchon : 
Pierre Charron, de la Sagesse. — Blaise Pascal, Pensees. — La 
Rochefoucauld, Sentences et Maximes. — La Bruyere, les Carac- 
teres de la siecle. — Vauvenargues, (Euvres. — Paris, Descez, 1836. 

63. Moralistes francais : Pensees de Blaise Pascal. — Rc- 
flexions ; Sentences et Maximes de la Rochefoucauld, suivies d'une 
refutation par L. Aime- Martin. — Caracteres de la Bruyere. — 
Paris, Lefevre, 1836. — gr. 8°. 

64. (Euvres choisies des Moralistes: Pensees de Pascal. — 
Maximes de la Rochefoucauld. — Caracteres de la Bruyere. — 
Paris, Treuttel et Würtz [1836]. 

65. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld, suivies d'un examen critique par L. Aime-Martin, et des 
oeuvres choisies de Vauvenargues. Paris, Lefevre, 1834. 

Q6. Maximes du duc de la Rochefoucauld, precedees d'une 
notice sur sa vie, par Suard. — Pensees diverses de Montesquieu. 
— (Euvres choisies de Vauvenargues. — Paris, Didot, 1850. 



— 164 — 

67. Reflexions, Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld. Nouvelle edition conforme ä celle de 1678 et ä laquelle 
on a Joint les annotations d'un contemporain sur chaque maxime, 
les variantes des premieres editions et des notes nouvelles, par 
G. Duplessis, avec un preface par C.-A. Sainte-Beuve Paris, 
Jannet, 1853. 

68. G. Duplessis : Reflexions, sentences et maximes morales de 
La Rochefoucauld. Nouvelle edition. Paris 1853. Jannet. — 12°. 

69. Les Caracteres de la Bruyere. . . . Les Maximes de la 
Rochefoucauld. Paris, Furne, 1853. — 8°. 

70. Aime-Martin : Pensees, maximes et reflexions morales de 
la Rochefoucauld avec les variantes du texte et Texamen critique 
des maximes. Paris, 1855. Firmin Didot freres. 

71. Vairetes litteraires, morales et historiques, 2 vol. — 8°. 
Paris, Didier, 1858. 

In Bd. I findet man auf S. 319—334 von Silvester de Say 
eine interessante Abhandlung unter dem Titel Reflexions, Sen- 
tences et Maximes morales de la Rochefoucauld. 

72. Pensees, Maximes et Reflexions morales de la Roche - 
foudauld. Avec les variantes du texte et l'examen critique des 
Maximes, par Aime-Martin. Paris, Didot, 1855. 

73. Maximes du duc de la Rochefoucauld, precedees d'une 
notice sur sa vie, par Suard. — Pensees diverses de Montesquieu. 
— Paris, Didot, 1864. — 12°. 

74. La Rochefoucauld. Maximes et Reflexions morales, pre- 
cedees d'une etude par M. Emile Deschanel. Paris, 1866. 

75. Reflexions, Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld, precedees d'une notice par Sainte-Beuve. . . . Oeuvres 
choisies de Vauvenargues. — Paris, Garnier freres, 1867. — 18°. 

76. Reflexions ou Sentences et Maximes morales de la Roche- 
foucauld, fidition Louis Lacour, imprimee par D. Jouast. Paris, 
Academie des Bibliophiles, 1868. — 8°. 

77. Le premier texte de la Rochefoucauld publie par F. de 
Marescot. Paris, Jouast, 1869. 



— 165 — 

78. Reflexions ouSentences et Maxinies morales de la Roche- 
foucauld. Textes de 1665 et de 1678 revus par Charles Royer. 
Paris, Lemerre, 1870. — 12° mit einem Portrait von M. Bracquemond. 

79. Les Moralistes francais: Pensees de Pascal. Maximes 
et Reflexions de la Rochefoucauld. . . . Textes soigneusement re- 
vises, completes et annotes ä l'aide des travaux les plus recents 
de l'erudition et de la critique. . . . Paris, Garnier, 1875. 

80. Deux moralistes: La Rochefoucauld et Vauvenargues. 
Bar-le-Duc, Contant — Laguerre, 1878. 

81. Les Maximes de la Rochefoucauld, suivies des Reflexions 
diverses, publiees avec une preface et des notes par J.-F. The- 
nard. Paris, Jouast, 1881. 

82. Maximes de la Rochefoucauld, premier texte imprime ä la 
Haye en 1664, collationne sur le manuscrit autographe et sur les 
editions de 1665 et 1678, precede d'une preface par Alphonse 
Pauly. . . . Paris, Damascene Morgand 1883. — 8°. 



Uebersetzungen der Maximes. 

1. Deutsche Uebersetzungen. 

1. Gemüths-Spiegel, durch die köstlichsten moralischen Be- 
trachtungen, Lehrsprüche und Maximen die Erkenntniss seiner 
selbst und anderer Leute zeigend: aus der Frantzösischen in 
unsrer teutschen Sprache vorgestellet von Talandern. Leipzig, 
Joh. Ludwig Gledtisch, 1699. — 12°. 1 + 314 S. 

2. Gedanken des Herrn von Rochefoucault , der Marquisin 
von Sable und des Herrn L. D. (Abbe d'Ailly) aus dem Fran- 
zösischen übersetzt. Zürich, Heidecher, 1748. — 8°. 3 + 174 S. 

3. Des Herzogs de la Rochefoucault moralische Maximen aus 
dem Französischen, mit Anmerkungen und einem Portrait [von 
W.-C.-V. Ueberacker]. Wien und Leipzig, 1785. — 8°. 

4. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, Französisch und Teutsch herausgegeben von 
Friedrich Schulz. Berlin, 1790. — 8°. 



— 166 — 

5. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, deutsch herausgegeben von Friedrich Schulz. 
Wien, R. Sammer. 1793. — 8°. 106 S. 

6. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, deutsch herausgegeben von Friedrich Schulz. 
Breslau, W. G. Korn, 1793. — 16°. 219 S. 

7. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, deutsch herausgegeben von Friedrich Schulz. 
Neue verbesserte Ausgabe. Breslau und Leipzig, 1798. — 8°. 
211 S. 

8. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, deutsch herausgegeben von Friedrich Schulz. 
Neue Auflage. Wien, R. Sammer, 1702. — 12°. 

9. De la Rochefoucault's Sätze aus der höheren Welt- und 
Menschenkunde, deutsch herausgegeben von Friedrich Schulz. 
Neue verbesserte Ausgabe. Breslau und Leipzig, 1808. — 8°. 
221 S. 

10. Rochefoucault's moralische Maximen mit Anmerkungen 
aus dem Französischen. Wien, Mösle, 1814. — 8". 

11. Choix de maximes et de reflections (sie) morales du duc 
de la Rochefoucauld. — Ausgewählte Maximen und moralische 
Betrachtungen des Herzogs de la Rochefoucauld. Wien 1834. — 12°. 

12. Maximes et Reflexions morales du duc de la Rochefoucauld. 
— Des Herzogs von Rochefoucauld Tiefblicke in das Leben des 
Menschen und ihr Herz. Aus dem Französischen übersetzt, mit 
beigefügtem Originaltexte von Cajetan Ritter von Mamers. Wien, 
1841. gr. 4". 

13. Herzog von Rochefoucauld : Maximen und moralische Be- 
trachtungen. Aus dem Französischen übersetzt von Amanz Dür- 
holz. Solothurn, Scherer, 1851. — 18*». 8 + 108 S. 

14. Psychologische Studien. Uebersetzt von A. Frei; be- 
arbeitet und erklärt von C.-A. Schloenbach. Leipzig, W. Engel- 
mann, 1852. — 16°. 124 S. 



— 167 — 

15. Lebensweisheit und Menschen-Kenntniss in Sprüchen 
von Rochefoucauld, Chamfort etc. Gesammelt und herausgegeben 
von Max Ring. Berlin, 1871. — 16°. 

16. Maximen und Reflexionen von de la Rochefoucauld 
[V.-F. Hörlek.] Leipzig, Ph. Reclam [1875]. — 16°. Nr. 678 
der Universal-Bibliothek. 

Ungarische Uebersetzung. 

Maximes et Reflexions morales. En trois langues: francaise, 
allemande, et hongroise. — Herczeg Rochefoucauldnak Maximäi 
es morales Reflexiöi, harom nyelven nemetre forditotta Schulz, 
magyarra kazinczy Ferentz Becsben es Triestben. Wien. 1818. 
— 8°. 

Englische Uebersetzungen. 

1. Miscellany. being a Collection of Poems by serveral 
hands. Together with Reflections on Marality or Seneca unmas- 
qued. London: printed for J. Hindmarsh, at the Golden Ball over 
against the Royal Exchange in Cornhil, 1685. — 8°. 7 + 

382 + 7 S. 

2. Seneca unmasqued. by Mrs. Aphara Behn. London, 1689. 

3. Moral Maxims and Reflections, in four parts. Written in 
french by the duke of Rochefoucault. Now made english. Lon- 
don, 1694. — 12°. 23 + 196 S. und einem Frontispice. 

4. Moral Maxims and Reflections. . . . The second edition. 
Revised and corrected with the addition of CXXXV maxims, not 
translated before. London, printed for Richard Sare, Daniel 
Browne, Richard Wellington, and William Gilliflover, 1706. — 
12». 4 + 31 + 172 S. 

5. Moral Reflections and Maxims, written by the late duke 
de la Rochefoucauld. Newly made english from the Paris edition. 
London, printed by D. Leach, for And. Bell, at the Cross keys in 
Cornhil etc.. 1706. — 12". 2 + 31 + 225 + 14 S. 



— 168 — 

6. Discourses on the deceitfulness of human virtues by Mon- 
sieur Esprit of the french Academy at Paris. Done out of french 
by William Beauvoir A. M. and chaplain to His Grace James, 
duke of Ormond. — Quis enim virtutem amplectitur 
ipsam? Juvenal, satire 10. — To which is added the duke de la 
Rochefoucaut's moral Reflections. London, printed for And. Bell, 
at the Cross keys in Cornhil etc., 1706. — 8°. — Für Esprit, 
448 S. Für la Rochefoucauld. 2 + 16 + 99 + 8 S. 

7. Curious Amüsements. Fitted for the entertainment of the 
ingenious of both sexes ; writ in imitation of the count (sie) de 
Roche Foucault, and rendered into english from the 15 t]l edition 
printed at Paris. By a gentleman of Pembroke Hall in Cam- 
bridge [subscribed M. B.]. — To which is added some translations 
from greek, latin and italian poets, etc. By F. Rymer, Esq. late 
historiographer-royal. London, printed for and sold by D. Browne, 
etc., 1714. — 12°. 14 + 132 S. 

8. Moral Maxims: by the duke de la Roche Foucault, trans- 
lated from the french, with notes. London, printed for A. Miliar, 
opposite Katharine-street, in the Strand, 1749. — 12°. 8 -|- 198 

+ 9 S. 

9. Maxims and moral Reflections. . . . A new edition revised 
and improved. London, printed for Lockyer Davis, printer to the 
Royal Society, 1775. — 8°. 16 + 199 S. 

10. Maxims and moral Reflections A new edition, revised 

and improved. London, printed for Lockyer Davis. ... 1781. — 
8°. 16 + 157 S. 

11. Moral Maxims and Reflections. Paris, 1692. — Trans- 
lated into english. Edinburg, 1783. 

12. Maxims and moral Reflections. ... An improved edition. 
London, printed for Lockyer Davis. . . . 1791. — 8°. 16 -f- 
169 S. 

13. Maxims and moral Reflections by the duke de la Roche- 
foucault. A new edition, revised and enlarged. Calais, printed 
for Lepoittevin-Lacroix, 1797. — 8°. 1 + 175 + 16 S. 



— 169 — 

14. The duke de la Rochefoucault's celebrated Maxims and 
moral Reflections: translated (for the first time) into english 
verse. London , printed for J. Bell, Oxford - Street, 1799. —.16°. 
15 + 158 S. 

15. The Gentlemens Library being a Compendium of the 
duties of live in youth and manhood. Containing . . . observations 
on men and manners, Polite philosopher and Rochefoucault's Ma- 
xims, etc. London, published and sold by the Booksellers, and 
by Thomas Wilson and sons . . ., 1813. — 12°. 254 S. 

Die Maximes de la Rochefoucauld beginnen auf Seite 159 und 
endigen mit der Seite 216. 

15 l . Characteristics, in the manner of Rochefoucault's Maxims. 
By W. Hazlitt, the eider. London, 1823. — 12°. 7 + 153 S. 
3te Auflage. 1837. - 18°. 

Dieses Werk ist keine Uebersetzung der Maximes, sondern 
eine Nachahmung derselben. 

16. The Maxims of F. Guicciardini , with parallel passages 

from the works of la Rochefoucauld S. L, 1845. 

— 4". 

17. Moral Reflections, Sentences and Maxims of Francis duc 
de la Rochefoucauld. Newly translated from the french, with an 
introduction and notes. London, Longman, Brown, Green and 
Longmans, Paternoster Row, 1850. — 16 9 . 49 + 164 S. 

18. Moral Reflections, Sentences and Maxims of Francis duc 
de la Rochefoucauld. Newly translated from the french, with an 
introduction and notes. To which are added moral Sentences and 
Maxims of Stanislaus, king of Poland. New-York, William Go- 
wäns, 1851. — 12°. 32 -J- 189 Seiten und einem Portrait von 
H.-B. Hall. 

19. Polonius : a Collection of wise saws and modern instances. 
London, Pickering, 1852. — 12. 

Diese Sammlung enthält Aphorismen von englischen, fran- 
zösischen etc. Autoren, z. B. Coleridge, Dr. Johnson, Carlyle, la 
Rochefoucauld etc. . . . 

Rah st e de, La Rochefoucauld. 1^ 



— 170 — 

20. Maxims and moral Reflections, by the duke de la Roche- 
foucauld, with a memoir of the author by the Chevalier de Chate- 

lain London, William Togg, 1868. — 12°. 1+26 

+ 148 S. 

21. Reflections, or Sentences and moral Maxims, by Frangois 
duc de la Rochefoucauld, prince de Marsillac. Translated from 
the editions of 1678 and 1827 with introduction, notes, and some 
account of the author and his times. By J. W. Willis Bund. 
M. A., LL. B., and J. Hain Friswel. London, Sampson Low, 
son, and Marston, 1871. — 16°. 37 + 110 Seiten und einem 
Portrait. 

Eine neue Auflage erschien davon im Jahre 1880, dieselbe 
führt einen anderen Titel, aber dasselbe Portrait. 

22. Reflections and moral Maxims of la Rochefoucauld. 
With an introductory essay by Sainte Beuve, and explanatory 
notes. London, JohnTamden Hotten [1871]. — 8°. 20.+ 140 S., 
mit einer Copie des von Audinet gestochenen Portrait. 

23. Maxims and moral Reflections by the duke de la Roche- 
foucauld, with a memoir of the author by the Chevalier de Chate- 

lain London, William Tegg and Co 1875. — 12°. 

22 + 147 S. 

24. Reflections and moral Maxims of la Rochefoucauld, with 
an introductory essay by Sainte -Beuve, and explanatory notes. 
A new edition. London, Chatto and Windus. . . . 1877. — 16°. 
20 + 140 S. 

Dänische Uebersetzung. 

Moralske Betragtninger og Grundsaetninger af Hertugen af 
Rochefocauld (sie). Oversat af Chr. Top. . . . Kjoebenhavn, 1809. 
... — 8°. 128 S. 



Holländische Uebersetzung. 

Max Ring. Lewenswysheid en menschenkennnis in spreuken 
van Rochefoucauld, Chamfort, Lichtenberg, Jean Paul en Börne. 



— 171 — 

Naar het Hoogduitsch en met eene voorrede voorzien van Dr. 
E. Laurillard. Zwolle, 1871. — 8°. 196 S. 



Italienische Uebersetzungen. 

1. Rifflessioni e Sentenze e Massime morali di la Rochefoucauld 
e altre Massime cristiane di Mme de Sable, tradotte dal francese 
da Antonio Minnuni. Venezia, 1718. — 16°. 

2. Rifflessioni ovvero Sentenze e Massime morali del Signore 
de la Rochefoucauld, tradotte dal franceze in italiano da Lodovico 
Coltellini. ... In Firenze, 1763. Appresso Gio. Battista Stecchi, 
con approvazione. — 12°. 30 -(-88 S. 

3. Rifflessioni ovvero Sentenze e Massime morali del Signore 
de la Rochefoucauld, tradotte dal franceze in italiano. Parma, 
1798. — 12. 

4. Massime e Rifflessioni morali del duca della Rochefou- 
cauld. Recate dalla francese all'italiana favella dal cittadino V. 
[Giusseppe Valeriani] ex-Veneto e corredate di nuove osservazioni 
analoghe ai costumi presenti. , . . Milano, anno IX (1801). . . . 

— 12°. 22 -f 273 S. 

5. Goudar (L.). Grammatica francese . . ., arrichita di una 
sceltä di Massime de la Rouchefoucauld. . . . S. I., 1847. — 12°. 

6. Massime e Rifflessioni morali del duca de la Rochefoucauld. 
Traduzione del Valeriani innovata da Francesco Ambrosoli, edita 
da Antonio Gussalli col testo originale. Milano, Francesco San- 
vito, 1873. — gr. 16°. 36 + 186 S. 

Spanische Uebersetzungen. 

1. Reflexiones, Sentencias y Maximas morales de Mr. de la 
Rochefoucauld. Con notas historicas. y politicas, por Mr. de la 
Hossaye. Puestas en nuevo orden, y traducidas del frances por 
D. Luis de Luque y Levia. Cadiz . . . Ano de MDCCLXXXIV. 

— 12°. 389 S. 

2. Reflexiones o Sentencias y Maximas morales de M. el 
duque de Larochefoucauld ; traducidas del frances al castellano 

12* 



— 172 — 

por D. Narciso Alvaro y Zereza. Edicion, echa bago la direccion 
de Jose Rene Masson. A Paris, chez Masson et fils [imprimerie 
de Renouard]. Madrid, libr. europea, 1824. — 8°. 

Dieses ist der Abdruck einer in Madrid unter demselben 
Titel, im Jahre 1786 veröffentlichten Ausgabe. Dieselbe ist gross 
— 8° und umfasst 312 S. 



Portugiesische Uebersetzung. 

Maximas e Sentencas moraes, pelo duque de la Rochefoucauld, 
traduzidas do francez pelo Dr. Caetano Lopes de Moura, natural 
da Bahia. A Paris, chez Aillaud, 1840. — 18°. 

Polnische Uebersetzungen. 

1. De la Rochefoucauld, Ksiaze Francisrek, Maksymy i Uwagi 
moralne, przelozone z francuzkiego , p r zez Stan. Balinskiego. 
Wilno, Zawadzki, 1812. — 12°. 12 + 132 + 4 S. 

2. Maxymy i mysli moralne Ksiecia Franc, la Rochefoucauld 
Na podstawie ostatnich wydan spolszyzyl J. J. Finkelhaus, Wars- 
zawa, wydawnictwo A. Wislickiegi druk Przegladu tygodniowego, 
1880. — 16°. 82 S. 



Russische Ueberse tzungon. 

(Wegen des Mangels -an russischen Lettern sind die Titel der russischen 
Uebersetzungen hier in deutscher und französischer Sprache wiedergegeben!) 

1. Der Sinn der hervorragendsten Gedanken, zum grössten 
Theil den Werken La Rochefoucaulds und anderer vorzüglicher 
Schriftsteller entnommen, üebersetzt von N. S. Moskau, Typo- 
graphie der Universität, 1788. — 8°. 

L'Esprit des plus excellentes pense'es, extraites pour la plu- 
part des oeuvres de la Rochefoucauld et des meilleurs autres 
ecrivains. Traduction de N. S. Moscou, typographie de l'Univer- 
site. 1788. — 8°. 



— 173 — 

2. Moralische Gedanken des Herzogs von La Rochefoucauld, 
aus dem Französischen übersetzt von E. T. Moskau, Universitäts- 
Buchdr uckerei. 1789. - 12°. 

Pensees morales du duc de la Rochefoucauld, traduites du 
francais par E. T. Moscou, imprimerie de l'Universite. 1798- 
— 12°. 

3. Gedanken des Herzogs von La Rochefoucauld, hervor- 
gerufen durch seine Welt- und Menschenkenntniss. Aus dem 
Französichen übersetzt von Ivan Barychnikow. Moskau, Buch- 
druckerei von Seliwanowski, 1809. — 12°. 

Pensees du duc de la Rochefoucauld, tirees de la connaissance 
du monde et des hommes, traduites du francais par Ivan Ba- 
rychnikov. Moscou, imprimerie de Selivanovski, 1809. — 12°. 

4. Moralische Gedanken des Herzogs von La Rochefoucauld, 
aus dem Französischen übersetzt von Demetrius Pimenow. Mos- 
kau, Druckerei von Bekechow, 1809. — 8°. 

Reflexions morales du duc de la Rochefoucauld, traduites du 
francais par Demetre Pimenov. Moscou, imprimerie Bekechov. 
1809. — 8°. 

5. Die Eigenthümlichkeiten und Aeusserungen der mensch- 
lichen Leidenschaften, gemäss den Werken von Voltaire, Rousseau, 
La Rochefoucauld, Weiss und anderen modernen Schriftstellern. 
Uebersetzung aus dem Französischen. St. Petersburg, 1802. — 12°. 

Les Proprietes et les Actes des passions humaines, d'apres 
les oeuvres de Voltaire, Rousseau, La Rochefaucauld, Weiss et 
autres ecrivains modernes. Tracluction du francais. Saint-Peters- 
bourg, 1802. — 12°. 



Verschiedene Schriften La Rochefoucauld's. 

1. Portrait du duc de la Rochefoucauld, fait par lui-meme. 

Erste Ausgabe desselben im Jahre 1659. Im Jahre 1789 
fügte der Abbe Brotier es seiner Ausgabe der Maximes bei. 
Später findet man es des Oefteren den Werken La Rochefoucauld's 
angefügt. 



— 174 — 

2. Portrait du cardinal de Retz. 

Erste Ausgabe desselben im Jahre 1754. Im Jahre 1789 
finden wir es in der von dem Abbe Brotier herausgegebenen Aus- 
gabe der Maximes. 

3°. Reflexions diverses. 

Erste Ausgabe von 7 Reflexions im Jahre 1731; von zwölf 
anderen im Jahre 1868. 

4. Apologie de M. le prince de Marcillac. 
Erste Ausgabe im Jahre 1855. 

6. Lettres. 

Einzeln, theilweise und vollständig herausgegeben in den 
Jahren 1734, 1806, 1814, 1818 und 1820, 1825, 1838, 1855, 1862, 
1863 und 1869. 



CEuvres. 



1. (Euvres de Francois duc de la Rochefoucauld. — (Euvres 
de Vauvenargues. — Paris, Belin, 1818. 2 Bde. — 8°. Mit 
einer „Notice" von G.-B. Depping. Der erste Band enthält: 
Portrait du duc de la Rochefoucauld fait par lui-meme. — Me- 
moires. — Maximes et Reflexions morales. — Pensees tirees des 
premieres editions du livre des Maximes. — Reflexions diverses. — 
Lettres. — Table des matieres. 

2. (Euvres de Francois duc de la Rochefoucauld. Paris, 
Belin, 1820. — 8°. 

Abdruck der unter 1° verzeichneten «CEuvres". Die Ausgabe 
führt den falschen Titel: „(Euvres completes". 

3. CEuvres de la Bruyere, de la Rochefoucauld et de Vauve- 
nargues, avec les notes des divers commentateurs et des notices 
historiques sur la vie de chacun d'eux. Paris, Salmon, 1825. — 
18°. Mit drei Portraits. 

4. CEuvres completes de la Rochefoucauld, avec notes et va- 
riantes, precedees d'une notice biographique et litteraire. Paris, 
Ponthieu, 1825. — 8°. 



— 1.75 — 

Die von dem Marquis Gaetan de la Rochefoucauld bewirkte 
Ausgabe enthält: Notice de l'editeur sur la Rochefoucauld. — 
Portrait de la Rochefoucauld fait par lui-meme. — Portrait de Paul 
de Gondy, cardinal de Retz. — Memoires. — Maximes. — Lettres. 

— Table. 

5. CEuvres de la Rochefoucauld. Paris, Dufour, 1827. — 48°. 
Mit einem Holzschnitt. 

Die Ausgabe führt den Titel: „Classiques en miniature". 

6. CEuvres completes de la Rochefoucauld, contenant ses Me- 
moires, Sentences et Maximes morales, et de nouveaux Memoires 
inedits jusqu'ä ce jour. Paris, Desbleds, 1835. 2 Bde. — 12°. 
Mit 7 Portraits. 

7. CEuvres inedites de la Rochefoucauld, publiees d'apres les 
manuscrits conserves par la famille et precedees de l'histoire de 
sa vie, par Edouard de Barthelemy. Paris, Hachette et Cie., 1863. 

— 8°. 

8. CEuvres completes de la Rochefoucauld , precedees d'une 
notice inedite par M. Alexis Doinet. Maximes, Memoires et 
Lettres. Paris, Chaix, 1865. — 8°. 

Die Ausgabe befindet sich in der „Collection Napoleon 
Chaix, Bibliotheque universelle des familles", und enthält: 
fitude sur la Rochefoucauld, par M. Alexis Doinet. — Re- 
flexions ou Sentences et Maximes morales. — Reflexions di- 
verses. ■ — Lettre du chavelier de Mere. — Portrait du duc de la 
Rochefoucauld fait par lui-meme. — Memoires. — Apologie de 
M. le prince de Marcillac. — Lettres und einem Appendice: 
Discours sur les Reflexions : Article de Mme. de Sable sur les 
Maximes; Articles de la Rochefoucauld imprime dans le Journal 
des Savants. — Table des matieres. 

9. CEuvres morales de la Rochefoucauld. Paris, Plön, 1869. 

— 18°. Mit Portrait. 

Diese Ausgabe befindet sich auch in der „Collection des 
classiques francais du prince imperial". 

10. CEuvres de la Rochefoucauld, pre'cedees d'une Notice sur 
sa vie et le caractere de ses ecrits. Maximes, Memoires, Lettres. 



— 176 — 

Tours, Cattier, 1875. -- 8°. Der Inhalt ist: Notice sur le 
duc de la Kochefoucauld et le caractere de ses ecrits (von 
A. Sfaucier]). ■ — Portrait par lui-meme. — Portrait par Retz. — 
Maximes. — Memoires. — Lettres. — Table des matieres. 

Obige „(Euvres" bilden sowohl einen Theil der „Biblio- 
theque universelle des familles", als auch der „Bibliotheques 
choisie des ecrivains francais", Collection Cattier. 

11. (Euvres completes de la Rochefoucauld, nouvelle edition, 
avec des notices sur la vie de la Rochefoucauld et sur ses divers 
ouvrages, im choix de variantes, des notes, une table analytique 
des matieres et un Lexique, par M. A. Chassang. Paris, Garnier. 
1883. — 8°. T. 1 u. IL 



Hilfsmittel. 

1. Petro Roviero: De vita et rebus gestis Francisci de la 
Rochefoucault. S. R. E. Cardinalis libri tres. Parisiis 1645. — 8°. 

2. Recueil des portraits et eloges en vers et en prose, dedie a 
S. A. R. Mademoiselle (de Montpensier). Paris, Ch. de Sercy et 
Cl. Barbin, 1659. gr. 8°. 

3. Memoires de Bussy Rabutin, B. I u. IL Paris; Jean 
Anissor 1666. — 4°. 

4. Bibliotheque universelle et historique de Panne'e M.DC.LXXXVI. 
Tome troisieme. A Amsterdam, chez Wolfgang, Waesberge, Boom 
& van Someren. M.DC.LXXXVI. — 12°. p. 537. 

5. Benjamini Prioli ab excessu Ludovici XIII. de rebus Gallicis 
historiarum libri XII, a Christiano Friderico Frankensteinio, histor. 
quondam in Academ. Lips. P. P. Indicibus et Notis Locupletati. 
Editio altera. Supplemento notarum & posterioris Indiciis aucta. 
Lipsiae, Sumptis, Johannis Grossii, Literis Christiani Scholuimi. 
M.DC.LXXXVI. — 8°. 

6. Saint - Evremond , Mr. de: (Euvres melees, publiees sur 
les Manuscrits de Tauteur. Nouvelle edition revüe, corrigee & 
augmentee. A Londres. Aux depens de Paul & Isaak Vaillant, 



— 177 — 

Marchands Libraires, chez qui Ton trouve un assortiment general 
de toute sorte de Musique. M.DCC.VIII. — 8°. B. III, S. 15 
u. 223. 

7. Saint -Evremond: Melanges curieux, contenant les meil- 
leures pieces atribuees ä Mr. de Saint-Evremond. A Londres. 
Aux depens de Paul & Isaak Vaillant, Marchands Libraires, chez 
qui Ton trouve un assortiment general de toute sorte de Musique. 
M.DCC.VIII. — 8°. B. II. S. 236 u. 237. 

8. M. de Vigneul - Marville : Melanges d'histoire et de litte- 
rature. Quatriene Edition, revüe, corrigee, et augmentee. Par 
M***. Premier Volume. A Paris, au Palais. Chez Claude 
Prudhomme, au sixieme Pilier de la Grand' Salle, vis-ä-vis l'Es- 
calier de la Cour des Aides, ä la Bonne-Foy couronnee. M.DCC.XXV. 
Avec Privilege du Roy. S. 42, 321—325. 

9. De Vigneul -Marville: Melanges d'histoire et de la litte- 
rature rccueillis, nouvelle edition revüe, corrigee et augmentee. 
Premier volume. Paris, chez Claude Prudhomme, au Palais aux 
sixieme Pilier de la Grand' Salle, vis-ä-vis l'Escalier de la Cour 
des Aides, ä la Bonne-Foy couronnee. M.DCC.XIII. Avec. Privi- 
lege du Roy. - 8°. 

10. Segrais : Segraisiana ou melange d'histoire et de litterature. 
La Haye, 1722, Gosse. 

11. D'Olivet : Histoire de l'academie frangoise, depuis 1652—1700. 
Paris 1729. 

12. Mme. de Sevigne: Lettres ä Mme. la comtesse de Grignan 
sa fille. B. I— VI, Leide, Verbeck freres, 1736. 

13. Memoires de Guy-Joli et de la duchesse de Nemours. 
B. I— III. Geneve 1751. — 8°. 

14. Histoire des Philosophes modernes, par M. Savdrien, avec 
leurs portraits graves par Francois. Tome second. Histoire des 
Moralistes & des Legislateurs : 

Montaigne Cumberland 

Charron La Bruyere 

Grotius Duguet 

La Rochefoucauld Wollaston 

Puffendorff Schaftesbury. 



— 178 — 

A Paris, 
chez 1 bleuet, Libraire sur le Pont-St. -Michel, 

J Guillaume fils, Libraire Place du Pont-Saint-Michel. 
M.DCC.LXXIIL Avec Privilege du Roy. — 8°. 

15. Dictionnaire historique portatif contenant l'histoire des 
Patriarches des Princes hebreux, des Empereurs, des Rois et des 
grands Capitains, des Dieux, des Heros de l'antiquite payenne, 
&c, des Papes des S. S. Peres, des Eveques & des Cardinaux 
celebres; des Historiens, Poetes, Grammairiens, Orateurs, Thdo- 
logiens, Jurisconsultes, Medecins, Philosophes & Mathematiciens etc. 
Avec leurs principaux ouvrages & leurs meilleures Editions, des 
Femmes savantes des Peintres, Sculpteurs, Graveurs, des Inven- 
teurs des Arts ; & generalement de toutes les Personnes illustres 
ou fameuse de tous les Siecles & de toutes les Nations du Monde ; 
dans lequel on indique ce qu'il y a de plus curieux & de plus 
interessant dans l'Histoire sacree & profane. Ouvrage utile pour 
Tintelligence de l'Histoire ancienne & moderne, & pour la con- 
noissance des Ecrits & des Actions des Grands. — Hommns & des 
Personnes illustres. Par Mr. l'Abbe Ladvocat, Docteur, Biblio- 
thecaire & Professeur de la Chaire d'Orleans en Sorbonne. Nou- 
velle edition, revue, corrigee & considerablement augmentee. Tome 
second. A Basle. Chez Jean-Jacques Schorndorff, Libraire- Impri- 
meur. M.DCC.LVIII. gr. 8°. B. II. S. 510. 

16. Castres, Mr. l'abbe S*** de: Les trois siecles de la lite- 
rature fran^oise ou tableau de l'esprit de nos ecrivains, depuis 
Frangois I., jusqu'en 1781 : par ordre alphabetique. Cinquieme 
edition, revue, corrigee, & augmentee de plusieurs articles, d'un 
grand nombre d'anecdotes & de douze lettres de Tauteur relatives 
ä l'ouvrage. A la Haye, et se trouve ä Paris, chez Moutard, im- 
primeur-libraire de la Reine, de Madame et de Madame la Com- 
tesse d'Artois, rue des Mathuriens, Hotel de Cluni. M.DCC.LXXXI. 
— 8°. B. IV. S. 108—114. 

17. Notice sur la personne et les ecrits de la Rochefoucauld 
[par Suard]. Paris, imprimerie de Monsieur, 1782. — 18°. 

18. Examen du principe fondamental des Maximes de la 
Rochefoucauld. Riom, de rimprimerie Landriot (ohne Datum) S. 35. 
(Vergl. Catalogue Claudin, no. 489, S. 258.) 



— 179 — 

19. Bibliotheque historique ä Pusage des dames. Nouvelle 
edition, corrigee. A Paris, chez Moutard, imprimeur-libraire de 
la Reine, de Madame & de Madame la Comtesse d'Artois, rue des 
Mathurius, Hotel de Cluni. M.DCC.LXXXV. Avec Approbation 
et Privilege du Roi. gr. 8°. Bd. I, S. 106. 

20. Encyclopedie methodique ou par Ordre de Matieres, par 
une societe de Gens de Lettres, de Savans et d'Artistes : Precedees 
d'un Vocabulaire universel, servant de Table pour tout l'ouvrage; 
ornee des Portraits de M. M. Diderot d'Alembert, premiers Edi- 
teurs de l'Encyclopedie. Histoire. A Paris, chez Panekoucke, li- 
braire, Hotel de Thou, rue de Poitevins. M.DCC.XC. Avec Ap- 
probation et Privilege du Roi. — 4°, B. IV. S. 589—591. 

21. Memoires pour servir ä l'histoire de notre litterature, 
depuis Francois l^ jusqu'ä nos jours; par M. Pallissot (de Mon- 
teroy, Charles). Tome IL De l'imprimerie de Crapelet, ä Paris, 
chez Gerard, libraire, rue Saint-Andre-des-Arcs, no. 44. An XL 
— 1803. — gr. 8°. S.59— 61 u. 214-269. 

22. Suard : Melanges de litterature Paris, Dentu, 1803. — 8°. B. 1. 

23. Henri Martin: Histoire de France, depuis les temps les 
plus recules jusqu'en, 1789. B. XIII. Paris, Furne et Cie. — 8°. 

24. Lycee ou cours de litterature ancienne et moderne par 
J. F. Laharpe. Nouvelle edition augmentee. Tome sixieme. Siecle 
de Louis XIV. Poesie. De l'imprimerie de Crapelet. A Paris, 
chez Lefevre, libraire, rue de l'Eperon. M.DCCC.XVL — gr. 8°. 
S. 306—322. 

25. Examen critique des Reflexions ou Sentences etMaximes 
morales de la Rochefoucauld, par Louis Aime-Martin. Paris, Le- 
fevre, 1822. — 8°. 

26. Biographie universelle, ancienne et moderne, ou histoire, 
par ordre alphabethique de la vie publique et privee de tous les 
hommes, qui se sont fait remarquer par leurs ecrits, leurs actions, 
leurs taients, leurs vertus ou leurs crimes. Ouvrage entierement 
neuf, redige par une societe de gens de lettres et de savants. 
Tome trente-huitieme (T. XXXVIII). A Paris, chez L. G. Michaud, 
libraire -editeur, Place des Victoires, No. 3. 1824. — gr. 8°. 
S. 305—309. 






— 180 — 

27. Dictionnaire des Athees anciens et modernes, parSylvain 
Marechal. Deuxieme edition, augmentee des supplemens de J. La- 
lande; de plusieurs articles inedits, et d'une notice nouvelle sur 
Marechal et ses ouvrages, par J. B. L. Germond. Bruxelles, chez 
l'editeur, rue des Sols, No. 7. M.DCCC.XXXIII. — gr. 8°. S. 248 
u. 249. 

28. Memoires de Claude de Bourdeille, comte de Montresor, 
qui sont contenus dans la Nouvelle collection des Memoires pour 
servir ä l'histoire de France depuis le XHIe siecle jusqu'ä la fin 
du XVIII e ; precedes de notices pour caracteriser chaque auteur 
des Memoires et son epoque, suivis de l'analyse des documents 
historiques qui s'y rapportent; par M. M. Michaud de l'academie 
francaise et Paujoulat. Tome troisieme. (Brienne , Montresor, 
Fontrailles, la Chatre, Turenne, Duc d'Yorck); par M. M. Cham- 
polJion-Figeac et Aime Champollion fils. A Paris, chez l'editeur 
du commentaire analytique du code civil, rue des Petits-Augustins 
No. 24. Imprimerie d'Edouard Proux et Comp., rue Neuve-des- 
Bons-Enfants No. 3. 1838. — 4°. S. 173—241. 

29. Voltaire : (Euvres avec pr£face etc. par M. Beuchot. 
B. XIX. u. XX. Siecle de Louis XIV. Paris, 1830, Lefevre. — gr. 8<\ 

30. Revue retrospective ou bibliotheque historique contenant 
des memoires et documents authentiques inedits et originaux pour 
servir ä l'histoire proprement dite, ä la biographie, ä Fhistoire de 
la litterature et des arts. Seconde serie. B. II. S. 169—172. 
Paris, Rue de Seine-Saint-Germain. Nr. 16. 1835. S. 1—480. 

31. Michaud et Poujoulat: Nouvelle collection des memoires 
pour servir ä l'histoire de France. (Monglat, La Rochefou- 
cauld, Gourville. T. V. Paris, 1838. 

32. Memoires de la Duchesse de Nemours, contenant ce qui 
s'est passe de plus particuliers en France pendant la guerre de 
Paris jusqu'ä la prison du Cardinal de Retz en 1652, avec les 
differentes caracteres des personnes de la cour, qui sont contenues 
dans la Nouvelle collection des Memoires pour servir ä l'histoire 
de France, depuis le Xllle siecle jusqu'ä la fin du XVIII e , pre- 
cedes de notices pour caracteriser chaque auteur des Memoires 



— 181 — 

et son epoque ; suivis de Panalyse des documents historiques qui 
s'y rapportent; par Michaud de l'academie frangaise et Poujoulat. 
Tome IX. (Memoires du cardinal de Richelieu. Arnauld, d'An- 
dilly, l'abbe Arnauld, la Duchesse de Nemours, Gaston duc d'Or- 
leans.) A Paris, chez Fediteur du commentaire analytique du code 
civil, rue des Petits - Angustins, No. 24. Imprimerie de Firmin 
Didot Freres, rue Jacob, Nr. 56. 1838. - 4°. S. 607, 619, 622, 
623, 624, 627, 629, 633, 635, 643, 656, 660. 

33. Revue des deux mondes: M. de La Rochefoucauld par 
Sainte-Beuve, IV. Serie, B. 21. Paris, 1840. 

34. Arthur Schopenhauer: Parerga und Paralipomena; kleine 
philosophische Schriften. 2 Bde. Berlin, 1851. A. W. Hayn. — 
gr. 8°. 

Bd. I. S. 424. No. 25 u. S. 433. No. 33. 

35. Sainte-Beuve: Portraits de femmes. Nouv. edition. Paris, 
1852. Didier. 

36. A. Regnier: Les grands ecrivains. (Euvres de La Roche- 
foucauld. B. I— III. Paris, Hachette et Cie. 1853. 

37. Memoires de Retz, edition M. Alph. Feillet. (Collection 
des grands ecrivains de la France par Ad. Regnier.) Paris, Ha- 
chette et Cie. 1854. 

38. Chenier, Marie Joseph de: Tableau historique de l'etat 
et des proges de la litterature francaise depuis 1789, precede 
d'une notice sur Fauteur par Danou et accompagne de Notes 
complementaires 1810 — 1862. Paris, E. Ducrocq, libraire-editeur, 
55. Rue de Seine 55. gr. 8°. Kap. II. S. 75. 

39. Tallemant des Reaux : Les historiettes entieremens revues 
sur le manuscrit original et disposees dans un nouvel ordre par 
M. M. Monmerque et Paulin, 3 edit. Paris, 1854. B. I-IX. 
Thechner. 8°. 

40. Buffon: L'histoire naturelle, E. M. Flourens. Paris, 1854. 
B. VIII. S. 467. — 8°. 

41. Victor Cousin: Mme. de Sable. Paris, 1854. Didier, 
gr. 8°. 



— 182 — 

42. Mme. de Motteville: Memoires sur Anne d'Autriche et 
sa cour. Nouvelle edition avec une notice sur Mme. de Motteville 
par Sainte-Beuve. B. I — IV. Paris, 1855, Charpentier. — 8°. 

43. Memoires de Mathieu - Mole, edition Champollion - Figeac. 
B. I— IV. Paris, 1855. — 8°. 

44. Memoires du marechal de la Force, publies par M. le 
marquis de la Grange. B. I — IV. Paris, 1857. — gr. 8°. 

45. J. Loret: La muze historique ou recueil des lettres en 
vers contenant les nouvelles du temps ecrites ä son Altesse Mlle. 
de Longueville, depuis Duchesse de Nemours (1650—1665), nou- 
velle edition revue et augmentee etc. par M. M. J. Ravenel et 
Ed. V. de la Pelouze. B. I— III. Paris 1857. J. Jannet. — gr. 8°. 

46. Victor Cousin: Mme. de Longueville. Paris, 1858. B. I. 
u. II. — gr. 8°. 

47. Victor Cousin : La societe francaise au XVII e siecle. B. I. 
u. II. Paris, 1858, Didier et Cie. — gr. 8°. 

48. Ch. L. Livet: Histoire de Pacademie francaise par Pel- 
lisson et d'Olivet. Paris, 1858, Didier. B. I. u. IL — 8°. 

49. Mlle. de Montpensier: Memoires etc. collationnces sur 
le manuscrit autographe par A. Cheruel. B. I — IV. Paris, 1859. 
Charpentier. — 8°. 

50. Montesquieu: Oeuvres completes. Edit. Lahuse. Paris, 
1859, Hachette. B. I. u. II. — gr. 8°. 

51. Godefroy, Frederic: Histoire de la Litterature francaise 
depuis le XVI e siecle jusqu'ä nos jours. Etudes et modeles de 
style. B. II. Prosateurs. Paris, Gaume Freres et J. Duprey. 
Editeurs. Rue Cassette 4. 1860. — gr. 8°. 

52. M. Prevost - Paradol : Etudes sur les moralistes francais, 
suivies de quelques reflexions sur divers sujets. Deuxieme edition. 
Paris, librairie de L. Hachette & Cie. Boulevard Saint - Germain 
No.77. 1865.-8°. Avec une lettre ä M. Mignet Tun des Quarante 
de FAcademie francaise secretaire perpetuel de l'Academie des 
sciences morales et politiques. S. 139 — 175. — Inhalt dieses 
Werkes ist: Dedicace. — Montaigne. — La Boetie. — Pascal. — 
La Rochefoucauld. — La Bruyere. — Vauvenargues. — De la 



— 183 — 

chaire ä propos de la Bruyere. — De Pambition. — De la tri- 
stesse. — De la maladie et de la mort. 

53. Memoires du P. Rapin, edition de M. Leon Aubineau. 
B. I— IV. Paris, 1865. — 8°. 

54. Sainte-Beuve : Nouveaux lundis. B. V. Paris , 1866. 
Michel Levy, freres. — 8°. 

55. G. Levavasseur: La Rochefoucauld. Paris, Douniol, 1871. 
- 8°. 

Diese Etüde wurde auch in „le Correspondent" am 16. und 
25. September 1871 im Bd. LXXXIV S. 918—934 u. S. 1023—1039 
veröffentlicht. 

56. Memoires de Saint-Simon, publies par M. M. Cheruel et 
Ad. Regnier fils, avec une notice de M. Sainte-Beuve. B. I. 
Paris, 1873, Hachette et Cie. — 8°. 

57. E. Laur: Zur Geschichte der französischen Litteratur. 
Drei akademische Vorlesungen (Palissy, La Rochefoucauld, 
Rivarol). Mannheim, Schneider, 1874. — 8°. 

58. Saint-Simon: Memoires publie's par M. M. Cheruel et 
Ad. Regnier fils et collationnes de nouveau pour cette edition sur 
le manuscrit autographe avec une notice de M. Sainte-Beuve. 
Tome premier. Paris, Librairie Hachette et Cie. Boulevard 
Saint-Germain 79. 1875. — 8°. 

59. Henri von Laun: History of french literature. London, 
1877. B. I— III. Smith, Eider & Cie. — gr. 8°. 

60. Ad. Vinet: Histoire de la litterature francaise au 
XVIIIe siecle, 2 edit. B.I-III. Paris, 1881, Fischbacher. — 8°. 

61. Stapfer, Paul: Etudes sur la litte'rature francaise, mo- 
derne et contemporaire. Paris, G. Fischbacher, 1881. 367 S. — 
8°. (S. 279— 290: Memoires et Maximes de La Rochefoucauld.) 

62. CEuvres de la Rochefoucauld. — Compte rendu, avec la 
reproduction dans leur forme original inedite, de deux lettres de 
Pauteur des Maximes, par M. le marquis de Granges de Surgeres. 
Nantes, V. Forest et E. Grimaud, 1881. — 8°. 

Diese Briefe finden sich auch in den Grands Ecrivains, a. a. 0. 
B. III. S. 148 u. 123. 



— 184 — 

63. A. Vinet: Moralistes des XVI* et XVII e siecles. Paris. 
1881. Fischbacher. B. I u. IL — 8°. 

64. Les portraits du duc de la Rochefoucauld, auteur des 
Maximes. Notice et Catalogue, par le marquis de Granges de 
Surgeres. Avec deux portraits inedits graves, par Ad. Lalauze. 
Paris. Damascene Morgand et Charles Fatout. 1882. — 8°. 

65. La premiere edition des Maximes de la Rochefoucauld. 
Etüde bibliographique et litteraire par M. F. A. Aulard. 1883. 

Enthalten im „Bulletin mensuel de la faculte des lettres de 
Poitiers", Januarheft. 

Qß. Traductions en langues etrangeres des Reflexions ou Sen- 
tences et Maximes morales de la Rochefoucauld. Essai biblio- 
graphique par le marquis de Granges de Surgeres. Paris, chez 
Leon Techner, 1883. — 8°. 

Will man sich über diese Arbeit unterrichten, so lese man 
einen von M. Emile Picot in der Revue critique veröffentlichten 
Artikel, 23. April 1883 (S. 333—334). 

67. Ferd. Lotheissen: Geschichte der französischen Litteratur 
im XVII. Jahrhundert. Band II u. III. Wien, 1883. — gr. 8°. 

68. Journal des Guerres civiles, de Dubuisson. — Aubenay 
1648—1652, public par Gustave Saige. A Paris, chez H. Cham- 
pion, librairie de la Societe de l'Histoire de Paris. Quai Mala- 
quais no. 15. 1885. — 8«». B. I. S. 148, 164, 188, 207, 209, 214, 
219, 223, 234, 246, 247, 260, 261, 270, 273, 286, 292, 294, 330, 
331, 332, 334, 335; B. II S. 8, 13, 17, 18, 19, 28, 61, 62, 70, 80, 
83, 85, 91, 104, 106, 107, 117, 118, 129, 201, 245. 

69. E. Deschanel: Pascal, La Rochefoucauld, Bossuet. 
Paris, 1885, Levy. — 8°. 

70. E. Engel: Psychologie der französischen Litteratur. 
Teschen, 1885, Prochaska. — 8°. 

71. H. Koerting: Geschichte des französischen Romans im 
XVII. Jahrhundert. Georg Maske, Oppeln, 1885. 2 Bde. — 8°. 

72. Vintler, H. von : Die Maximen des Herzogs von La Roche- 
foucauld. Progr. d. Oberrealschule zu Innsbruck, 1887. 32 S. — 8°.' 

Buchdruckerei von Eugen Appelhans in Hraunschweig. 



Verlag von C. A. 

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Rahstede, H. Georg 
1815 Studien zu La Rochefoucauld 's 

R35 Lehen und Werken 



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